Sommerferien

Zoll: Diese Souvenirs sollten Sie besser im Urlaub lassen

Mit verschiedenen Hilfsmitteln wie Hunden und Röntgentechnik überprüfen die Zollbeamten am Düsseldorfer Flughafen das Gepäck von Einreisenden.

Mit verschiedenen Hilfsmitteln wie Hunden und Röntgentechnik überprüfen die Zollbeamten am Düsseldorfer Flughafen das Gepäck von Einreisenden.

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Düsseldorf.  Exotische Souvenirs können beim Zoll ganz schön teuer werden. Wir haben beim Hauptzollamt Düsseldorf nachgefragt, worauf Urlauber achten sollten.

Eine besonders schöne Muschel, eine ziemlich günstige Gucci-Handtasche oder doch lieber eine lebendige Vogelspinne? Außergewöhnliche Souvenirs sollen den Sommerurlaub ein Stück weit ins eigene Zuhause bringen und möglichst lange an die schönste Zeit des Jahres erinnern. Doch häufig endet das Urlaubsgefühl bereits abrupt am Flughafen, wenn sich Zollbeamte die in fernen Ländern gekauften Andenken etwas genauer ansehen.

Am Düsseldorfer Flughafen passieren die gelandeten Urlauber ein sogenanntes Kanalsystem. Wer etwas anzumelden hat, geht durch den roten Ausgang. Alle anderen laufen durch die grüne Tür. „Im Prinzip gibt man dadurch eine Steuererklärung ab“, erklärt Michael Walk vom Hauptzollamt Düsseldorf. Entdecken die Zollbeamten bei einer ihrer Stichproben dennoch etwas Zollpflichtiges oder Verbotenes, kann das erhebliche Strafen nach sich ziehen.

Viele Tiere und Pflanzen stehen unter Artenschutz

Michael Walk hat in seinem Beruf schon so einiges gesehen. Doch wieso Urlauber mehrere Schildkrötenpanzer oder einen präparierten Affenarm nach Deutschland einführen möchten, kann er bis heute nicht verstehen. „Die Urlauber wollen etwas möglichst Exotisches mitbringen. Wenn ihnen dann etwas auf dem Basar angeboten wird oder sie es in der freien Natur finden, denken sie vielleicht, dass es erlaubt ist.“ Ein Irrtum, wie er betont: „Bei vielen ist noch nicht angekommen, dass es so etwas wie Artenschutz gibt.“

Tierschmuggel- Polizei befreit Schildkröte aus Handschuhfach Der Zoll am Düsseldorfer Flughafen hat im vergangenen Jahr 47 Mal geschützte Tier- oder Pflanzenarten konfisziert. Eine relativ kleine Zahl. Denn, so Walk: „Von Düsseldorf aus werden nicht so viele exotische Destinationen angeflogen wie zum Beispiel von Frankfurt am Main aus.“ Dennoch beschlagnahmen er und seine Kollegen in regelmäßigen Abständen vor allem Muscheln oder Korallenbruchstücke, die Urlauber am Strand oder beim Tauchen gefunden haben. In solchen Fällen droht in der Regel ein Ordnungswidrigkeitsverfahren. Wer Tiere oder Pflanzen zu gewerblichen Zwecken einführt, der kann sich auf ein Strafverfahren gefasst machen. Selbst Haftstrafen sind nicht ausgeschlossen. „Das kommt aber sehr selten vor“, betont Walk.

Da die Zahl der geschützten Arten riesig ist, haben der Zoll und das Bundesamt für Naturschutz eine Online-Übersicht zu verbotenen Urlaubssouvenirs herausgegeben. Doch müsse man dafür schon genau wissen, was man überhaupt in der Hand halte, gibt Walk zu bedenken. Und da selbst die Zollbeamten trotz absolvierter Erkennungslehrgängen manchmal noch zum Handbuch greifen müssten, rät er: „Lassen Sie die Finger weg von allen Tieren und Pflanzen.“

Die Einfuhr von Lebensmitteln aus Nicht-EU-Ländern ist verboten

Wesentlich häufiger als unter Artenschutz stehende Tiere oder Pflanzen begegnen den Zollbeamten am Düsseldorfer Flughafen nicht rechtmäßig eingeführte Lebensmittel. „Wir haben jeden Tag mit mehreren Fällen zu tun“, sagt Michael Walk. „Und das trotz zahlreicher Hinweisplakate.“ Während die Einfuhr von Lebensmitteln aus EU-Ländern bis auf wenige Ausnahmen erlaubt ist, dürfen Einreisende aus Nicht-EU-Ländern keinerlei Lebensmittel mitbringen. Denn, so betont er: „Wir wollen verhindern, dass Tierseuchen in die EU gelangen.“

Diese Urlaubsmitbringsel können tödlich sein Vor allem die vielen Urlauber aus der Türkei brächten häufig Lebensmittel mit nach Deutschland. „Wir wissen natürlich, dass dabei manchmal auch etwas Emotionales dahinter steckt“, sagt Walk. Dennoch müssten er und seine Kollegen standhaft bleiben. „Wir können nicht nachprüfen, woher die Lebensmittel kommen und was damit im Nachhinein geschieht“, erklärt er. Denn selbst wenn der Joghurt im Mülleimer landet, könnte es eine Ratte fressen und eine Seuche verbreiten. Also sammeln die Zollbeamten alle Lebensmittel aus Nicht-EU-Ländern in einem luftdichten Plastikcontainer, den später die Stadt Düsseldorf abholt und verbrennt.

