Neujahrskonzert

Hagener Philharmoniker mit Tango und Walzer ins neue Jahr

Joseph Trafton, Generalmusikdirektor in Hagen, beim Neujahrskonzert mit den Hagener Philharmonikern.

Foto: Ralf Rottmann

Joseph Trafton, Generalmusikdirektor in Hagen, beim Neujahrskonzert mit den Hagener Philharmonikern. Foto: Ralf Rottmann

Hagen/Schmallenberg.   Tango bis Polka: Mit Beifall im Stehen feiert das Publikum das beliebte Neujahrskonzert der Hagener Philharmoniker. Am Samstag in Schmallenberg.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Es muss nicht immer nur Walzer sein. Der Tanz an und für sich ist eine regelrechte Fundgrube für musikalische Entdecker. Das zeigen die Hagener Philharmoniker jetzt mit ihrem Neujahrskonzert. Es führt von Lateinamerika über Schottland, Spanien und Böhmen bis nach Wien. Das Publikum feiert in Hagen mit Beifall im Stehen ein ebenso spannendes wie attraktives Programm. Am 6. Januar wird das Konzert in der Stadthalle Schmallenberg wiederholt.

Musikalischer Jahresgruß

Die Neujahrskonzerte der Hagener Philharmoniker sind ebenso beliebt wie ihr berühmtes Wiener Gegenstück. Deshalb bedeutet es für Hagens neuen Generalmusikdirektor Joseph Trafton durchaus eine Herausforderung, seinen ersten musikalischen Jahresgruß durch eine eigene Handschrift zu prägen. Das ist dem jungen Amerikaner mit einer Weltreise auf den Spuren des Tanzes bestens gelungen. Vor allem aber ermöglichen die ausgewählten Stücke dem Publikum einen Einblick, mit welchem Können sich die Musiker in einem breiten Spektrum von Stilrichtungen bewegen.

Das trifft besonders auf Klaus Korte zu, den philharmonischen Fagottisten. Korte ist ebenfalls ein überaus begabter Saxophonist, der die Scaramouche-Suite von Darius Milhaud mit so brillanter Virtuosität und so lebendigem Gespür für den Swing interpretiert, dass die Zuhörer schon nach dem ersten Satz begeistert applaudieren.

Der Gaucho tanzt, und der Cowboy auch. Tänze sind ein universales Ausdrucksmittel der Menschheit. Für Komponisten sind sie bis heute interessant, weil sie die ursprüngliche Volksmusik bewahren und Rhythmen sowie Instrumentierungseffekte einsetzen, die in der Kunstmusik nicht so geläufig sind.

Für das Orchester sind diese Stücke alles andere als einfach, denn es muss auf der Kurzstrecke mit jedem Werk eine ganze Welt in Miniatur neu entstehen lassen. Aber die Musiker haben viel Spaß bei dieser Aufgabe, und Joseph Trafton dirigiert voller Leidenschaft und Temperament. Dabei hat die Schlagzeuggruppe viel zu tun, denn bei den südamerikanischen Tangos, Malambos und Danzons von Alberto Ginastera, Astor Piazzolla, Arturo Márquez sowie Georges Bizets Aragonaise und Habanera werden das Feuer und der rhythmische Drive durch eine Vielzahl von Percussion-Instrumenten angefacht: kleine Trommel, Tenortrommel, Rührtrommel, Pauken, Tom-Toms, Tamtam, Tambourin, Kastagnetten, Holzblöcke, Reco-reco, Timbales und das Schrapinstrument Guiro, auch Ratschgurke genannt.

Zauberhaftes Flötenlied

Aber nicht nur die Schlagzeuger, alle Register brillieren auch solistisch. Der durch den Dirigenten Gustavo Dudamel so bekannt gewordene Danzón Nr. 2 von Arturo Márquez beginnt mit einem wunderschönen Klarinettenauftakt, weitere Soli für Oboe, Klavier, Geige und Trompete folgen; der langsame Satz aus Malcolm Arnolds vier schottischen Tänzen besticht mit einem zauberhaften Flötenlied, und in Antonin Dvoraks Slawischen Tänzen begeistern die Holzbläser mit leuchtenden Klängen.

So startet 2018 musikalisch mit einem faszinierenden Panorama unerwarteter Farben und exotischer Effekte: In Aaron Coplands „Hoedown“ klappern die Pferdehufe der Cowboys, und in der Winterlust-Polka von Josef Strauß klingeln die Schlittenglocken, während die Peitsche knallt.

Natürlich führen auch beim Tanz irgendwann alle Wege nach Wien und zur Familie Strauß. Im Frühlingsstimmen-Walzer von Johann Strauß Sohn dirigiert Joseph Trafton die Philharmoniker in schöner dynamischer Abstufung, und im „Persischen Marsch“ arbeitet er das pikante Parfüm der Becken und Schellen heraus. Restlos glücklich ist das Publikum schließlich beim Donauwalzer, dessen Einleitung Trafton über flimmernden Streichern leise und geradezu genüsslich ausspielt.

Die Zugaben vereinen die alte und die neue Welt: Tico Tico heizt den Besuchern noch einmal richtig ein, bevor sie mit dem Radetzky-Marsch, der niemals fehlen darf, beschwingt in das neue Jahr entlassen werden.

Das Konzert erklingt am Samstag, 6. Januar, um 19 Uhr in der Stadthalle Schmallenberg.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Mehr zum Thema
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik