Oper in Bayreuth

So kommt man jetzt noch an Karten für die Wagner-Festspiele

Das Richard-Wagner-Festspielhaus in Bayreuth. Foto: Matthias Merz/dpa

Das Richard-Wagner-Festspielhaus in Bayreuth. Foto: Matthias Merz/dpa

Bayreuth.  Bundeskanzlerin Merkel reist zur Eröffnung der Festspiele auf dem Grünen Hügel in Bayreuth. Wir verraten, wie Normalsterbliche zu Wagner kommen.

Angela Merkel führt die Liste der Ehrengäste an, wenn am Donnerstag, 25. Juli, die Richard-Wagner-Festspiele auf dem Grünen Hügel in Bayreuth eröffnet werden. Die Bundeskanzlerin ist bekanntlich bekennende Wagnerianerin. Auch Eva Lind, Harald Krassnitzer, der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm und der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick gehören zu den Prominenten, die über den Roten Teppich ins Festspielhaus schreiten, um den neuen Tannhäuser in der Regie von Tobias Kratzer und unter dem Dirigat von Valery Gergiev zu erleben.

Schon zum 108. Mal hebt sich der Vorhang für das einzige deutsche Musikfestival von internationalem Rang. Die Premiere wird live in SWR2 übertragen und ist leicht zeitversetzt in zahlreichen Kinos zu sehen. Beim Eröffnungsabend ist die Kanzlerin Gast der Stadt Bayreuth. Bleibt sie länger, bezahlt sie ihre Karten selbst.

Erstmals singt Anna Netrebko

Doch was ist mit den normalen Opernfreunden? Schließlich gibt es für die ganze Spielzeit vom 25. Juli bis zum 29. August nur rund 58.000 Tickets. In manchen Sommern stand dem eine Nachfrage von 500.000 Bestellungen gegenüber, so dass die Wagnerianer bis zu zehn Jahre auf den begehrten Einlassschein warten mussten. Diese Situation hat sich seit der Einführung des elektronischen Ticketings deutlich entspannt. Dennoch: Erstmals singt am 14. und 18. August Anna Netrebko auf dem Grünen Hügel, als Elsa im Lohengrin. Diese Karten werden im Internet das Stück teilweise für über 3000 Euro gehandelt.

Festspiel-Sprecher Peter Emmerich erläutert im Interview mit unserer Redaktion, wie auch der Normalsterbliche noch zu Tannhäuser, Tristan, Parsifal, Lohengrin und den Meistersingern kommen kann.

Gibt es noch Karten - und wird ein weiterer Online-Verkauf für Kurzentschlossene angeboten?

Peter Emmerich: In einem äußerst beschränkten Umfang gibt es noch einige Karten, so dass sich ab und an der Blick in den Ticketshop lohnen kann. Es handelt sich dabei quantitativ um keine sehr großen Mengen und qualitativ auch nur um eine sehr begrenzte Auswahl. Aber einen echten zweiten Online-Verkauf wird es nicht geben, da wäre der organisatorische Aufwand zu hoch.

Gibt es einen besonderen Run auf die Lohengrin-Vorstellungen mit Frau Netrebko - oder nivelliert sich das angesichts der ohnehin großartigen Sänger?

Den Run auf die beiden Lohengrin-Aufführungen mit Frau Netrebko als Elsa hat es durchaus gegeben und Karten für die beiden Tage (14. und 18. August) werden auch jetzt noch teils sehnsüchtig nachgefragt. Aber, Sie haben recht, es ist zwar eine kleine Sensation, dass sie hier singen wird, jedoch im Umfeld der wirklich durchgängig großartigen Besetzungen entstand nicht jener „Super-Hype“.

Müssen die Besucher wieder mit Taschenkontrollen rechnen?

Die Besucher müssen sich leider nach wie vor wie in den vergangenen Jahren auf erhöhte Sicherheitsmaßnahmen einstellen, die nach Einschätzung der zuständigen Behörden unerlässlich sind.

www.bayreuther-festspiele.de

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