Home-Office-Tagebuch

Mit Kind im Home-Office: Auf Streife mit der Plastikpolizei

Beschäftigung in der Corona-Krise: der Plastikpolizist im Einsatz.

Beschäftigung in der Corona-Krise: der Plastikpolizist im Einsatz.

Foto: Annika Rinsche

Wie füllen wir die Tage mit Kind sinnvoll, fragt sich unsere Autorin. Und wird zum Hilfssheriff der ambitionierten Plastikpolizei.

Ich vermisse unsere Kita. Besonders die Erzieher. Vielleicht sogar etwas mehr als das Kind. Was die sich immer einfallen lassen! Das fällt besonders auf, weil ich mir jetzt immer etwas einfallen lassen muss.

Wenn ich das mal überschlage, hat mein Sohn in den vergangenen drei Monaten, also vor Corona, mit seiner Kita mehr Theaterstücke genossen als ich in drei Jahren. Außerdem: einwöchiger Trommelworkshop, Sport im Mini-Club. Besuch im Wald, im Zoo, auf dem Weihnachtsmarkt. Bücherwoche.

Die unfreiwillige Kita-Pause senkt das Niveau nun merklich. Zu meiner Verteidigung: Bis auf Wald und Park ist momentan auch ziemlich viel geschlossen. Und dort kennen wir mittlerweile schon jeden Baum, und die Eichhörnchen begrüßen uns lässig mit High Five.

Ausgebildeter Plastikpolizist im Einsatz

Ein pädagogisch anspruchsvolles Angebot muss her. Zum Glück kann ich einfach eins mopsen, das die Kita wegen Corona nicht beenden konnte: die Müllwoche! Da das Kind bereits ausgebildeter Plastikpolizist ist, kann ich mir die Grundausbildung schenken und direkt auf Streife gehen. Allerdings bin ich nur Hilfssheriff, und muss den Eimer tragen, während wir ums Haus ziehen und pflichtbewusst kaputte Feuerzeuge und leere Chipstüten aus dem Gebüsch zerren. Also eher ich, weil der Plastikpolizist zwar mit großem Engagement Müll entdeckt, ihn aber gleichzeitig „viel zu ekelhaft“ findet.

Am Ende des Tages bin ich sehr zufrieden mit mir, weil: an der frischen Luft gewesen, Kind hat was gelernt, und wir haben gemeinsam etwas Gutes für die Umwelt getan. Also falls Sie auch noch nicht wissen, was Sie heute Sinnvolles mit der Familie unternehmen wollen: bitte, gern geschehen.

Womit vertreiben Sie sich die Zeit? Wir freuen uns über weitere Ideen per Mail an zeitgeschehen@westfalenpost.de

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