Vor Tarifverhandlung

Arbeitgeberpräsident Kirchhoff spricht von Verteilungskampf

IG Metallchef Jörg Hofmann kündigte bereits an, dass man die Gewerkschaft in der Lage sei, ihre Mitglieder zu mobilisieren, wenn es darauf ankommt. Am 1. März 2021 endet die Friedenspflicht - davor stehen ab Mitte Dezember erst einmal die Verhandlungen in der Metall- und Elektrobranche mit gut 3,8 Millionen Beschäftigten, davon rund 700.000 in NRW.

IG Metallchef Jörg Hofmann kündigte bereits an, dass man die Gewerkschaft in der Lage sei, ihre Mitglieder zu mobilisieren, wenn es darauf ankommt. Am 1. März 2021 endet die Friedenspflicht - davor stehen ab Mitte Dezember erst einmal die Verhandlungen in der Metall- und Elektrobranche mit gut 3,8 Millionen Beschäftigten, davon rund 700.000 in NRW.

Foto: Oliver Dietze / dpa

Düsseldorf.  Im Dezember starten in der Metallbranche Tarifverhandlungen. Vorab gibt es mehr ziemlich lautes Säbelrasseln.

Eine Viertelmillion Beschäftigte in der Metall- und Elektrobranche haben ihre Wünsche für die anstehenden Tarifverhandlungen geäußert. Davon rund 50.000 allein aus Nordrhein-Westfalen. Oberste Priorität hatte laut IG Metall Mitgliederbefragung die Beschäftigungssicherung.

Nicht überraschend in der anhaltenden Krise mit Kurzarbeit und drohendem Arbeitsplatzabbau. Ein von der IG Metall vorgeschlagenes Instrument heißt Arbeitszeitreduzierung durch eine „4-Tage-Woche“ , und zwar mit Teilentgeltausgleich. Dazu eine Lohn- und Gehaltssteigerung von vier Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

Arbeitgeber sehen Arbeitsplätze gefährdet

Eine Forderung, die die Arbeitgebervertreter für vollkommen unangemessen halten. „Warum die Gewerkschaft ausgerechnet in dieser schweren Rezession Unternehmen zusätzliche Arbeitskostenbelastungen aufbürden will, ist mir schleierhaft“, erklärte der Sauerländer Unternehmer Arndt G. Kirchhoff (Foto), Präsident des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen (Metall NRW). Eine auch nur annähernde Umsetzung dieser Forderung werde in Deutschlands bedeutendsten Industriezweig viele Arbeitsplätze aufs Spiel setzen , glaubt Kirchhoff, der davon spricht, dass die IG Metall zur Unzeit einen Verteilungskampf anzettele.

Es geht einigen Unternehmen wieder deutlich besser als im Frühjahr, als der Corona-Shutdown die Wirtschaft teilweise zum Erliegen brachte – etwa durch Stillstand der Bänder in der Autoindustrie. Aus Sicht des Präsidenten von Metall-NRW hat sich an der komplexen und schwierigen Lage seitdem allerdings nicht viel verändert. Tatsächlich herrscht nach wie vor Ungewissheit in vielen Bereichen. „Die Unternehmen haben seit dem Frühjahr massiv an Eigenkapital verloren , viele kämpfen mit Liquiditätsengpässen“, erinnert Kirchhoff.

Gewerkschaft: Mehr Entgelt hilft in der Krise

Die Tarifverhandlungen werden bundesweit im Dezember starten, je nach Tarifregion um ein paar Tage versetzt. In NRW mit rund 700.000 Beschäftigten in der Branche, sitzen sich Arndt G. Kirchhoff und IG Metall-Bezirksleiter Knut Giesler ab dem 16. Dezember gegenüber. Beschäftigungssicherheit sei das eine, „wir müssen aber dort, wo es möglich ist, über die Stärkung der Kaufkraft einen Beitrag zu Stabilisierung der Konjunktur leisten“, fordert der IGM-NRW-Chef.

Eine leichte Verhandlung wird es nicht, war es auch vor knapp drei Jahren nicht, als ein so komplexes Tarifwerk herauskam, dass sich mancher Mittelständler überfordert oder gar übervorteilt sah. Arndt G. Kirchhoff warnt daher mit Blick auf die Forderungen: „So verpasst die IG Metall auch der Akzeptanz für den Flächentarif einen schweren Schlag.“

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