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Mehr als 250 Bahnbrücken in NRW sind kaum noch zu sanieren

Symbolbild. Über 250 Bahnbrücken in NRW sind so marode, dass sie eigentlich nur noch abgerissen werden können.

Symbolbild. Über 250 Bahnbrücken in NRW sind so marode, dass sie eigentlich nur noch abgerissen werden können.

Foto: STEFAN AREND

Düsseldorf.  Bei der Bahn türmt sich ein wachsender Berg notwendiger Sanierungen. Über 250 Bahnbrücken sind in NRW abrissreif. Ihre Zahl steigt.

In Nordrhein-Westfalen sind 257 Bahnbrücken nicht mehr wirtschaftlich zu sanieren und können nur noch ersetzt werden. Das geht aus Angaben des Bahnbeauftragten der Bundesregierung, Enak Ferlemann, hervor. Würden sie alle nun in Angriff genommen, lägen die Kosten bei 1,7 Milliarden Euro, antwortete Ferlemann auf eine Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Bundesweit sind demnach 1004 Bahnbrücken kaum noch zu sanieren.

Die Infrastruktur der Bahn gilt als marode, weil jahrelang zu wenig investiert wurde. Mehr als die Hälfte der 25.710 Eisenbahnbrücken in Deutschland wurde vor Ende des Zweiten Weltkriegs gebaut, 45 Prozent sind älter 100 Jahre.

Eisenbahnbrücken in NRW sind offenbar besonders alt

Die Zahlen maroder Bahnbrücken sind offenbar gestiegen. Noch Anfang März hieß es auf Anfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag, in NRW seien 248 Brücken quasi abrissreif. Das waren fast 46 Prozent aller knapp 4400 Bahnbrücken im Land. Fünf Jahre zuvor habe der Anteil bei 44 Prozent gelegen.

Die Bahn unterteilt die Brücken je nach Zustand in vier Kategorien. 257 Brücken in NRW und 1004 bundesweit fallen in die schlechteste Kategorie vier. Die Bahn betont: „Selbst Brücken der schlechtesten Zustandskategorie sind für die Nutzung des Eisenbahnbetriebs sicher, sonst würde kein Betrieb zugelassen.“ Je nach Schadensbild könne eine Brücke 15 Jahre in der Kategorie vier bleiben, erklärt die Bahn.

Bahn hat in NRW bis dato 89 Brücken saniert oder neu gebaut

Nach Angaben der Deutschen Bahn sind in NRW "in den letzten Jahren" 89 Bahnbrücken saniert oder neu gebaut worden. Weitere Details mochte man auch Nachfrage nicht nennen, sagte eine Bahnsprecherin.

Eisenbahnbrücken in NRW sind demnach besonders alt. Die Mehrzahl wurde teils weit vor Gründung des Bundeslandes gebaut. Die Hälfte der Brücken sind älter als 80 Jahre. Das Durchschnittsalter liegt bei 86 Jahren. Die älteste noch betriebene Eisenbahnbrücke liegt in Wuppertal-Vohwinkel. Sie ist 181 Jahre alt und stammt damit aus dem Uraufführungsjahr von Giuseppe Verdis erste Oper. (mit dpa)

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