Ein Abend der Enttäuschung

Dortmund.   Der Gang zu jenen, die zuletzt die Geduld verlieren, geriet auch nicht zu einem Vergnügen. Der harte Kern auf der Südtribüne hatte das gesamte Spiel lang gesungen und applaudiert, hatte gehofft und gezittert. Aber nun, als das Ergebnis amtlich war und die Mannschaft in ihre Richtung schlich, da pfiffen und pöbelten die Fans. Wütend, enttäuscht, fast ein bisschen desillusioniert.

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Der Gang zu jenen, die zuletzt die Geduld verlieren, geriet auch nicht zu einem Vergnügen. Der harte Kern auf der Südtribüne hatte das gesamte Spiel lang gesungen und applaudiert, hatte gehofft und gezittert. Aber nun, als das Ergebnis amtlich war und die Mannschaft in ihre Richtung schlich, da pfiffen und pöbelten die Fans. Wütend, enttäuscht, fast ein bisschen desillusioniert.

Mit 1:2 (0:0) ging Borussia Dortmunds Achtelfinal-Hinspiel in der Europa League gegen den FC Salzburg verloren. Und vermutlich noch schlimmer für die schwarz-gelbe Gemeinde als das Ergebnis war die Tatsache, dass es die Kräfteverhältnisse auf dem Platz fast noch zu milde wiedergab. Gegen den österreichischen Fußball-Meister, finanziell unterstützt vom Süßsaft-Hersteller Red Bull, erlebte der BVB eine schmerzhafte Pleite. Mal wieder. Von neun Europapokalspielen der laufenden Saison hat Dortmund eines gewonnen. Eine blamable Bilanz. Den Traum vom Gewinn der Europa League wird vor dem Rückspiel in einer Woche wohl niemand zu träumen wagen.

Arbeitsmoral fehlt

„Das war eine verdiente Niederlage. Das ist nicht in Ordnung, das darf nicht passieren“, war Kapitän Marcel Schmelzer einigermaßen fassungslos über das Geschehen auf dem Platz, das sich recht leicht zusammenfassen ließ: Der BVB startete ansprechend, ließ aber dann im sicheren Gefühl, alles im Griff zu haben, zusehends nach. Salzburg wurde stärker und gefährlicher. Eine Doppelchance von Hee-Chwan Hwang und Munas Dabbur vereitelten jeweils Torwart Roman Bürki und Marcel Schmelzer (40.). Kurz vor der Pause klatschte ein Schuss von Hwang an den Außenpfosten. Vorboten eines miserablen Dortmunder Abends.

„Es ist so kurz nach dem Spiel schwer, das zu erklären“, sagte BVB-Trainer Peter Stöger: „Wir sind nicht zufrieden mit dem Aufwand, mit der Bewegung vor allem im offensiven Bereich. Gegen eine Mannschaft, für die es das Spiel des Jahres ist, braucht man nicht darauf hoffen, dass Situationen aus wenig Arbeit entstehen.“ Ein wiederkehrendes Muster. Immer wieder musste Stöger sein Team zuletzt tadeln, weil es den Lackschuh dem Arbeitsstiefel vorzog.

So trug sich zu, was zu ahnen war. Dortmunds Verteidiger Ömer Toprak hielt Hee-Chan Hwang im Strafraum fest: Elfmeter. Die schwarz-gelben Proteste waren vergebens. Valon Berisha verwandelte souverän (49.). Sieben Minuten später wurde es noch ärger für den BVB: Einen Konter über die rechte Seite veredelte erneut Berisha im Strafraum.

Schürrles Treffer reicht nicht

Doch wieder sahen sich die Dortmunder benachteiligt. Kapitän Marcel Schmelzer fühlte sich bei der Entstehung des Treffers gefoult. Doch er zählte. 0:2 im Vergleich deutsches Spitzenteam gegen österreichisches Spitzenteam. Lediglich den Anschlusstreffer durch André Schürrle (entschlossen vorbereitet von Christian Pulisic) brachte der BVB zustande. Salzburg blieb trotzdem gefährlicher.

„Es gibt Gott sei Dank ein zweites Spiel“, sagte Peter Stöger und klang kämpferischer als es die Leistung seiner Mannschaft erlauben könnte: „Ausgeschieden sind wir noch lange nicht.“

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