FC Schalke 04

Proteste der Schalke-Fans gegen Jobst bei Derby-Pleite der U23

Das Transparent, das am Samstag das Regionalliga-Revierderby zwischen den U-23-Teams Schalkes und Dortmunds in der ersten Halbzeit begleitet hat.

Das Transparent, das am Samstag das Regionalliga-Revierderby zwischen den U-23-Teams Schalkes und Dortmunds in der ersten Halbzeit begleitet hat.

Foto: Michael Korte

Gelsenkirchen.  Transparente begleiten Schalkes 1:5-Niederlage in der Regionalliga gegen Dortmund. Klare Botschaft an Marketing-Vorstand Alexander Jobst.

Ob die wenigen Fans des FC Schalke 04 hinter den Zäunen des Parkstadions, die ihren Unmut in der ehemaligen Südkurve vor dem Medicos mit einem Transparent äußern („Unser Verein steht für Menschen, die ihn leben, und nicht für menschenfremde Unternehmenskultur!“), schon ahnen, was gleich auf dem Rasen passiert? Ihre U-23-Fußballer gehen jedenfalls unter und verlieren das hin und wieder sehr rustikale Regionalliga-Revierderby gegen das U-23-Team von Borussia Dortmund mit 1:5 (1:2) – und das hochverdient.

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Schön fand Torsten Fröhling das alles nicht, aber der Trainer der königsblauen U 23 wirkte irgendwie sehr gefasst. „Das waren zu viele individuelle Fehler, die wir gemacht haben“, meinte er. „Dann kannst du ge­gen Dortmund nichts holen.“

Luca Schuler bringt die Schalker mit 1:0 in Führung

Dabei hatte seine Mannschaft gar nicht schlecht begonnen und bei ihm sogar , wie er sagte, für tierische Freude gesorgt. Torsten Fröhling dachte an die 1:0-Führung, die Luca Schuler mit einem Schuss ins lange Eck gelungen war. „Das haben wir erzwungen“, sagte der Schalker U-23-Trainer. Grund für seine tierische Freude war aber nicht nur der Treffer, sondern vor allem dessen Entstehung. „Kreativ sein beim Freistoß“, sagte Torsten Fröhling.

Kreativ waren zu diesem Zeitpunkt aber auch schon die anderen, die Dortmunder U-23-Fußballer und vor allem deren herausragender Taylan Duman. Der Schalker Fußball-Lehrer wollte auch gar nicht die Qualität und Klasse der Borussen leugnen, er ärgerte sich aber dennoch, weil ihm die Art und Weise der Gegentreffer überhaupt nicht gefallen hatte. „Die haben wir hergeschenkt, das war zu billig“, sagte Torsten Fröhling und meinte die BVB-Treffer eins, zwei und drei.

Erst schloss U-19-Nationalspieler Ansgar Knauff nach einem Doppelpass zum 1:1 ab – „das sieht schön aus, ist aber zu verhindern, das darf nicht passieren“ (Fröhling) –, dann köpfte Niklas Dams nach einem Freistoß, den Florian Flick mit einem taktischen Foul verursacht hatte, das 2:1, und kurz nach der Pause entschied Richmond Tachie die Partie mit dem 3:1 schon.

BVB-Manager Ingo Preuß: „Uns ist alles entgegengekommen“

Inzwischen hatten die Zaungäste in der ehemaligen Parkstadion-Südkurve auch ihr Transparent ausgetauscht. Ihre Botschaft an Schalkes Marketing-Vorstand Alexander Jobst: „Ey, Alex, Traditionsarbeit ist Sache des Vereins und nichts für dein Outsourcing!“ Eine klare Botschaft hatte auch die U 23 Borussia Dortmunds, die sehr abgeklärt und souverän auftrat. „Uns ist alles entgegengekommen“, meinte deren Manager Ingo Preuß. „Aber wir haben in der zweiten Halbzeit auch ein gutes Spiel gemacht.“

Während die Szenen des Fröhling-Teams in der Nähe des Tores von BVB-Schlussmann Stefan Drljača nur noch Seltenheitswert hatten und das Ergebnis nur noch ein Schüsschen von Léo Scienza war, schraubte die Mannschaft von Trainer Enrico Maaßen das Ergebnis auf 5:1 hoch. Weil Schalkes Torwart Jannick Theißen über den Ball säbelte, so dass Philipp Harlass diesen nur noch zum 4:1 ins leere Tor zu schieben (74.) brauchte, und schließlich der soeben erst eingewechselte BVB-Isländer Kolbeinn Finnsson Innenverteidiger Fabian Lübbers auswackelte und platziert zum 5:1 ins kurze Eck schoss (82.).

Paraden: Schalkes Torwart Jannick Theißen verhindert Schlimmeres

Und es hätte für die Schalker U 23 auch noch deutlicher werden können – 1:6 oder sogar 1:7. Doch Torwart Jannick Theißen verhinderte mit zwei tollen Paraden nach dem Fernduell gegen Taylan Duman (84.) sowie dem Nahduell gegen Dortmunds Kapitän Steffen Tigges (86.) Schlimmeres.

Nach dem Schlusspfiff kritisierte Torsten Fröhling allerdings nicht nur die vielen Patzer seiner Mannschaft. „Wir waren geistig nicht ganz frisch bei der Sache“, meinte der Schalker U-23-Coach und fasste seine Bilanz zusammen. „Die Sache ist einfach“, sagte er. „Es muss eben vieles passen, um so eine Mannschaft zu schlagen. Man hat gesehen, dass die Dortmunder ein bisschen weiter sind als wird.“ An diesem frühen Samstagnachmittag waren sie jedoch sehr viel weiter.

Tore: 1:0 Luca Schuler (22.), 1:1 Ansgar Knauff (38.), 1:2 Niklas Dams (41.), 1:3 Richmond Tachie (46.), 1:4 Philipp Harlass (74.), 1:5 Kolbeinn Finnsson (82.).

FC Schalke 04 U 23: Theißen - Matriciani, Hanraths, Lübbers, Ezeh (71. Frölich) - Flick, Mercan (71. Ceka) - Candan (65. Hoppe), Idrizi (84. Kaparos), Scienza - Schuler.

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