Corona

Warum Schauspielhaus Bochum startet, Hagen aber nicht

Der große Saal im Theater Hagen bleibt – wie hier im Juli 2019 bei Sanierungsarbeiten – vorerst leer.

Der große Saal im Theater Hagen bleibt – wie hier im Juli 2019 bei Sanierungsarbeiten – vorerst leer.

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Hagen/Bochum.  Das Theater in Hagen kann noch nicht wieder starten. Der Corona-Krisenstab der Stadt hat Nein gesagt. In Bochum dagegen geht es weiter. Warum?

Während das Theater Hagen in dieser Saison zumindest im traditionsreichen Großen Saal keine Aufführungen mehr anbieten wird, meldet sich das Schauspielhaus Bochum aus der Corona-Zwangspause zurück: Am 10. Juni soll ein eingeschränkter Spielbetrieb starten. Dafür will Intendant Johan Simons eine außerplanmäßige Premiere auf die Bühne bringen: Er inszeniert „Die Befristeten“ von Elias Canetti. Um die Abstands- und Hygieneregeln zu wahren, wird der Zuschauersaal komplett umgebaut. Nur rund 100 der mehr als 800 Sitzplätze werden erhalten, alle übrigen abmontiert, so dass weite Teile im Saal leer bleiben.

Auch in Hagen hatte das Team um Intendant Francis Hüsers für den Großen Saal ein Konzept vorgelegt, das die nach der Verordnung maximal zulässigen 100 Besucher vorgesehen hatte. Nur jede zweite Reihe wäre belegt worden. Und in jeder Reihe wären drei Plätze zwischen den einzelnen Besuchern frei geblieben. Die Aufführungen hätten maximal eine Stunde dauern sollen, Pausen hätte es nicht gegeben, doch dafür ein Ein- und Ausgangskonzept, das Begegnungen hätte vermeiden sollen.

Doch all dies hatte letztlich die Bedenken des Krisenstabs der Stadt Hagen nicht ausräumen können. Die Verwaltung erteilte nicht die erforderliche Ausnahmegenehmigung für die Wiederaufnahme des Betriebes unter Corona-Bedingungen. Auch mit Hinweis auf das oft ältere Publikum, das zum großen Teil Risikogruppen angehöre. „Ich finde das natürlich sehr, sehr schade“, so Intendant Francis Hüsers im Gespräch mit unserer Zeitung. „Ich denke, wir hatten ein wirklich überzeugendes Konzept. Aber letztlich habe ich nicht die Verantwortung, sondern der Krisenstab.“

In den kommenden Tagen wird sich entscheiden, ob und wie zumindest im Jugendtheater Lutz Aufführungen stattfinden können. Diese Möglichkeiten hatte die Stadt ganz ausdrücklich eingeräumt. Ein Programm dafür sei entwickelt. Ohnehin habe der Probenbetrieb am Theater wieder begonnen, so Hüsers: „Das ermöglicht ja die Gesetzeslage. Also proben wir, natürlich unter Corona-Bedingungen.“

Eintritt in Bochum frei

Im Schauspielhaus Bochum sieht der Spielplan vorerst nur einige ausgesuchte Vorstellungen vor. Dazu zählt neben „Die Befristeten“ auch „Asche zu Asche“, die beide vier- bis fünfmal am Stück gespielt werden. „Da sich weite Teile unserer Mitarbeiter weiterhin in Kurzarbeit befinden, können wir mehr nicht anbieten“, so Vize-Intendantin Susanne Winnacker. Geplant ist zudem eine einmalige Aufführung von „Penthesilea“ mit Sandra Hüller und Jens Harzer, die Simons neu einrichten wird. Bei sämtlichen Aufführungen im Juni ist der Eintritt frei. Im Laufe der kommenden Woche sollen die Karten verfügbar sein: Tel. 0234 / 33 33 55 55.

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