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Ohne Bestellung – Anonyme Amazon-Pakete verwirren Empfänger

Immer häufiger erhalten Amazon-Kunden Pakete, die sie gar nicht bestellt haben. Was dahinter steckt, ist bislang nicht geklärt worden.

Immer häufiger erhalten Amazon-Kunden Pakete, die sie gar nicht bestellt haben. Was dahinter steckt, ist bislang nicht geklärt worden.

Foto: Julian Stratenschulte

Essen.   Amazon-Kunden erhalten Pakete – ohne überhaupt je bestellt zu haben. Amazon selbst spricht von „betrügerischen Methoden“ und droht den Absendern.

Mal ist es ein Fernglas, mal ein neues Smartphone für 200 Euro, ein anderes Mal auch Sexspielzeug – In Deutschland haben Amazon-Kunden absenderlose Pakete erhalten, ohne dass sie auf dem Online-Marktplatz je eine Bestellung dafür abgegeben, geschweige denn für die Produkte bezahlt haben. Und ohne, dass Amazon selber von dem Versand der Pakete Bescheid weiß, wie die Verbraucherzentrale NRW in einer Pressemitteilung verkündete.

Pakete dürfen behalten werden

Behalten dürfen die ungewollten Empfänger die Pakete trotzdem, denn: Juristisch gesehen kann der Empfänger mit dem Paketinhalt machen, was er möchte. Es gibt weder eine Pflicht, den Absender zu kontaktieren, selbst wenn ein Herkunftsnachweis im Paket liegen sollte, noch eine beiliegende Rechnung zu bezahlen (§ 3 Abs. 3 des UWG - Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb). Bleibt die Frage, von wem kommen die Pakete – und warum werden sie verschickt?

Bislang ist lediglich eines klar: Die Pakete kommen nicht von Amazon selbst, sondern über den separaten Marketplace, auf dem sich tausende Händler aufhalten. Über die Gründe für den Versand kann momentan nur spekuliert werden. Eine der Vermutungen: Händler aus dem asiatischen Raum eröffnen einen Zweit-Account bei Amazon unter den Namen der Adressaten und schließen in der Folge den Verkauf von Artikeln ab.

Amazon spricht von betrügerischen Methoden

So stiegen die Artikel im angezeigten Verkaufs-Ranking von Amazon, positive Bewertungen des Artikels oder des Shops seien so zudem möglich. Verwunderlich ist nur, dass diese Strategie auf Billigprodukte passen würde, jedoch weniger auf gut verkaufte, teure Smartphones, die bereits hunderte Bewertungen haben.

Amazon selbst spricht von „betrügerischen Methoden“ und beteuert mit den mysteriösen Paketen nichts zu tun zu haben: „Verkäufer haben in diesem Zusammenhang weder Namen noch Adressen von Amazon erhalten“, sagt Tobias Goerke von der Presseabteilung des Unternehmens. Den Absendern der Pakete droht Amazon mit Sperre, Zurückhaltung von Zahlungen und Einleitung rechtlicher Schritte.

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