Basketball

HTC-Damen lassen die Sensation aus den Händen gleiten

Den Sieg in Wasserburg hatten Emina Karic (am Ball) und der HTC fast schon sicher in der Hand. Nach einer grandiosen ersten Halbzeit aber ließen sie sich doch noch abfangen.

Foto: Barbara Zabka

Den Sieg in Wasserburg hatten Emina Karic (am Ball) und der HTC fast schon sicher in der Hand. Nach einer grandiosen ersten Halbzeit aber ließen sie sich doch noch abfangen. Foto: Barbara Zabka

Herner TC gibt in Wasserburg eine 21-Punkte-Führung her und verpasst um einen Punkt das Final Four im DBBL-Pokal.

TSV 1880 Wasserburg -
Herner TC 78:77

Viertel: 13:23, 16:24, 26:14, 23:16.

TSV: Reid (29, 17 Rebounds), Smith (17, 9 Reb.), Deura (14/4 Dreier), Okockyte (11/1), Zaplatova (3), Galliou-Loko (2), Palmer (2), Holopainen, Perner.

HTC: Range (19/1), Kuijt (14/2), Slim (12/2), Attura (11/1), Jill Bettonvil (10/1), Loyce Bettonvil (5/1), Bussey (4), Karic (2).

Statistik (TSV – HTC): Feldwürfe: 46 % (32/69) – 42 % (28/67); Freiwürfe: 60 % (9/15) – 62 % (13/21); Rebounds: 44 (30 def., 14 off) – 38 (28, 10), Turnover 14 – 11; Assists: 13 – 13; Steals: 6 – 8.

Beatrice Attura hatte die Sensation in der Hand. Zwei Sekunden waren in Wasserburg noch zu spielen, da kam die kleine HTC-Spielerin in eben jener Ecke frei zum Wurf, aus der sie soeben per Dreier auf 77:78 verkürzt hatte. Diesmal sprang der Ball auf den Ring, Janae Smith packte sich den Rebound, die Sirene ertönte, dann brach in der Badria der Jubel aus. Der Titelverteidiger hatte den Kopf aus der Schlinge gezogen und sich ins Halbfinale des DBBL-Pokals gezittert. Der Herner TC aber musste einmal mehr mit leeren Händen den langen Heimweg antreten.

Und mit einem stinksauren Trainer. „Wir hatten das Spiel doch komplett im Griff. Das ist eine Frechheit, es noch herzuschenken“, schimpfte Marek Piotrowski. „Wir wussten genau, was die spielen, führen zur Pause mit zwanzig. Und dann halten wir überhaupt nicht mehr dagegen.“

21 Punkte Führung nach 15 Minuten

Lange sah es so aus, als könnte Piotrowski die Badria-Halle mal wieder als Triumphator verlassen. Denn sein Team spielte den Doublegewinner der letzten vier Jahre phasenweise an die Wand und lag bereits nach 15 Minuten mit 36:15 vorn. Die Defense arbeitete sehr aggressiv, erahnte oft die Wasserburger Passwege und kam zu vielen Ballgewinnen, die hochprozentig genutzt wurden. Da sich vor allem Courtney Range im Eins-gegen-eins meist durchsetzte und auch die Dreier fielen, nahm der HTC einen 47:29-Vorsprung mit in die Halbzeit, und selbst die sieggewohnten Wasserburger Fans hatten das Final Four fast schon abgehakt.

Nicht aber ihre Mannschaft. Die kam wie verwandelt aus der Kabine, traf allerdings jetzt auch auf einen zahmeren Gegner. Was der TSV an Aggressivität draufpackte, ging beim HTC verloren. Als Loyce Bettonvil nach drei Fouls vorsichtiger agieren musste, war niemand mehr in der Lage, die entfesselt aufspielende Monique Reid und die gerade verpflichtete Smith zu stoppen. Die US-Girls fischten nun fast alle Rebounds und stopften den HTC-Korb voll. In der 30. Minute war der TSV auf 55:59 dran, in der 35. ging er erstmals in Führung (67:65) – der HTC wirkte wie das Kaninchen vor der Schlange. Bis zum 77:70 (39). Dann riss Karin Kuijt ihr Team mit vier Punkten aus der Lethargie, Attura ließ einen Dreier folgen. Doch ihr letzter Wurf verfehlte das Ziel. Wie ärgerlich.

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