Iserlohn Roosters

Bergmann: „Nationalmannschaft? Das wäre das Größte!“

Lean Bergmann spielt eine bislang überzeugende Saison.

Lean Bergmann spielt eine bislang überzeugende Saison.

Foto: Michael May

Iserlohn.   Roosters-„Nesthäkchen“ Lean Bergmann hat voll eingeschlagen. Er ist "Spieler des Monats September" und träumt schon vom Halbfinale.

Am letzten Donnerstag hat er seinen 20. Geburtstag gefeiert und durfte das 4:2 über Bremerhaven bejubeln. Am Sonntag wurde Lean Bergmann dann vor dem Match gegen Augsburg ausgezeichnet: Der jüngste Spieler der Roosters-Stammformation war von den Fans zum „Spieler des Monats September“ gewählt worden.

„Das ist auf jeden Fall etwas Besonderes, echt cool“, freut sich das Iserlohner „Nesthäkchen“ über diese Auszeichnung, die sich der Neuzugang redlich verdient hat. Denn der DEL-Debütant, der in Iserlohn das Eishockeyspielen begonnen und als Kind auf den Rängen die Roosters angefeuert hat, spielt bislang eine exzellente Saison. Er wirkt so, als sei er schon immer dabei gewesen: selbstbewusst, engagiert, mannschaftsdienlich, offensivfreudig, keinem Zweikampf aus dem Wege gehend. Schon drei Treffer und zwei Beihilfen hat er in seinen acht Einsätzen erzielt. „Das hatte ich mir so auch nicht vorgestellt. Ich hatte gedacht, dass ich weniger spielen würde“, zeigt sich der Stürmer selbst überrascht von seinem persönlichen Saisonstart, fügt jedoch sofort an: „Das darf man nicht überbewerten. Ich muss hart arbeiten und besser werden. Vor allem muss ich meine Spielintelligenz beim Spiel ohne Puck verbessern.“

Trainer Rob Daum bezeichnet den Youngster als „große Überraschung“ und lobt: „Lean hat sehr viel Selbstvertrauen und Speed. Er arbeitet auf dem Eis und auch abseits davon perfekt. Für ihn ist Eishockey nicht nur ein Job, sondern Livestyle.“ Dass er auch in Überzahl spielt, habe er sich verdient.

Um so weit zu kommen, hat Lean Bergmann stets sein Ziel verfolgt und dafür einiges von seiner Jugend geopfert, darunter sicherlich auch Freundschaften oder viele Freizeitaktivitäten. Denn schon früh verließ er mit seinem Wechsel zu den Jungadlern nach Mannheim als Zwölfjähriger seine Familie. Dann durchlief er die harte Nachwuchsschule in Schweden, die ihn am stärksten geprägt hat, wo Eishockey absolut im Fokus stand mit perfekten Rahmenbedingungen und einer Topin­frastruktur, die ganzjährig zur Verfügung steht. „Da wurde immer voll trainiert, auch wenn Spiele anstanden. Selbst wenn man mal nach den Anstrengungen kotzte, musste es weitergehen. Und die Eltern durften nicht in die Kabine, das ist aber auch gut so.“ In den USA gab es eine hohe Intensität an Spieltagen. Im Nachwuchs werde dort schon so gearbeitet wie in der DEL.

Der Wunsch von einer Karriere in Nordamerika

Aber er habe nicht nur Opfer gebracht. „Ich kann perfekt Schwedisch.“ Und Englisch sowieso. Bergmann weiter: „Ich habe schon viel Lebenserfahrung und schon mehr erlebt als so mancher in einem ganzen Leben.“ Wenn es dann auch noch so läuft wie momentan und er bei seinem Heimat- und Lieblingsverein in der prickelnden Atmosphäre der Eissporthalle auflaufen darf, kommt er zu der Feststellung: „Dafür arbeitet man! Dafür macht man das.“ Und er wird nicht nachlassen, sondern will sich weiter verbessern. Er konzentrierte sich, nachdem er den Highschool-Abschluss gemacht hat, ganz auf eine Eishockey-Karriere, berichtet aber von einem für viele sicherlich ungewöhnliche Hobby. Denn aus Spaß an der Mathematik absolviert er in Amerika einen Mathekurs.

Für seine weitere Laufbahn hat der in Iserlohn aufgewachsene gebürtige Hemeraner klare Ziele: „Natürlich sind AHL und NHL eine Perspektive.“ Dabei verweist er auf erfolgreiche Beispiele, wie zuletzt Brooks Macek, der über Iserlohn und München nun den Sprung zurück nach Nordamerika geschafft hat. Die Kontakte über den großen Teich hat Bergmann natürlich nicht abgebrochen.

Weniger Gegentore und endlich auch Auswärtssiege

Seine bisherigen Leistungen haben das Talent zwangsläufig mehr in den Blickpunkt gerückt, und offenbar zeigen auch andere Vereine erstes Interesse. Und wie sieht es mit Bundestrainer Marco Sturm aus? „Ich habe gehört, dass er Bescheid weiß“, sagt Bergmann. „Ich hoffe natürlich, dass ich eine Chance bekomme. Denn es wäre absolut cool, für Deutschland zu spielen. Das wäre das Größte.“

Deshalb sagt er auch, angesprochen auf seine aktuellen Ziele: „Ich wünsche mir, dass es so weitergeht.“ Und für das Team wünscht sich Lean Bergmann weniger Gegentore und endlich auch Auswärtssiege. Zuversichtlich ist er, was das sportliche Abschneiden der Roosters betrifft: „Wir wollen in die Play-offs, und das Halbfinale ist drin.“ Dazu will das Roosters-Talent seinen Teil beitragen.

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