Fridays for Future

Generalstreik für das Klima: Das ist in Südwestfalen geplant

Demonstrieren fürs Klima - Proteste wie hier in Hagen soll es am Freitag in ganz Südwestfalen geben. 

Demonstrieren fürs Klima - Proteste wie hier in Hagen soll es am Freitag in ganz Südwestfalen geben. 

Foto: Mike Fiebig / WP / Mike Fiebig

Hagen.  Die „Fridays-for-Future“-Bewegung ruft zum Generalstreik auf. Auch Erwachsene sind zum Protest eingeladen. Frei machen dürfen die meist nicht.

Es soll der bislang größte weltweite Klimastreik werden: Am Freitag, während in Berlin das Klimakabinett tagt und in New York der UN-Klimagipfel ansteht, mobilisieren die Schüler aus der „Fridays for Future“-Bewegung weltweit – auch im Ruhrgebiet und in Südwestfalen.

Wo finden Demos in der Region statt?

Von Lippstadt bis Siegen, von Witten bis Bad Berleburg sind es ein Dutzend Veranstaltungen. Die größte Südwestfalens mutmaßlich in Hagen, wo Janne Rosenbaum als Kopf der Bewegung von einer Teilnehmerzahl „im vierstelligen Bereich“ ausgeht. „1000 bis 2000 Teilnehmer halte ich für realistisch.“ Es wird einen Zug durch Hagen geben über zwei größere Ringe. Dort müssen Straßen teilweise gesperrt werden. Das bedeutet, dass es zu Staus und Verkehrsbehinderungen kommen wird. „Im Zuge der Argumentation für die Energiewende ist es also nicht schlimm, wenn die Verkehrsteilnehmer feststellen, dass sie mit dem Bus oder Fahrrad schneller gewesen wären“, sagt Janne Rosenbaum.

Welche Aktionen sind geplant?

In Bochum und Gelsenkirchen macht neben der Demo der Fahrradclub ADFC mit einem „Parking Day“ darauf aufmerksam, wie viel Platz Autos wegnehmen. Parkplätze werden mit Fahrrädern besetzt und als Picknickplätze umgewidmet oder mit Sofas zum Wohnzimmer umgestaltet. Die Grünen in Gladbeck rufen zur Fahrraddemo mit Straßenblockade auf. 15 Radfahrer bilden nach der Straßenverkehrsordnung einen geschlossenen Verband und dürfen zu zweit nebeneinander auf der Straße fahren.

Wird es einen Generalstreik geben?

Der Aufruf der „Fridays-for-Future“-Bewegung zum „Generalstreik“ dürfte ins Leere laufen. Zwar bekennen sich bundesweit über 2000 Unternehmen zu der Bewegung, doch dabei handelt es sich überwiegend um Mittelständler, Einzelhändler und Selbstständige, um Architekten, Gastronomen oder Werbebüros. Beispiel: Den Mitarbeitern zweier Apotheken in Wetter ist es freigestellt, ob sie am Freitag demonstrieren möchten.

Die Stadt Hagen freut sich über jeden Mitarbeiter, der sich für den Klimaschutz engagiert – allerdings nur im Zuge der flexiblen Arbeitszeit. Heißt: Gleitzeit nutzen oder frei nehmen. Eine ähnliche Klausel findet sich bei Mainz 05. Der erste „klimaneutrale Verein der Fußball-Bundesliga“ trifft am Freitag auf Schalke 04 – am demotechnisch unbedenklichen Abend. Allerdings können 500 Mainzer Fans günstig im vom Verein subventionierten Sonderzug anreisen. Auch Flixbus, bekannt als eines der größten unterstützenden Unternehmen, wird Teilnehmer gratis zu Kundgebungen fahren – und gibt seinen Beschäftigten frei. Was sich womöglich kombinieren lässt. Bestrebungen der Grünen in Ennepetal, den Preis für Busfahrten am Freitag auf einen Euro zu begrenzen, verpufften vorerst.

Darf man als Arbeitnehmer streiken?

Nein. Als Arbeitnehmer wird man in der Regel Urlaub nehmen oder mit seinem Chef eine Regelung finden müssen. Zwar hat auch die Gewerkschaft Verdi über ihre Bezirke dazu aufgerufen, die Schülerstreiks zu unterstützen – allerdings außerhalb der Arbeitszeit.

Fallen wieder Schulstunden aus?

Je nach Beginn der Veranstaltung: ja. In Siegen, Werl und Hagen zum Beispiel wird das nicht zu verhindern sein. „Die letzten zwei oder drei Schulstunden sind betroffen“, sagt Janne Rosenbaum: „Aber die meisten Lehrer unterstützen uns ohnehin. Wir kämpfen ja nicht gegen die Schule an, sondern wollen in Sachen Klimaschutz gehört werden. Das haben auch die meisten Schulen verstanden.“

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