Schadholz

Waldeigentümer wollen kaputte Bäume einfach verfeuern

Tausende Stämme von Bäumen, die Sturmtief Friederike zu Beginn des Jahres 2018 umgeweht hat, liegen alleine auf diesem Nasslagerplatz. Der Waldbesitzerverband fordert jetzt, Schadholz in großem Stil zu verbrennen.

Tausende Stämme von Bäumen, die Sturmtief Friederike zu Beginn des Jahres 2018 umgeweht hat, liegen alleine auf diesem Nasslagerplatz. Der Waldbesitzerverband fordert jetzt, Schadholz in großem Stil zu verbrennen.

Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Hagen.   Borkenkäferbefall und Sturmholz: Der Bundesverband der Waldbesitzer fordert drastische Maßnahmen, um die Menge an Holz auf dem Markt zu senken.

Von einer „katastrophalen Lage“ in den Wäldern spricht der Dachverband der privaten und körperschaftlichen Waldbesitzer, AGDW (Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände), und beklagt die großen Mengen an Schadholz durch Stürme (Windwurf) und Borkenkäferbefall. Die Schäden beziffern die Waldbesitzer unter Berufung auf das Bundeslandwirtschaftsministerium inzwischen auf insgesamt rund 2,5 Milliarden Euro.

Die Waldeigentümer fordern jetzt nach einer Tagung der 13 Landesverbände, dass in staatlichen Forsten kein Frischholz geschlagen werden soll, um die Holzmenge auf dem Markt nicht weiter zu erhöhen.

Forstbesitzer erwarten deutlich mehr Schädlinge

Außerdem regen sie eine drastische Maßnahme an: eine „thermische Verwertung“ von Schadholz „in Großfeuerungsanlagen“. Dabei geht es um nichts anderes, als die vom Borkenkäfer befallenen und gefällten oder vom Sturm umgeworfenen Bäume schlicht zu verbrennen, anstatt sie zu verkaufen und zu verwerten; nicht einmal als Kamin- oder Brennholz kämen die Stämme auf den Markt. Damit soll die Holzmenge verringert und versucht werden, den Preis zu stabilisieren.

Anzeichen für eine Entwarnung sieht der Waldbauernverband nicht: Nach der monatelangen Dürre im vergangenen Jahr, die zur Ausbreitung des Borkenkäfers gesorgt hat, erwarten die Forstbesitzer wegen des milden Winters „eine explosionsartige Schädlingsvermehrung, so dass die Wälder in Deutschland weiter angegriffen werden“. Der Waldbauernverband fordert daher auch weitere „Nothilfen in Höhe von 500 Millionen Euro“, um die Schäden aus dem Vorjahr aufzuarbeiten.

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