Eishockey

Iserlohn Roosters vergeben gegen Kölner Haie viele Chancen

Die Iserlohn Roosters unterlagen auch gegen die Kölner Haie knapp.

Die Iserlohn Roosters unterlagen auch gegen die Kölner Haie knapp.

Foto: Michael May

Iserlohn.   Die Roosters unterlagen den Kölner Haien mit 3:4 nach Penaltyschießen. Die Iserlohner betrieben hohen Aufwand, verbuchten aber nur einen Punkt.

Muss man es schon als Erfolg werten, dass eine knappe Roosters-Niederlage ausnahmsweise einmal mit einem Punkt dekoriert wird? In einem unspektakulären Westderby hätten sich die Iserlohner eigentlich eine bessere Ausbeute sichern müssen, denn sie investierten mehr als die um einen Platz in den „Top vier“ kämpfenden Rheinländer, sie nutzten aber ihre zahlreichen Chancen nicht.


Iserlohn Roosters - Kölner Haie 3:4 (0:1, 2:1, 1:1, 0:0 ) n.P. Es war als erfreuliche Mitteilung vor dem ersten Bully gedacht, aber es gab Pfiffe, als Vertragsverlängerungen angekündigt wurden. Doch die Zusage von Jake Weidner und Dieter Orendorz für zwei weitere Jahre am Seilersee erntete dann doch Applaus von den voll besetzten Rängen.

Man hätte im ersten Drittel gern ein längeres Kräftemessen bei nummerischem Gleichstand erlebt, doch der Strafzeitenüberhang bei den Hausherren ließ das nicht zu. Knapp die Hälfte des Abschnitts spielten sie in Unterzahl, fast zwei Minuten sogar in doppelter, aber sie stemmten sich in diesen Phasen erfolgreich den Haien entgegen, deren Powerplay es an Dynamik und Ideen fehlte. Nach ereignisarmen ersten zehn Minuten hatten sich die Iserlohner gerade vervollständigt, als Köln durch Uvira zum 0:1 traf.

Roosters kassieren unnötige Strafen

Die Hausherren beeindruckte das nicht über Gebühr. Sie passten sich in ihrem ersten Powerplay zwar dem zuvor erlebten Niveau des Gegners an, aber im Anschluss gelang der erste richtig gute Spielzug des Tages. Camara scheiterte jedoch an Wesslau. 13 Minuten waren gespielt, und das Blatt wendete sich völlig unnötig wieder gegen die Roosters. Marco Friedrich durfte nach einem rüden Check von hinten vorzeitig duschen. Köln nahm die fünfminütige Einladung zum Ausbau der Führung allerdings nicht an, Iserlohn verteidigte aber auch gut.

Der Strafbank fern zu bleiben, zahlte sich für die Gastgeber im zweiten Drittel aus, denn sie kämpften sich allmählich in die Partie, gewannen die Oberhand und arbeiteten am Ausgleich. Hüben wie drüben mangelte es jedoch an Passgenauigkeit, so dass gelungene Spielzüge Mangelware blieben. Aber die Roosters bewiesen nun Entschlossenheit im Powerplay und wurden belohnt. Trupp bediente den vor dem Tor lauernden Justin Florek, und der überwand Wesslau.

Tiffels erzielt 2:2 für Kölner Haie

Und wenn Tempo und Zielstrebigkeit da sind, kann man Köln auch alt aussehen lassen. Trupp zu Caporusso, der sofort weiter zu Kevin Schmidt - das war das 2:1 nach 32 Minuten. Doch die mühsam erarbeitete Führung war nur 51 Sekunden später wieder dahin. Tiffels kurvte um das Iserlohner Gehäuse, Sebastian Dahm machte die Ecke zu spät zu und sah schlecht aus, als der Kölner einklinkte.

Im Schlussabschnitt arbeiteten die Sauerländer eindeutig mehr als die Haie. Dabei half ihnen die schnelle Führung auf die Sprünge, als Louie Caporusso seine freie Schussbahn nutzte. Fortan hatte der starke Wesslau im Kölner Tor erheblich mehr Arbeit als Kollege Dahm, und von den Rängen kamen vehemente Anfeuerungsrufe.

Iserlohn holt den Gegner zurück ins Spiel

Dass etliche Fangruppierungen ihr angekündigtes Schweigen konsequent einhielten, reduzierte die Gesangsbeiträge zwar beträchtlich, aber dass die Stimmung nicht überschwänglich war, lag primär daran, dass auf dem Eis wenig Mitreißendes geboten wurde.

Wie im Mittelabschnitt holten die Iserlohner den Gast wieder zurück ins Spiel. In Unterzahl attackierten sie das Kölner Tor, waren dann zu offen, und das nutzte Akeson. Auch nach diesem erneuten Rückschlag hatten die Roosters genügend Chancen, die Partie für sich zu entscheiden. Die beste vergab Travis Turnbull, als er die Scheibe an den Pfosten donnerte (53.). Und als sich die Haie kurz vor Schluss noch eine Bankstrafe einhandelten, lag das Last-Minute-Tor in der Luft. Aber niemand fand die Lücke - Verlängerung. Hier dominierten die Roosters und Caporusso durfte schon einmal für’s Penaltyschießen üben, als er von Schütz von den Beinen geholt wurde. Er scheiterte, wie auch im Schlussakt. Und weil es seine Mitstreiter nicht besser machten, blieb es bei dem einen Punkt.

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