Ab heute sortieren sich die Roosters neu

Iserlohn.   Eishockeyspieler gelten als harte Männer – und harte Männer weinen nicht? „Es sind sehr viele Tränen geflossen“, sagte Karsten Mende leise. Der niedergeschlagene Manager der Iserlohn Roosters gewährte mit diesem Satz einen kurzen Blick in die Kabine seiner Mannschaft nach der 3:4-Niederlage nach Verlängerung bei den Fischtown Pinguins Bremerhaven und dem damit verbundenen Play-off-Aus der Sauerländer.

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Eishockeyspieler gelten als harte Männer – und harte Männer weinen nicht? „Es sind sehr viele Tränen geflossen“, sagte Karsten Mende leise. Der niedergeschlagene Manager der Iserlohn Roosters gewährte mit diesem Satz einen kurzen Blick in die Kabine seiner Mannschaft nach der 3:4-Niederlage nach Verlängerung bei den Fischtown Pinguins Bremerhaven und dem damit verbundenen Play-off-Aus der Sauerländer.

Ob Trainer Rob Daum während der Pressekonferenz oder die Spieler Christopher Fischer und Marko Friedrich im Gespräch nach dem feststehenden Saisonende – alle kämpften mit ihren Emotionen. Wie sie die erste Play-off-Runde mit zwei Niederlagen gegen Bremerhaven (2:5/3:4 n.V.) bewerteten und wie es weitergeht für die Roosters:

Wo die Serie verloren ging

„Im ersten Moment ist die Trauer natürlich riesengroß“, sagte Marko Friedrich und ergänzte: „Wir haben die Serie zu Hause verloren. So einfach hätten wir das Heimrecht nicht hergeben dürfen.“ Boris Blank schlug in die gleiche Kerbe und erklärte: „Heute haben wir alles gegeben. Wir haben nicht heute die Serie verloren, sondern vor zwei Tagen.“ Mannschaftskollege Christopher Fischer äußerte sich etwas differenzierter: „Wir hatten sogar in der Verlängerung die Chance, die Serie wieder zurück nach Iserlohn zu holen. Jeder Einzelne ist jetzt bitter enttäuscht, weil wir beide Spiele hätten gewinnen können.“

Im Bus die Zukunft geplant

„Ich habe keine Ahnung, wie es jetzt weitergeht“, sagte Trainer Rob Daum unmittelbar nach der Niederlage. Selbst Manager Karsten Mende wollte sich nicht detailliert äußern: „Wir haben nicht mit dem Aus gerechnet, deshalb ist jetzt alles noch etwas frisch.“ Auf der gut vierstündigen Busfahrt durch die Nacht zurück ins Sauerland legte die sportliche Leitung aber fest: An diesem Montag bespricht sich das Trio, anschließend folgen Gespräche mit den Spielern. Die haben zwar trainingsfrei, sind aber noch für ein paar Tage komplett in Iserlohn.

Wer noch einen Vertrag hat

Wie diese Personalgespräche das Gesicht der Mannschaft verändern werden? Vermutlich mehr als vor einigen Wochen gedacht. Kontinuität im Spielerkader war noch zum Ende des vergangenen Jahres die Prämisse der Roosters. Wer nun bei Äußerungen der sportlich Verantwortlichen auf die Zwischentöne hört, ahnt, dass erneut ein größerer Umbruch ansteht. Gültige Verträge besitzen Mathias Lange, Sebastian Dahm, Christopher Fischer, Justin Florek, Jake Weidner, Louie Caporusso und Marko Friedrich. Bei Chad Costello und Anthony Camara besitzen die Roosters eine Option, um die Kontrakte zu verlängern. Die restlichen Vertragsverhältnisse laufen aus. „Ich greife den Dingen nicht vor. Aber bei einigen Spielern wird man sich schon wegen des Alters Gedanken machen“, sagte Wolfgang Brück, geschäftsführender Gesellschafter der Roosters.

„Gefühlte Enttäuschung“

„Die Saison war eine Achterbahnfahrt, und konstant war bei uns in erster Linie die Inkonstanz“, sagte Wolfgang Brück, der am Samstag erneut in den Aufsichtsrat der Deutschen Eishockey Liga gewählt wurde, in einem ersten Fazit vor einer tiefgreifenden Analyse. Das Saisonziel sei erreicht worden, ergänzte er. „Platz acht ist positiv, aber wenn man so in die Pre-Play-offs startet, ist das Ausscheiden nach zwei Spielen eine gefühlte Enttäuschung.“

Boris Blank sagt Tschüss

„Irgendwann im Leben geht alles zu Ende“, sagte Boris Blank in Bremerhaven – und meinte damit nicht das Play-off-Aus. Vielmehr endete für Blank damit auch seine imposante, erfolgreiche Karriere. Der 39-jährige, ehemalige Nationalspieler absolvierte in der DEL inklusive Play-offs über 900 Spiele und spielte drei Weltmeisterschaften.

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