Iserlohn Roosters

Heimniederlage am Abend der Abschiede

Iserlohn.  Selten stand ein Eishockeyspiel am Seilersee so im Schatten von Iserlohner Abschieden und Fragen nach der Zukunft bei den Roosters wie jenes am Freitag.

Das Spiel war erst ein paar Sekunden alt, da mussten die Schiedsrichter es schon unterbrechen: Ein Fan hatte Konfetti auf das Eis geworfen – ganz so, als hätte man beim letzten Heimspiel der Iserlohn Roosters in dieser Saison als Anhänger etwas zu feiern gehabt. Zugegeben: Es gibt ja auch Abschiedsfeiern – und im Zeichen des ein oder anderen Lebewohls stand dieser Freitagabend, in der es in der Deutschen Eishockey Liga für die Gastgeber gegen den ERC Ingolstadt um nichts mehr ging. Das war dem überaus zähen 1:2 (0:0, 0:1, 1:1) aus Sicht der Sauerländer dann auch anzusehen, Anthony Camara traf spät für die Hausherren.

Für größere Emotionen als das schwache Spiel hatte vor dem ersten Bully vor allem Goalie Mathias Lange gesorgt. Emotionale Worte hatte der scheidende Publikumsliebling an den Roosters-Anhang gerichtet: „Es macht mich stolz zu wissen, die bisher erfolgreichste Zeit in der Geschichte des Vereins mit euch geprägt zu haben. Ich im Tor, ihr so lautstark auf den Tribünen, dass man meinte, die Lautsprecher unter dem Hallendach krachen jederzeit auf das Eis.“ Wohin es den Österreicher ziehen wird, ist noch offen. Die IEC-Fans feierten ihn mit Sprechchören.

Bergmann verneigt sich vor Fans

Für Adler Mannheim wird Lean Bergmann in der kommenden Saison über das Eis jagen. Er nutzte das Magentasport-Interview vor dem Spiel, um sich ganz ähnlich wie der 33-jährige Lange zu äußern. „Ich habe hier viele tolle Erfahrungen gemacht. Mein erstes Jahr als Profi, das werde ich nie vergessen, schließlich habe ich hier früher als kleiner Junge bei den Spielen zugeschaut“, erklärte der Hemeraner, dem in den letzten Monaten der Durchbruch gelang. Vermissen werde er die Stimmung in der Halle. „Wenn hier Gas gegeben wird, ist es die lauteste der Liga“, sagte der 20-Jährige und räumte ein, dass er vielleicht nicht gerade weinen müsse, aber an solch einem Tag auch nicht ganz glücklich sei.

Ganz nüchtern blieb hingegen Trainer Jamie Bartman, der sein letztes Heimspiel als Roosters-Coach „wie jedes andere“ angehen wollte und vor seinen letzten Aufgaben nur das Ziel ausgab, erst gegen Ingolstadt und dann auch am Sonntag (14 Uhr) in Wolfsburg zu gewinnen.

Über Bartmanns möglichen Nachfolger sprach später Wolfgang Brück, Iserlohns geschäftsführender Gesellschafter. „Den Namen Jason O’Leary habe ich auch gelesen“, schmunzelte Brück – und setzte ein vielsagendes „Ich halte viel von ihm“ hinzu. Die Verpflichtung des 40 Jahre alten Kanadiers, der noch für den Nachwuchs des schweizerischen EV Zug arbeitet, bestätigte der Roosters-Boss natürlich nicht.

Auch bei einer anderen spannenden Personalie konnte er Telekom-Reporter Patrick Pöhler nur eine vage Antwort geben. Ob Jon Matsumoto am Seilersee bleibe? „Wir wollen mal sehen, wie das Rennen ausgeht“, sagte Brück und kündigte Gespräche für die kommende Woche an. Sollte der IEC den kanadischen DEL-Topscorer halten können – das wäre für die Iserlohner Fans ein hervorragender Grund, um zu feiern.

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