Urlauber dürfen gefälschte Waren für den Eigenbedarf mitnehmen

Mit gefälschten Poloshirts von Ralph Lauren oder spottbilligen Rolex-Uhren haben die Zollbeamten am Düsseldorfer Flughafen nicht besonders viel zu tun. Das könnte vor allem daran liegen, dass bei ein bis zwei Exemplaren für den Eigenbedarf nichts passiert. „Das ist mit den Original-Herstellern auch so abgesprochen“, sagt Michael Walk.

Anders sieht es dagegen bei gefälschten Waren zu gewerblichen Zwecken aus. Wer beispielsweise Kleidungsstücke in verschiedenen Größen mit sich führt, den melden die Beamten beim Original-Hersteller. Was meist folgt, ist ein zivilrechtliches Verfahren. „Und das kann richtig teuer werden“, weiß Walk.

Übrigens: Per Post versandte Fälschungen können schon beim ersten Exemplar teuer werden. „Da kann ein gefälschtes T-Shirt schnell 1000 Euro kosten“, so Walk.

Nicht verzolltes Gold und Geld kann schnell teuer werden

38 Kilogramm Gold im Wert von insgesamt 1,7 Millionen Euro haben die Zollbeamten am Düsseldorfer Flughafen im vergangenen Jahr beschlagnahmt. Dabei ist Gold bis zu einem Wert von 430 Euro zollfrei. „Aber meistens reicht schon ein einziger Armreif, um den Wert zu überschreiten“, weiß Michael Walk. In einem solchen Fall kann es zu einem Steuerstrafverfahren kommen.

Ganz schön teuer kann es auch werden, wenn Einreisende Bargeld über 10.000 Euro nicht anmelden. „Das theoretische Bußgeld kann bei einer Millionen Euro liegen“, sagt Walk. Im vergangenen Jahr ist am Düsseldorfer Flughafen nicht angemeldetes Bargeld im Wert von 13,75 Millionen Euro zusammengekommen.

Zigaretten und Medikamente sind nur für den Eigenbedarf erlaubt

Egal wie günstig die Zigaretten im Urlaubsland sind, für den privaten Gebrauch darf jede Person nur 800 Stück aus einem anderen EU-Land mitbringen. Wer aus einem Nicht-EU-Land anreist, kann 200 Stück zollfrei einführen. Insgesamt konfiszierten die Zollbeamten am Düsseldorfer Flughafen im vergangenen Jahr 355.000 Zigaretten.

EuGH stärkt Passagierrechte bei Flugverspätungen Auch bei Medikamenten gilt, dass sich Einreisende nur für den Eigenbedarf eindecken dürfen. „Wenn ein Mann mit der Antibabypille einreist, kann also ein Strafverfahren gegen ihn eingeleitet werden“, sagt Michael Walk. „Anders sieht es bei der angefangenen Packung Kopfschmerztablette aus. Die darf er natürlich wieder mit nach Deutschland bringen.“

Waffen und Drogen

Dass die Einfuhr von Drogen nicht erlaubt ist, erklärt sich von selbst. Dennoch haben die Zollbeamten am Düsseldorfer Flughafen im vergangenen Jahr 523 Kilogramm Drogen sichergestellt. „Das klingt viel, aber der größte Anteil hat Kath ausgemacht“, sagt Michael Walk. Die Droge auf pflanzlicher Basis ist ein leichtes Rauschmittel, das Menschen in einigen afrikanischen Ländern konsumieren. Dazu kamen noch 34 Kilogramm Heroin und 10 Kilogramm Kokain.

An fast jedem Tag haben die Beamten außerdem mit unerlaubt eingeführten Waffen zu tun. „Vor allem junge Menschen, die aus Osteuropa einreisen, bringen häufig Messer, Schlagringe oder als Taschenlampen getarnte Elektroschocker mit“, erzählt Walk. Auf Grund des in Deutschland geltendes Waffengesetzes droht automatisch jedem Einreisenden mit einer eingeführten Waffe ein Strafverfahren.

Eine App für alle Fälle

Wer sich dennoch unsicher ist, welche Souvenirs er aus dem Urlaubsland mitbringen darf, kann sich die App Zoll und Reise herunterladen. Alle weitere Infos finden Sie hier.

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