Wirtschaft

Mit drohenden Dieselfahrverbote wächst Interesse an E-Autos

Eine Menge Batterien unter der Haube, hat dieser VW-Bus T2, den Uwe Koenzen von „Classic-eCars“ aus Hilden für einen Bäckereibetrieb zum E-Mobil umgebaut hat.

Foto: MATTHIAS GRABEN

Eine Menge Batterien unter der Haube, hat dieser VW-Bus T2, den Uwe Koenzen von „Classic-eCars“ aus Hilden für einen Bäckereibetrieb zum E-Mobil umgebaut hat. Foto: MATTHIAS GRABEN

Wuppertal.   Der Landesverband Erneuerbare Energien und die IHK-NRW zeigen Unternehmern, wie und warum sich ein Umstieg auf Elektromobilität lohnt.

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Dass ein beinharter Grüner ins Schwärmen gerät, wenn es um die Beschleunigung und den Fahrspaß eines Autos geht, verblüfft nur denjenigen, der noch nie am Steuer eines Elektroautos saß. „Der Spaß am Fahren ist ein ganz wichtiger Punkt“, sagt Reiner Priggen, im vergangenen Jahr noch Chef der Grünen-Landtagsfraktion in Düsseldorf. Priggen redet über E-Mobilität in Kombination mit Öko-Strom. Nun, nach seinem Abschied aus dem Landtag, ist er als Vorsitzender des Landesverbandes Erneuerbare Energien (LEE) weiter im Dienste der Ökologie unterwegs – und das mit viel Schwung.

Durchbrüche beim Preis erwartet

Zum Beispiel, wenn es darum geht, Handwerkern und kleineren Gewerbetreibenden die Angst vor Dieselfahrverboten zu nehmen. Die Umrüstung auf Elektromobilität ist machbar und bezahlbar, lautet die Quintessenz der Informationsveranstaltung, die der Verband LEE gemeinsam mit der IHK-NRW und Institutionen des Landes NRW in dieser Woche in Wuppertal für den Mittelstand anbot.

Die Zeit scheint reif dafür zu sein. Im Zuge drohender Dieselfahrverbote, gewinnt Elektromobilität im Innenstadtverkehr noch einmal deutlich an Fahrt. „Durch das Leipziger Urteil ist deutlich geworden, dass das Problem mit Luftbelastungen nicht wegzudiskutieren ist“, sagt Priggen. Immerhin rund 150 Interessierte, darunter zahlreiche Unternehmer, ließen sich in Wuppertal informieren.

Dass sich der Umstieg auf ökologische Antriebe heute bereits rechnen kann, belegen Beispiele wie die des Hagener Unternehmers Hans Peter Scheene, der mit seinem Betrieb, der Gebäudereinigung Werner Scheene, seit 2012 auf klimafreundliche Mobilität und sauberen Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage setzt. Scheene hat das Ziel, dass sein Unternehmen CO2-neutral arbeitet. Zudem ist er überzeugt, dass es sich auch noch rechnet. Bei Berücksichtigung von Steuerersparnissen und geringeren Unterhaltungskosten der Fahrzeuge, amortisiere sich die Anschaffung nach ein paar Jahren.

„Elektromobilität muss günstiger sein als die Verbrennertechnik“, sagt Reiner Priggen. Noch seien die Batterien eigentlich zu teuer, aber seiner Ansicht nach nicht mehr lange: „Wir werden Durchbrüche bekommen“, ist er überzeugt, auch weil langsam die deutschen Autobauer in die Gänge kommen. Und die Entwicklung nimmt nicht nur technologisch weiter Fahrt auf. Das Land Nordrhein-Westfalen hat für Umsteiger die Förderung seit Februar dieses Jahres noch einmal ausgeweitet. „Sowohl für Unternehmen und Kommunen, als auch für Private gibt es erhöhte Förderungen. Die Nachfrage seit Februar ist enorm“, sagt Burkhard von Reis, bei der Bezirksregierung Arnsberg zuständiger Leiter für die E-Förderprogramme (siehe Box).

Weitere Infoveranstaltungen

Dass andere europäische Länder wie Norwegen, aber auch Frankreich den Umstieg mit noch viel höheren Subventionen befeuern, könnte man beklagen – aber „wir blicken nach vorne“, beschreibt Priggen die Aufbruchstimmung. „Wir diskutieren auch nicht, warum das alles so spät kommt, und nicht, wer am Dieselgate schuld ist. Wir wollen einfach zeigen, was geht und sachlich informieren.“

Wen das heute nicht interessiere, der komme eben in fünf Jahren, sind sich die Experten sicher. Vorher, nämlich in den nächsten Wochen, kommen LEE und IHK aber noch in die anderen Regionen Nordrhein-Westfalens und zeigen, wie der Umstieg auf Elektromobilität für Kommunen, Gewerbetreibende und Private sich lohnen kann. Im April findet die nächste Infoveranstaltung in Paderborn statt, noch im Sommer soll Südwestfalen Anlaufpunkt sein. Die genauen Termine gibt der Landesverband LEE noch bekannt.

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