Basketball

Verfolgerduell in der H2K-Arena

Auf Jill Bettonvil (am Ball) lastet nach dem Weggang von Alecia Cooley noch mehr Verantwortung für das HTC-Spiel. Unter den Brettern muss sie sich oft gegen physisch stärkere Spielerinnen behaupten

Foto: Udo Gottschalk

Auf Jill Bettonvil (am Ball) lastet nach dem Weggang von Alecia Cooley noch mehr Verantwortung für das HTC-Spiel. Unter den Brettern muss sie sich oft gegen physisch stärkere Spielerinnen behaupten

HTC-Damen können am Mittwoch mit einem Heimsieg gegen die Fireballs Bad Aibling zum Tabellendritten aufschließen. Gäste kommen ausgeruht.

Auch am Dienstag war sein Frust über die 77:78-Pokalniederlage in Wasserburg nicht völlig verraucht. „Wir wären gerne zum vierten Mal in Folge ins Final Four eingezogen. Diesmal hätten wir vielleicht was reißen können“, ärgerte sich HTC-Trainer Marek Piotrowski über die verpasste Chance, den ersten großen Titel nach Herne zu holen. „Aber das bringt jetzt nichts mehr. Wir müssen nach vorne schauen, uns stehen zwei wichtige Spiele in der Liga bevor“, findet sich der Trainer der Herner Bundesliga-Basketballerinnen mit den Realitäten ab.

Bereits an diesem Mittwoch um 19 Uhr empfängt der zuhause noch ungeschlagene Tabellenvierte aus Herne in der H2K-Arena die direkt vor ihnen platzierten Fireballs Bad Aibling zum Verfolgerduell der DBBL. Mit einem Sieg könnten die HTC-Ladys nach Punkten zu ihren Gästen aufschließen, bei einem Vorsprung von 15 Punkten sie sogar überflügeln. Denn das Hinspiel in Bayern ging mit 47:61 verloren.

Nach oben und unten ist noch alles möglich

„Auf den direkten Vergleich schauen wir gar nicht. Wichtig ist nur, dass wir gewinnen, dann hätten wir mehr Luft nach unten“, sagt Piotrowski. Obwohl er weiß, dass „wir in diesem Jahr nicht weit von der Spitze entfernt sind“, hat er das Thema Abstieg noch nicht abgehakt. Mag man das bei acht Punkten Vorsprung für Zweckpessimismus halten, so ist der Kampf um die Playoff-Plätze offener denn je. Als Vierter hat der HTC nur zwei Spiele mehr gewonnen als der TV Saarlouis, der momentan den undankbaren neunten Platz belegt.

Ein Sieg gegen Bad Aibling am Mittwoch, ein weiterer Erfolg am Samstag in Heidelberg: So sieht Piotrowskis Wunschzettel für die nächsten Tage aus. Zur Erfüllung eines dritten Wunsches bleibt noch Zeit bis Ende Januar. Wenn es sich der Verein leisten kann, die von Alecia Cooley frei gemachte Kaderstelle mit einer starken Centerin nachzubesetzen, könnte es der HTC nach den bisherigen Eindrücken mit jedem Gegner in der Liga aufnehmen. Dann müsste das Erreichen der Playoffs noch nicht das Ende der Fahnenstange sein.

Achter-Kader scheint etwas dünn

Hätte es noch eines Beweises für diese These bedurft, so lieferte ihn das Spiel in Wasserburg. Lange hatten die HTC-Damen die Partie klar im Griff. Bis Janae Smith, erst Tage zuvor als Ersatz für die verletzte Rebecca Tobin verpflichtet, von der Wasserburger Bank kam. Nach kurzer Eingewöhnungszeit verstand sich Smith blendend mit Mo Reid, und als beim Herner Achtfrau-Kader zusehends die Kräfte schwanden, drehten die beiden US-Centerinnen groß auf und entschieden das Spiel für den Meister.

Der Kräfteverschleiß könnte auch am Mittwoch ein Thema werden. Denn während dem HTC die lange Fahrt nach Wasserburg und das schwere Spiel in den Knochen stecken, kommen die Fireballs gut ausgeruht nach Herne. Sie reisten bereits am Dienstag an, um wirklich topfit aufs Parkett zu gehen.

Noch vor dem HTC ist Bad Aibling die Überraschung der Saison. Zuvor als Abstiegskandidat gehandelt, haben sich die Fireballs dank ihrer Heimstärke auf Rang drei vorgeschoben. Das Jahr beendeten sie mit vier glatten Siegen, die Krönung war ein 68:62 gegen Wasserburg. Stützen des Teams von Trainer Milos Kandzic sind Lindsay Sherbert, mit 20,1 Punkten und 9,5 Rebounds im Schnitt eine der überragenden Spielerinnen und aktuell beste Dreierschützin der DBBL, die unermüdliche französische Aufbauspielerin Cyrielle Recoura (13, 5 Punkte, 3,3 Assists) sowie die US-Centerinnen Destinee Young (13.2) und Chelsea Waters (12,1). In der von Kandzic meist bevorzugten „kleinen Rotation“ bekommen zudem Lauren Engeln und Alina Hartmann viel Spielzeit.

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