Syrien-Konflikt

Staatsschutz ermittelt nach Stichverletzung bei Mahnwache

Der Sternplatz in Lüdenscheid aus der Luft betrachtet.

Der Sternplatz in Lüdenscheid aus der Luft betrachtet.

Foto: Hans Blossey / Archiv

Lüdenscheid.  Bei einer Mahnwache wegen des Konflikts in Syrien wurde ein Mann in Lüdenscheid schwer verletzt. Der Staatsschutz wertet nun Videos der Demo aus.

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Nach einer Stichverletzung während einer Mahnwache in Lüdenscheid hat der Staatsschutz Handyvideos von Zeugen und die Aufnahmen von Überwachungskameras sichergestellt. Aus dem Bildmaterial soll hervorgehen, wie es zu dem Angriff auf einen 50 Jahre alten Mann gekommen ist.

Eine zwischenzeitlich eingerichtete Mordkommission wurde inzwischen wieder aufgelöst. Die Polizei geht von einer gefährlichen Körperverletzung aus und prüft nun, ob diese vorsätzlich oder fahrlässig begangen wurde.

Das türkischstämmige Opfer, das am Mittwochabend mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht wurde, war nach ersten Erkenntnissen der Polizei kein Teilnehmer der pro-kurdischen Demonstration, sondern stand in einer Gruppe von Männern mit türkischen Flaggen, welche die Veranstaltung störten. Das bestätigte ein Polizeisprecher auf Anfrage unserer Redaktion. Abschließend lasse sich aber noch nicht bewerten, zu welcher Volksgruppe das Opfer gehöre.

Deutlich mehr Teilnehmer als erwartet

Der 50-Jährige soll nach Polizeiangaben ansprechbar sein und konnte bereits kurz zu dem Vorfall befragt werden. Der unbekannte Täter ist flüchtig, auch eine Tatwaffe ist bislang nicht gefunden worden.

Die Partei Die Linke hatte die Kundgebung unter dem Motto „Nein zum türkischen Überfall auf die Kurden in Syrien“ angemeldet. Zu der Demonstration auf dem Sternplatz, die am Mittwoch um 17 Uhr starten sollte, hatten die Anmelder laut Polizei mit 50 Teilnehmern gerechnet. Gekommen seien dann rund 200, sagt Dietmar Boronowski, Pressesprecher der Polizei im Märkischen Kreis.

Schon kurz vor Beginn der Veranstaltung hätten die Teilnehmer plötzlich lautstark Parolen gerufen. Nach der Attacke wurde die Mahnwache abgebrochen.

Weitere Körperverletzung am Rande der Demo

Am Rande kam es noch zu einer weiteren Körperverletzung, bei der zwei Männer leicht verletzt wurden Ein 23 Jahre alter Mann aus Lüdenscheid soll einen 36-Jährigen angegriffen haben, erklärte die Polizei. Er wurde kurzzeitig festgenommen und muss sich nun wegen gefährlicher Körperverletzung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte verantworten.

Die Attacken in Lüdenscheid waren nicht die ersten gewalttätigen Auseinandersetzungen bei ähnlichen Kundgebungen seit dem türkischen Einmarsch in Syrien. Während einer Kurden-Demonstration in Herne waren am Montag bei Ausschreitungen fünf Menschen verletzt worden. Bei Protesten in Bottrop gab es am Mittwochabend acht Verletzte.

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