Eishockey

Politik erkennt Roosters-Bedarf nach zweiter Eisfläche an

Hier könnte am Seilersee einmal eine zweite Eisfläche entstehen.

Hier könnte am Seilersee einmal eine zweite Eisfläche entstehen.

Foto: Michael May IKZ

Iserlohn.   Sowohl SPD als auch CDU sind sich einig: Die Young Roosters brauchen eine zweite Eisfläche. Nun soll es Sportausschuss konkrete Diskussionen geben.

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In diesem Punkt sind sich SPD- und CDU-Fraktion in Iserlohn einig: Beide politischen Lager erkennen den Bedarf der Young Roosters nach einer zweiten Eisfläche an. Das machen sie aktuell in ihren Anträgen deutlich, die in die Tagesordnung der nächsten Sportausschusssitzung aufgenommen werden sollen. Und darin geht es für beide Seiten nicht schon um ein grundsätzliches „Ja“ oder „Nein“, sondern zunächst darum, Fakten zu sammeln, um die Realisierbarkeit eines solchen Projektes zu überprüfen - sachlich, seriös, ergebnisoffen.

„Denn technisch und finanziell diskutieren wir momentan noch in einem luftleeren Raum“, verdeutlicht CDU-Fraktionsvorsitzender Fabian Tigges, dass die schon seit Jahren laufende Diskussion über eine zweite Eisfläche bislang wenig konkret verlaufen ist. „Die CDU-Fraktion erkennt diesen Bedarf grundsätzlich an, um den Eishockeystandort Iserlohn nachhaltig zu sichern“, heißt es im Antrag. „Die Auslastung wird nicht das Thema sein“, unterstreicht auch SPD-Fraktionschef Dimitrios Axourgos den Bedarf mit Blick auf die Nutzung nicht nur durch Roosters und Young Roosters, sondern auch durch die Eiskunstläufer der EG Iserlohn, die Hobbyvereine, den Schulsport und den Breitensport.

Inzwischen haben die Young Roosters, wie bereits im November an dieser Stelle berichtet, derartige Überlegungen intensiviert und konkretisiert, weil das Fehlen einer zweiten Eisfläche ein deutlicher Standortnachteil im Kampf um die Wettbewerbsfähigkeit sowie bei der Erfüllung des „Fünf-Sterne-Programms“ des DEB ist. „Schon im Dezember haben wir mit den Young Roosters sehr konstruktive und positive Gespräche geführt“, berichtet Axourgos, „jetzt geht es darum, Daten zu sammeln, bevor wir uns politisch damit auseinandersetzen.“

Grünfläche zwischen Halle und Sportplatz angepeilt

Ein zentraler Punkt: der Standort. SPD und CDU sind sich einig, die Eignung der Grünfläche zwischen Eissporthalle und Seilersee-Sportplatz zu überprüfen. Diese Bereich gilt als ideal, weil er sich in unmittelbarer Nähe zur Eissporthalle und deren Infrastruktur (u. a. Technik, Eismaschine, Kabinen) befindet. Nach Einschätzung beider Fraktionen biete dieser Standort die besten Synergieeffekte. Daher habe man diese Fläche seit Jahren bewusst frei gehalten, so Axourgos. Der Parkplatz vor dem Haupteingang ist für beide Parteien keine Option.

Eine weitere Frage: der Bedarf der Young Roosters. Tigges geht von einer reinen Trainingsfläche aus. „Wir wollen uns bei einem Vor-Ort-Termin genau anschauen, was die Young Roosters wollen“, erklärt Dimitrios Axourgos, der auch von bereits kursierenden, recht aufwändigen Plänen berichtet. „Aber das ist kein Exklusivprodukt für die Young Roosters“, macht Tigges deutlich, dass auch andere Vereine und Sportarten profitieren. Axourgos streicht u. a. Kooperationen mit Schulen heraus.

Ein entscheidender Punkt: Kosten und Finanzierbarkeit. Grundsätzlich gibt es keine konkreten Angaben. SPD und CDU betonen aber unisono, dass sich die Young Roosters an der Finanzierung beteiligen müssen. Axourgos gibt zu bedenken, dass mit dem Bau einer zweiten Fläche „eine nicht unerhebliche Belastung“ auf die Bädergesellschaft als Betreiber zukomme. „Es ist klar, dass die Fläche jährlich Betriebskosten verursacht.“

Axourgos will Visionen verfolgen

Eine weitere Frage: mögliche Widerstände. „Das ist sicherlich kein Projekt, dass keinen Widerspruch bekommt“, macht Axourgos deutlich. Aber beide Fraktionschefs sind sich einig, dass die Roosters diesen Bedarf formulieren dürfen, auch in Zeiten einer angespannten Haushaltslage. Axourgos: „Wenn Projekte und Visionen anstehen, sollte man sie verfolgen, egal zu welcher Zeit. Natürlich gibt es Projekte, die eine höhere Priorität genießen. Aber auch dieses ist gerechtfertigt.“ Und er macht deutlich, „dass die Stadt so dastehe, dass wir darüber nachdenken können. Denn Verwaltung und Rat haben eine gute Arbeit gemacht. Was machbar ist, machen wir auch.“

Und ein weiterer Punkt: der Zeitplan. Sowohl Tigges als auch Axourgos gehen davon aus, dass im Laufe der nächsten Monate die Rahmenbedingungen festgelegt werden müssen und Ende des Jahres die Grundlagen geschaffen werden, um bei einem „Pro“ für die zweite Eisfläche die Mittel in den Haushalt 2017 einzustellen.

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