Exporte

Südwestfalens Mittelstand zögert bei Auslandsinvestitionen

Deutsche Produkte sind immer noch gefragt in der Welt.

Deutsche Produkte sind immer noch gefragt in der Welt.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Hagen.  Die Unternehmen in Südwestfalen sind besorgt wegen globaler Handelskonflikte. Vor allem in zwei Länder schwindet das Vertrauen zusehends.

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China verlässlicher als die USA oder Großbritannien? Tatsächlich. Zumindest in der Einschätzung mittelständischer Unternehmen und in ihrer Rolle als Handelspartner. Das ist ein Ergebnis aus der Studie der Commerzbank „Wie sicher sind die Märkte? Risiken managen im internationalen Geschäft“.

Einmal im Jahr werden dafür 2000 Eigentümer und Manager befragt. Marc Werner, Niederlassungsleiter Firmenkundengeschäft für die Region Dortmund – Hagen/Sauerland stellte die Ergebnisse am Freitag in Hagen vor.

Hohe Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Geschäft

53 Prozent der Unternehmen aus NRW exportieren. Dieser Internationalisierungsgrad ist seit mehr als zehn Jahren stabil. Wichtigster Treiber dafür nach Ansicht der Mittelständler: Made in Germany. Deutsche Produkte haben eine hohe Wettbewerbsfähigkeit. Und wer sein internationales Engagement verstärkt, profitiert davon, dass die Digitalisierung die Geschäftsbeziehungen erleichtert.

Und was gefährdet sie? Die Hitliste der Probleme: zunehmende globale Handelskonflikte, Auswirkungen von Sanktionen, Außen- und Handelspolitik der USA, Brexit. Dazu: Dieselkrise, Klimawandel, Schuldenkrise.

Einheitliche europäische Haltung gegenüber USA gefordert

Was für exportierende Unternehmen stets das Ärgernis Nr. 1 war, bleibt an der Spitze: hohe bürokratische Anforderungen. „Dass direkt dahinter politische Unberechenbarkeit und Instabilitäten im Ausland genannt werden, wäre vor zehn Jahren noch nicht möglich gewesen“, sagt Werner.

Dementsprechend haben sich auch die Wünsche an die Politik gewandelt: 88 Prozent wollen eine einheitliche europäische Haltung im Wirtschaftsstreit mit den USA, 85 Prozent fordern intensiveren Einsatz für die industriepolitischen Interessen Deutschlands.

Folge der Unsicherheiten: „Manche Unternehmen mit Potenzial zögern bei Auslandsinvestitionen“, beobachtet Marc Werner. „Unternehmen aus unserer Region haben aber unverändert gute Chancen auf den Weltmärkten und sollten sie weiter nutzen.“

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