Autobahn

A 45-Ausbau: Sauerlandlinie bekommt keinen Flüsterasphalt

Beim aktuellen Ausbau der Sauerlandlinie verzichtet der Landesbetrieb Straßen NRW auf die Verwendung von Flüsterasphalt.

Beim aktuellen Ausbau der Sauerlandlinie verzichtet der Landesbetrieb Straßen NRW auf die Verwendung von Flüsterasphalt.

Foto: Carsten Menzel

Hagen/Siegen.   Der Landesbetrieb Straßen NRW verzichtet auf den lärmmindernden Straßenbelag beim sechsspurigen Ausbau der Autobahn. Der Grund: eine Jahreszeit.

Wirklich alt wird er nicht – der OPA auf der Straße. Und flicken lässt er sich auch schlecht. Der „offenporige Asphalt“ (OPA), besser bekannt als Flüsterasphalt, hat seine Vor- und Nachteile. Und macht ihn damit irgendwie zu einem schwierigen Terrain.

Beim begonnenen sechsspurigen Ausbau der A 45 (Sauerlandlinie) spielt der OPA aber nicht alleine deswegen keine Rolle. „Es war eine Grundsatzentscheidung“, sagt Ludger Siebert von der Regionalniederlassung Südwestfalen von Straßen NRW: Weil der Asphalt wegen seiner Hohlraumstruktur gut Lärm schluckt, sei er im Winter auch anfällig für „die Ausbildung von Eislinsen“. Die Folge: „Der Winterdienst muss deutlich mehr Salz streuen als auf herkömmlichem Straßenbelag“, erklärt Ludger Siebert.

Bei Brücken würde sich Mehraufwand ergeben

Für die Höhenzüge der Sauerlandlinie sei der Flüsterasphalt deswegen, anders als auf Straßen im Rhein- oder Münsterland, kein Belag der Wahl. Zumal: Brücken müssten wegen der besonderen Drainageeigenschaft des OPA – er lässt Wasser besser abfließen – bei den Abläufen aufwendiger konzipiert werden. Und Brücken hat die Sauerlandlinie bekanntlich reichlich. Also auch dort würde sich ein Mehraufwand ergeben.

Auf den wenigen Abschnitten, wo in den zurückliegenden Jahren Flüsterasphalt auf der A 45 verwendet worden ist, greift Straßen NRW im Zuge des Ausbaus zu einem anderen Kniff: Dort sollen die Querneigungen der Fahrbahn erhöht werden, um Wasser besser ablaufen zu lassen.

Die Lärmschutzvorgaben entlang der Route will Straßen NRW durch den Bau von Lärmschutzwänden einhalten, kündigte Ludger Siebert an.

Hohlräume schlucken Abroll- und Motorengeräusche

„Die Mischung ist eine völlig andere: Normaler Asphalt ist feinkörniger, Flüsterasphalt hat mehr Hohlräume“, erläutert Maximilian Hilmers, Ingenieur beim Spezial-Bauunternehmen Feldhaus in Schmallenberg, auf unsere Nachfrage den Unterschied zwischen den Straßenbelägen.

Die grobere Körnung des OPA wird durch ein Spezialbitumen zusammengehalten. Der Effekt: Durch die Hohlräume (Poren) werden Abroll- und Motorengeräusche besser geschluckt. Und: „Es bildet sich bei nasser Fahrbahn weniger Sprühnebel“, sagt Hilmers; es entsteht also weniger Gischt.

Einen Ersatz für den lärmmindernden, aber altersanfälligen OPA ist noch nicht gefunden. „Es ist nicht so, dass Prüfer und Stellen besonders langsam sind“, sagt Bernd Hinrichs, der Sprecher des „Deutschen Asphaltverbandes“: „Sondern man braucht lange Messreihen.“

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