Eishockey

Die drei Baustellen der Iserlohn Roosters

Vor dem gegnerischen Tor tun sich die Roosters in dieser Saison schwer.

Vor dem gegnerischen Tor tun sich die Roosters in dieser Saison schwer.

Foto: Dennis Echtermann

Iserlohn.  Bei den von Jason O'Leary trainierten Iserlohn Roosters sind Torgefahr, Disziplin und das Über-/Unterzahlspiel noch ausbaufähig.

Christian Hommel ist wieder in der Heimat. Knapp eine Woche tourte der Manager der Iserlohn Roosters querbeet durch Finnland, um sich Ligaspiele anzusehen, bei verschiedenen Senioren- und Nachwuchsteams als Trainingskiebitz zuzuschauen und Kontakte zu knüpfen. „Aber ich habe nix im Gepäck“, machte er umgehend deutlich.

Gelohnt habe sich die Reise auf jeden Fall, und kategorisch ausschließen, dass eines Tages Verstärkungen an Land gezogen werden, die auf diesen Trip zurückzuführen sind, möchte Hommel auch überhaupt nicht. „Ich habe Spieler gesehen, die interessant sein könnten.“ Aber eben nicht zum jetzigen Zeitpunkt, das machte der 38-Jährige deutlich. „Wir haben zwei gute Torhüter, eine Mannschaft, die lebt, und zuletzt erst Alexandre Grenier verpflichtet. Wir werden definitiv nicht über unsere Verhältnisse leben.“

Spieler müssen deutlich mehr Torschüsse abgeben

Dass sich der Kanadier gut ins Team eingefügt hat, registrierte Hommel auch aus der Ferne. „Er wird uns weiterhelfen“, lautet das erste Urteil des Managers über den neuen Stürmer nach den Partien gegen Ingolstadt und in Wolfsburg. Doch auch er wird letztendlich an Toren gemessen – und davon schießen die Roosters nach wie vor viel zu wenige. Hommel bemängelte, was auch Trainer Jason O’Leary schon häufiger angesprochen hat: Die Spieler geben zu wenige Torschüsse ab. O’Leary machte in der Nachbetrachtung des ergebnistechnisch ernüchternden Wochenendes mit nur einem Punkt fehlendes Selbstvertrauen als Ursache aus.

Christian Hommel wünscht sich, dass sich die Denkweise der Spieler ändert. Sie müssten sich häufiger für den Schuss und seltener für das Zuspiel zum Mitspieler entscheiden. „Im Training klappt das wunderbar“, sagt er. Ihn ärgern außerdem die vielen unnötigen Strafen, die sich das Team in der offensiven Zone einfängt. „Das kann mal passieren, aber bei einigen Spielern kommt es zu häufig vor.“ Die Prügel-Szenen mit Mike Halmo (gegen Ingolstadt) und Alex Grenier (in Wolfsburg) klammerte Hommel bewusst aus. Auch in diesem Punkt ist er mit O’Leary einer Meinung. Denn der Trainer mahnt Woche für Woche an, dass sich das Team disziplinierter verhalten müsse. In Unterzahl klingelt es dann häufig im Roosters-Tor – so auch beim Heimspiel gegen Ingolstadt als das 0:2 fiel.

Für diese Partie wurde im Vorfeld mit „Roosters-Hockey“ geworben. Trotz des 0:3 war der Slogan nicht völlig daneben. Die knapp 4300 Zuschauer sahen ein Heim-Team, das kämpfte und sich gegen die Niederlage stemmte. Das honorierte das Publikum gegen Ende des Spiels, indem es die ewige Treue zum Klub besang. In Wolfsburg führte die grundsätzlich tadellose Einstellung immerhin zu einem Teilerfolg nach 0:2-Rückstand. „Schade, dass es nicht zwei oder drei Punkte geworden sind, aber die kommen bald“, ist sich Jason O’Leary sicher.

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