Tanztheater

Ricardo Fernando kommt zurück: Für ein Gastspiel in Iserlohn

Ballettdirektor Ricardo Fernando mit seiner Frau und Assistentin Carla Silva

Ballettdirektor Ricardo Fernando mit seiner Frau und Assistentin Carla Silva

Foto: Foto: Privat

Iserlohn/Hagen.  Der frühere Hagener Ballettchef Ricardo Fernando feiert mit dem Staatsballett Augsburg Erfolge. Jetzt kommt er für ein Gastspiel zurück.

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Was macht eigentlich Ricardo Fernando? Der langjährige populäre Ballettdirektor des Theaters Hagen kehrt jetzt in die Region zurück. Zusammen mit dem Ballett des Staatstheaters Augsburg zeigt er am 14. Februar im Parktheater Iserlohn das dreiteilige Programm „Dimensions of Dance.“ Im Interview schildert der Brasilianer, was der Wechsel vom Theater Hagen zum Staatstheater Augsburg für ihn und seine Familie bedeutet hat.

Sie waren mit Ihrer Frau und Assistentin Carla Silva sehr lange in Hagen, Ihre Tochter ist dort groß geworden. Bereuen Sie die Entscheidung, nach Augsburg zu wechseln?

Ricardo Fernando: Nach Augsburg zu gehen, war ein Risiko für uns, denn nach 15 Jahren waren wir in Hagen schon unkündbar. Und dann noch einmal woanders ganz von vorne anfangen? Das war verrückt. Anfangs waren auch die Zeitungen skeptisch, weil mein Vorgänger viel mit Spitzentanz gearbeitet hat und ich eine andere Handschrift habe. Aber wir sind Künstler aus der internationalen Tanzszene, wir brauchen uns nicht zu verstecken. Und bei mir und Carla gibt es nur vollen Einsatz, volle Power, anders geht es nicht.

Man kann derzeit in Augsburg bereits vor den Premieren keine Karten mehr für die Ballettvorstellungen kaufen.

Es ist unglaublich, was hier passiert, eine Vorstellung nach der anderen ist ausverkauft. Die Leute beschweren sich schon an der Kasse. Ich habe natürlich einige Choreographien aus Hagen mitgebracht, wir spielen Giselle, es ist immer ausverkauft. Wenn wir im Internet Zusatzvorstellungen anbieten, sind die Karten kurz darauf weg. Normalerweise werden Carla und ich gerufen, wenn ein Ballett am Boden liegt, doch in Augsburg gab es schon eine erfolgreiche Compagnie, die allerdings vom Spitzentanz geprägt war. Aber ich habe neue Ideen eingebracht, und das hat funktioniert.

Ihre Compagnie ist jetzt größer als in Hagen?

Derzeit arbeiten wir mit 18 Tänzern, und da Augsburg Staatstheater geworden ist, kann ich auf 22 Tänzer aufstocken, das ist natürlich sehr schön. Wir lehnen uns nie zurück und sagen: läuft. Niemals.

Frage: Sie sind schon häufig als Feuerwehrmann für kriselnde Tanzsparten verpflichtet worden, Bremerhaven, Chemnitz, Pforzheim, Regensburg, Hagen. Für Ihr idealistisches Engagement wurden Sie 2015 mit dem Anerkennungspreis des Deutschen Tanzpreises ausgezeichnet. Was ist Ihr Geheimnis?

Man muss sich als Theaterkünstler einer Sache immer bewusst sein: Das Publikum zahlt Geld dafür, und zwar nicht wenig. Du musst also etwas Tolles bringen, auch innovativ sein, aber das Publikum steht an erster Stelle.

Wie wird das Wiedersehen mit der alten Heimat?

Wir freuen uns schon auf das Iserlohner Gastspiel, wir präsentieren dabei ein Programm, das wirklich Top of the Top ist: Wir sind die einzigen in Europa, die Gaetano Sotas Choreographie „Beginning After“ spielen. Meine Choreographie „Six Breath“ war in Hagen bereits erfolgreich. Unsere Tochter studiert ja in Bochum, die sehen wir dann auch wieder. Und wir sind sehr glücklich, Freunde von früher begrüßen zu können, wir haben diesen Menschen zu viel zu verdanken.

Ricardo Fernando / Staatsballett Augsburg: Dimensions of Dance, 14. Februar, 20 Uhr, Parktheater Iserlohn. Karten: 02371/217-1819. www.parktheater-iserlohn.de

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