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Hagener Hundebesitzer zahlen am meisten Hundesteuer

Knapp 50.000 Hunde leben in Südwestfalen.

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Knapp 50.000 Hunde leben in Südwestfalen. Foto: DPA

Südwestfalen.  Einige Gemeinden in Südwestfalen lassen Hunde zählen, um Steuersünder zu entlarven. Schätzungsweise sind bis zu 25 Prozent nicht angemeldet.

Fiffi, Bello und Waldi spülen Geld in die Stadtkassen, denn Frauchen und Herrchen müssen für ihre Vierbeiner Steuern zahlen. In Sundern soll ab 2018 eine „Hundebestandsaufnahme“ klären, ob auch jeder beste Freund des Menschen in der Stadt ordnungsgemäß gemeldet ist. Denn nur deren Besitzer zahlen auch Steuern. Einige Gemeinden setzten daher auf Hundezählungen. Die Westfalenpost zeigt, wo wie viele Hunde in Südwestfalen leben und was sie den Besitzer an Steuern kosten.

Fast 50.000 Tiere

43.289 Fiffis leben in 17 südwestfälischen Gemeinden. Die meisten Fellnasen leben in Hagen mit 9.800 Tieren. Die wenigsten sind es in Bad Berleburg mit 1.287. Wie viele Hunde je Rasse oder Größe gehalten werden, wird bei den Kommunen in der Regel nicht erfasst. In Bad Berleburg müssen Hunde, die größer als 40 Zentimeter sind und mehr als 20 Kilogramm auf die Waage bringen, extra angemeldet werden. In Soest werden Rassen bei Großhunden erfasst. Die beliebtesten sind Labradore mit 254 von insgesamt 3.027 Hunden in der Stadt.

Stichproben oder Zählungen

„Erhebungen anderer Kommunen zeigen, dass es eine Dunkelziffer nicht angemeldeter Hunde im Bereich von 15 bis 25 Prozent des gesamten Bestandes gibt“, erklärt Lennestadts Sprecher Martin Steinberg. Dies könne eine Stadt wegen „Gleichbehandlung und der Steuergerechtigkeit“ nicht hinnehmen. Deshalb würden Mitarbeiter der Stadt immer wieder prüfen, ob die Hunde auch eine Steuermarke tragen.

Viele Kommunen setzten allerdings auf Hundezählungen. So zum Beispiel Hagen: Vor knapp eineinhalb Jahren sei geprüft worden, ob alle Vierbeiner gemeldet sind, erklärt Stadtsprecher Michael Kaub. „Zwei Kollegen sind von Tür zu Tür und von Park zu Park gegangen.“ Es habe der Stadt 800 Neuanmeldungen beschert.

In Menden und Meschede werden externe Firmen mit den Kontrollen beauftragt. „Wir kündigen die Kontrollen vorher auch in den Medien an“, erklärt Jörg Fröhling, Sprecher der Stadt Meschede.

In einigen Gemeinden hingegen gibt es nur Stichproben. In Olpe vertraue man auf die Anmeldungen. 2014 seien mit den Grundbesitzabgabebescheiden auch Fragen zum Hundebesitz verschickt worden, berichtet Christoph Tump aus der Verwaltung der Stadt Olpe.

Das kostet Bello

Besitzer müssen je nach Wohnort unterschiedlich hohe Hundesteuern zahlen. Am günstigsten ist es in Attendorn mit 48 Euro für einen Hund – mit 180 Euro für einen Vierbeiner führt Hagen den Steuersatz in ganz Nordrhein-Westfalen nach Zahlen des Bundes für Steuerzahler an. Die Steuern werden nach der Anzahl der Vierbeiner gezahlt. Unterscheidung nach Größe oder Rasse werden in Südwestfalen nicht gemacht.

Listenhunde

In den südwestfälischen Städten gelten für die sogenannten Listenhunde bestimmte Auflagen für Besitzer wie eine Maulkorb- und Leinenpflicht.

Auch steuerlich sind diese Tiere oder als „gefährlich“ geltende Hunde besonders teuer – sie kosten teilweise das vierfache im Vergleich zur regulären Hundesteuer. In Schwelm kosten sie 1.000 Euro und Meschede in 600 Euro. Diese Sondersteuer müsse bei Hunden mit bestandenem Wesenstest nicht gezahlt werden, heißt es von den Stadtsprechern Heike Rudolph und Jörg Fröhling.

Strafen

Wer die Hundesteuer nicht zahlt und erwischt wird, begehe nach den Aussagen der Stadtsprecher eine Ordnungswidrigkeit. Dafür kann in Hagen oder Olpe eine Geldbuße bis zu 5.000 Euro fällig werden. Zudem müssen die Steuern nachgezahlt werden. Der Mescheder Stadtsprecher erklärt, dass dazu auch Nachweise nötig sind. „Mit einem Kaufvertrag oder einem Impfpass müssen uns die Besitzer nachweisen, seit wann sie die Tiere haben“, sagt Fröhling.

>> HINTERGRUND:

Die Hundesteuer habe auch eine ordnungspolitische Funktion zu erfüllen, erklärt Jens Holsteg, Stadtsprecher von Wetter. Die Höhe der Steuer solle den Bestand der Hunde auf ein für „unsere Zivilisation verträgliches Maß“ regulieren.

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