Bayern München

Bayern-Coach Heynckes stellt klar: Bis zum Saisonende und nicht weiter

München.  Der 72-Jährige Jupp Heynckes wird den FC Bayern nicht mehr in der neuen Saison trainieren – und spricht sich deutlich für einen Favoriten als Nachfolger aus.

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Es ist ja nicht so, als hätte sich Jupp Heynckes in den vergangenen Wochen noch gar nicht dahin gehend geäußert, ob er noch in der nächsten Saison den FC Bayern München in der Fußball-Bundesliga trainieren werde oder nicht. Dass sich der 72-Jährige ab dem Sommer aber nicht mehr auf der Trainerbank des Rekordmeisters aufhalten möchte, hat er nun aber noch einmal unmissverständlich klar gemacht. „Ich bin gekommen, weil der FC Bayern in einer ganz schwierigen Situation war und kurzfristig nicht den Trainer verpflichten konnte, von dem der Klub überzeugt war“, sagte Heynckes nun der Sportbild. „Deswegen habe ich gesagt: Ich mache das bis zum Saisonende, und dann müsst ihr sehen, wie es weitergeht. Das ist eine Vereinbarung, die steht, ich bin immer dafür, dass man sich an klare Fakten hält.“

Nagelsmann kommt für Heynckes als Nachfolger noch nicht in Frage

Als Begründung für das Festhalten an seiner Entscheidung und an der ursprünglichen Abmachung fügte Heynckes an: „Es gab ja zuvor berechtigte Stimmen: Kann ein 72-Jähriger noch einen Bundesligisten trainieren? Im Sommer bin ich 73, man weiß nie, wie viel Zeit einem noch bleibt. Ich habe nie mehr vorgehabt, auf die Trainerbank zu gehen. Das Leben besteht nicht nur aus Arbeit.“ Inzwischen habe er aber auch sein Arbeitspapier beim FC Bayern im Büro des Finanz-Vorstands Jan-Christian Dreesen unterzeichnet – und genau darauf geschaut, bis wann es läuft: „Ich habe schon genau auf die Jahreszahl geachtet. Da stand 2018.“

Als seinen Nachfolger sieht Heynckes einen Vertreter der jüngeren Trainergeneration – und hat dabei einen speziellen Kandidaten im Auge. „Für den FC Bayern braucht mach viel Erfahrung, sportliche Kompetenz, Menschenkenntnis, zum richtigen Zeitpunkt auch Souveränität und Gelassenheit. Man muss Ruhe ausstrahlen und die der Mannschaft auch vermitteln. Das muss man als junger Trainer erst lernen, man kann nicht sofort die Bayern trainieren“, sagt er zu den Anforderungen. Deswegen käme für Heynckes auch der Hoffenheimer Julian Nagelsmann nicht infrage: „Er ist ohne Zweifel ein riesiges Trainer-Talent, aber eben erst 30 Jahre alt, er muss sich noch weiter lernen.“

"Tuchel hat die Qualität einen FC Bayern München zu trainieren"

Den nötigen Reifeprozess sieht er dagegen bei Thomas Tuchel vollzogen. Heynckes: „Ich denke, dass Thomas Tuchel die Qualität hat, auch einen FC Bayern zu trainieren.“ Er schätze es am Ex-BVB-Trainer, dass dieser in Mainz den Weg von den Jugendmannschaften nach oben kontinuierlich zurückgelegt habe. „Das ist die Erfolgsleiter, die man gehen muss: Man lernt die richtige Ansprache, den Umgang mit Menschen. Borussia Dortmund hat dann unter Tuchel einen sehr tollen Fußball gespielt, mit gutem System. Alle modernen Elemente, die zum heutigen Fußball gehören, waren vorhanden. Tuchel wurde Vizemeister, Pokalsieger und ließ attraktiven Fußball spielen. Es hat mir Spaß gemacht, seinem BVB zuzusehen.“

Die Probleme, die zur Trennung bei Borussia Dortmund geführt haben, sieht Heynckes jedenfalls nicht als Hinderungsgrund an, den 44-Jährigen in München zu beschäftigen: „Als junger Trainer macht man Fehler, mein Gott, das kommt vor. Natürlich wird Thomas irgendwann die eine oder andere Sache anders sehen. Aber das sind Kleinigkeiten. Was zählt, ist doch: Seit Tuchel weg ist aus Dortmund, hat der Verein nicht mehr einen so tollen Fußball gespielt.“ (ab)

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