Sporthilfe NRW

Widerstand gegen Aufgabe der Sportklinik in Hellersen

Wie geht es mit der Sportklinik Hellersen weiter? Die fünf Kreissportbünde in Südwestfalen schlagen vor, die Grundsatzentscheidung zu vertagen – bis allen Mitgliedern aktuelle Zahlen zum Wirtschaftsbetrieb des Krankenhauses vorliegen.

Wie geht es mit der Sportklinik Hellersen weiter? Die fünf Kreissportbünde in Südwestfalen schlagen vor, die Grundsatzentscheidung zu vertagen – bis allen Mitgliedern aktuelle Zahlen zum Wirtschaftsbetrieb des Krankenhauses vorliegen.

Foto: MATTHIAS GRABEN

Lüdenscheid.   Die fünf Kreissportbünde aus Südwestfalen fordern vor einer Aufgabe der Sportklinik mehr Zeit und genaue Zahlen vom Präsidium der NRW-Sporthilfe.

Gegen eine vorschnelle Trennung der Sporthilfe NRW von ihrem Fachkrankenhaus, der Sportklinik Hellersen in Lüdenscheid, formiert sich nach der Berichterstattung dieser Zeitung Widerstand: In einem Schreiben an Präsidium und Vorstand der Sporthilfe NRW fordern die fünf südwestfälischen Kreissportbünde (Olpe, Siegen-Wittgenstein, Soest, Hochsauerland- und Märkischer Kreis) gemeinsam die Beschlussfassung von der Tagesordnung der Mitgliederversammlung am Donnerstag (29. November) abzusetzen, um „ausreichend Zeit“ für eine „interne Beratung“ zu bekommen. Das Schreiben liegt unserer Redaktion vor.

Die fünf Kreissportbünde kritisieren darin, dass Präsidium und Vorstand der Sporthilfe eine „grundlegende Entscheidung“ anstreben, ohne dass den Mitgliedern dazu „eine schriftliche Vorlage mit belastbaren Zahlen und Fakten“ vorliegt. So fordern sie zur Beurteilung der wirtschaftlichen Situation die Ergebnisse der Quartalsfinanzberichte bis Ende September dieses Jahres vorzulegen – zumal sich aus dem Jahresabschluss 2017 erkennen lasse, dass sich das Fachkrankenhaus auf „einem konsequenten, aber moderaten Weg der Sanierung“ befand. Das Sporthilfe-Präsidium hatte zuvor mit nicht absehbaren, wirtschaftlichen Risiken aus dem Krankenhausbetrieb für eine Trennung argumentiert.

Mitgliederversammlung

Die Sportbünde fragen auch nach der Höhe des Anlagevermögens (Gebäude, Grundstücke), das die Sporthilfe bei einer Trennung von der Sportklinik womöglich aufgibt. Die Südwestfalen regen an, eine außenstehende Organisation mit der Zusammenstellung und Beurteilung der Wirtschaftsdaten zu beauftragen, um so ein transparentes Verfahren und eine Entscheidungsgrundlage zu bekommen.

Die Mitgliederversammlung der Sporthilfe NRW, die über die Zukunft der Sportklinik Hellersen entscheiden soll, findet am Donnerstagabend (18 Uhr) in Duisburg statt. Über eine Öffnung der Sporthilfe für Mitglieder außerhalb des Sports soll dabei ein neuer Eigentümer für das Krankenhaus etabliert werden; dazu ist eine Satzungsänderung erforderlich. Ob die fünf südwestfälischen Kreissportbünde eine Mehrheit für ihre Vorschläge finden, die Entscheidung zu verschieben, ist völlig offen. Präsidium und Vorstand der Sporthilfe, die als Verein Träger der Klinik ist, wollen eine andere Eigentümerstruktur für das Fachkrankenhaus, das aufwändig modernisiert werden muss.

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