Osterfeuer

Waldbrandgefahr steigt – Osterfeuer sollen trotzdem lodern

Nur mit Vorsicht zu genießen – durch das gute Wetter steigt die Waldbrandgefahr in NRW. Das betrifft auch die Osterfeuer.

Nur mit Vorsicht zu genießen – durch das gute Wetter steigt die Waldbrandgefahr in NRW. Das betrifft auch die Osterfeuer.

Foto: Biene Hagel

Essen.   Durch das gute Wetter steigt das Waldbrandrisiko in NRW. Osterfeuer sollen trotzdem wie geplant lodern. In den Niederlanden sieht das anders aus.

Sommergefühle an Ostern verspricht der Deutsche Wetterdienst (DWD) für ganz NRW. Am Wochenende sollen wir uns auf bis zu 25 Grad freuen können – und das ganz ohne Wolkendecke und Regenschauer. Tolle Aussichten für die Feiertage. Das trockene Wetter erhöht allerdings das Brandrisiko. Was bedeutet das für die hiesigen Osterfeuer?

Die eigentlich so schönen Wetteraussichten haben im Osten Deutschlands schon Konsequenzen: Wie die Märkische Allgemeine berichtete, wurden in Brandenburg die ersten Osterfeuer abgesagt – zu hoch sei das Risiko für einen Waldbrand.

Kein Wind, kein Regen, viel Sonne

Auch in NRW zeigt der Waldbrandgefahrenindex des DWD ein erhöhtes Risiko an. Der Index stuft das gesamte Bundesland für das Wochenende hoch. „In Nordrhein-Westfalen gilt dann Stufe drei von fünf. Das bedeutet mittlere Gefahr“, erklärt Yvonne Tuchscherer vom Wetterdienst. „Der Nordostwind am Wochenende ist nicht sonderlich stark, außerdem ist kein Niederschlag angesagt. Das erhöht das Risiko.“ Denn für einen Waldbrand zähle weniger die Temperatur als vielmehr die ungehemmte Sonneneinstrahlung.

„Wir sehen keine Veranlassung, einzugreifen“, meint dazu Peter van Dyk, Sprecher der Stadt Bochum. „Die Osterfeuer fallen nicht aus.“ Die Stadt weist jedoch in den sozialen Medien und auf ihrer Internetseite auf die Verhaltensregeln hin: Es sind nur Feuerstellen erlaubt, die nicht größer als einen Meter sind. Auch das Feuerholz darf nur einen Meter hoch gestapelt werden. „Die Osterfeuer sind Brauchtum“, bekräftigt van Dyk. „Ohne triftigen Grund nehmen wir das den Bürgern nicht weg.“

Feuerwehr setzt auf menschliche Vernunft

Auch in Moers steht eine Absage der mehr als 40 Osterfeuer am Wochenende aktuell nicht zur Debatte. Man beobachte die Lage weiter, allerdings sei die Einstufung des Wetterdienstes für diese Jahreszeit durchaus normal. Sollte sich das Wetter allerdings noch drastischer entwickeln, würde man die Situation in den kommenden Tagen neu bewerten. Die Feuerwehr weist ebenfalls auf die herausgegebenen Verhaltensregeln hin, das Holz nicht höher zu stapeln als erlaubt und einen angemessen Abstand zu Waldrändern einzuhalten. Man setze auf die menschliche Vernunft, heißt es von der Feuerwehr.

Auch in Ennepetal sollen die Osterfeuer stattfinden wie geplant. Schon vor Jahren wurden private Osterfeuer in der Stadt verboten, um den Feinstaub einzudämmen. Übrig geblieben sind insgesamt nur neun Feuer – im Rahmen von Traditionsveranstaltungen. „Alle Feuer finden auf Parkplätzen oder Wiesen statt, wir haben da einen sehr guten Überblick“, bekräftigt Pressesprecher Hans-Günther Adrian. „Die Veranstalter bekommen von uns schon lange vorher genaue Anweisungen. Außerdem kontrollieren wir die Holzgebilde noch einmal, bevor es losgeht. Da weisen wir dann auch auf die Trockenheit hin.“ Die Feuerwehr sei sensibilisiert – wie immer. „Wir sind gut aufgestellt“, macht der Pressesprecher deutlich.

Niederlande erhöhen Sicherheitsauflagen

In den Niederlanden werden die meisten Osterfeuer erst am Sonntag oder Montag entfacht – aber auch hier wird darüber noch heftig debattiert. Wegen der anhaltenden Trockenheit, der hohen Temperaturen und des zu erwartenden Windes haben die Feuerwehren in den Gebieten Veluwe und Gelderland sowie in der Region Twente (um Enschede) „Naturbrandrisiko Phase 2“ verhängt, eine Art „Code Orange/Rot“ auf der Gefahrenskala.

30 geplante Osterfeuer in Twente werden nun besonders kontrolliert: Sie dürfen nicht zu hoch geschichtet werden, das Publikum muss besonders großen Abstand halten und Extra-Löschwasser muss bereitgestellt werden. Trotzdem kann es noch sein, so die Feuerwehr Twente, dass im letzten Moment Genehmigungen zurückgenommen werden müssen. Etwa, wenn der Wind sich dreht.

Dutzende Osterfeuer in den Niederlanden abgesagt

79 geplante Osterfeuer in der Gemeinde Berkelland, nördlich von Wesel an der Grenze zum Münsterland, wird es hingegen mit Sicherheit nicht geben: Hier kann die Kommune nicht für die Sicherheit aller einzelnen Veranstaltungen garantieren. Auch in Laag-Soeren, rund 40 Kilometer nordwestlich von Emmerich, wurde alles abgesagt.

In Espelo in der niederländischen Provinz Overijssel kommt das Osterfeuer nun doch. Allerdings muss es kleiner ausfallen als in den Vorjahren. Der kleine Ort steht im Guinness-Buch der Rekorde für das größte Osterfeuer der Welt, gewann drei Jahre in Folge den landesweiten Wettbewerb in dieser „Disziplin“. In diesem Jahr aber darf nicht über sechs Meter gebaut werden. Das eigentlich geplante Osterfeuer ist bereits seit Wochen geschichtet worden, 6000 Kubikmeter Holz dürfen nun nicht angezündet werden. Das neue entsteht hundert Meter entfernt – und wird von Wassertanks umstellt. Zudem sorgen die Anwohner dafür, dass ihre Hausdächer befeuchtet werden.

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