Iserlohn Roosters

Der Gegner macht wieder ein Tor mehr

Roosters-Crack Lean Bergmann im Kampf um die Scheibe.

Roosters-Crack Lean Bergmann im Kampf um die Scheibe.

Foto: Kai Kitschenberg

Iserlohn.   Sie hatten den Spitzenreiter am Rand der Niederlage und wurden von ihren Fans gefeiert. Aber sie hatten ihn eben nur am Rand der Niederlage.

Gegen die Adler Mannheim verloren die Iserlohn Roosters mit 1:2 und kassierten damit die sechste Niederlage mit einem Tor Unterschied in Folge, die achte in Folge insgesamt.

Elf Sekunden fehlten den Iserlohn Roosters. Schlappe elf Sekunden fehlten ihnen, um mit einer 1:0-Führung gegen den Spitzenreiter der Deutschen Eishockey Liga, Adler Mannheim, auch in die zweite Drittelpause zu gehen. Doch nachdem die Sauerländer den Puck im Mannheimer Drittel verloren hatten, ging alles ganz schnell: Ein präziser Pass auf Chad Kolarik, der lief alleine auf Roosters-Goalie Niko Hovinen zu – und ließ dem Finnen keine Chance.

Der Ausgleich zum 1:1 in der 40. Minute war ein Nackenschlag für die Roosters zu einem psychologisch ungünstigen Moment. „Das Tor darf so nicht fallen“, sagte Iserlohns Stürmer Marko Friedrich gegenüber „Telekom Sport“ und kündigte an: „Aber egal, wir werden wie die Feuerwehr aus der Kabine kommen.“

Friedrich hatte die Gastgeber in der 16. Minute mit 1:0 in Führung geschossen. Er profitierte dabei von einer hervorragenden Vorarbeit von Anthony Camara. Mannheim agierte gegen die immer noch personell geschwächten Roosters zwar physisch überlegen. Doch hielten die Sauerländer dagegen. Sie kämpften, sie hatten in Niko Hovinen einen Goalie, der stark hielt, und sie spielten auch mutig und gefährlich nach vorne.

Gute Wünsche für Karsten Mende

21 Sekunden nach Beginn des zweiten Drittels mussten die Zuschauer unter den 4839 in der Eishalle, die es mit Iserlohn hielten, kräftig durchatmen, als Hovinen nach einem Fehler von Dieter Orendorz in höchster Not retten musste.

Apropos Fans: Die so genannten Ultras der Roosters, die im Heimspiel gegen Krefeld ihren Unmut über vieles kund getan und unter anderem per Plakat den Rücktritt oder die Demission von Manager Karsten Mende gefordert hatten, zeigten dieses Mal vor Spielbeginn ein Plakat mit der Aufschrift: „Gesundheit steht über allem. Kämpfen und siegen, Karsten!“ Mende hatte am zweiten Weihnachtsfeiertag einen Schlaganfall erlitten, was beim Heimspiel gegen Krefeld noch nicht bekannt gewesen war. Auch Betreuer der Roosters trugen gegen Mannheim T-Shirts mit einer Botschaft an Mende.

Auf dem Eis begeisterten Friedrich und Co. mit Kampf und Leidenschaft. Allerdings nutzten sie zum Beispiel eine etwas über eine Minute dauernde Überzahl im zweiten Drittel nicht – und mussten in der 40. Minute den Ausgleichtreffer hinnehmen. Dem folgte in der 45. Minute sogar das 2:1 für Mannheim. Sinan Akdag traf für die Adler kurz nach dem Ende einer Überzahlphase – die aus einem Wechselfehler der Roosters resultierte.

Die Gastgeber gaben zwar nicht auf, allerdings schwanden ihnen mehr und mehr die Kräfte, so dass Mannheim am Ende einen glücklichen, hart erkämpften Auswärtssieg feiern durfte.

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