Eishockey

8:2 gegen Nürnberg: Iserlohn Roosters feiern höchsten Saisonsieg

Lean Bergmann erzielte das 5:2 und bereitete das 2:1 vor.

Lean Bergmann erzielte das 5:2 und bereitete das 2:1 vor.

Foto: Dennis Echtermann

Iserlohn.   Vier Tage nach dem 2:5 in Nürnberg gewannen die Iserlohn Roosters deutlich gegen die Franken. Mit stehenden Ovationen wurde das Team gefeiert.

Die Roosters haben den Angriff der Teams vom Tabellenende nach zuletzt zwei Auswärtsniederlagen mit einem beeindruckenden Comeback abgewehrt. Nur vier Tage nach dem 2:5 in Nürnberg schossen die Sauerländer die Franken aus der Halle und feierten sechs Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde mit dem 8:2 den höchsten Saisonsieg. Und trotz des Anfeuerungsboykotts einiger Fanklubs herrschte endlich wieder gute Stimmung. „Oh, wie ist das schön!“, wurde nach diesem deutlichen Triumph gejubelt.


Iserlohn Roosters - Nürnberg Ice Tigers 8:2 (2:1, 2:1, 4:0). Mit veränderten Sturmreihen starteten die Hausherren die Mission „Drei-Punkte-Sieg“. Schon die Anfangsphase bot etliche Highlights. Nach nur 38 Sekunden mussten die Heimischen erstmals tief durchatmen, als die Scheibe im Netz von Niko Hovinen lag. Die Gäste hatten allerdings den Goalie samt Scheibe ins Tor geschoben. Der Videobeweis klärte auf. Kein Tor! Das hatte auf der Gegenseite Jon Matsumoto auf dem Schläger, er traf das Gestänge.

Roosters-Kapitän Florek markiert Führungstreffer

Doch kurz darauf durfte gejubelt werden. Nach einem energischen Scheibengewinn von Marko Friedrich startete Justin Florek durch. Der Kapitän scheiterte zwar mit seinem ersten Schuss, beim zweiten machte er aber die Führung nach viereinhalb Minuten perfekt. Und das keinesfalls hochklassige Match blieb turbulent. Zunächst vergaben die Hausherren eine 45 Sekunden dauernden 5:3-Überzahl. Das war schwach. Wenig später wurde Anthony Camara gefoult, dessen Penalty entschärfte Treutle (9.).

Statt dessen schlugen die Franken gleich bei ihrem ersten Powerplay zu. Keaton Ellerby hatte nur zwölf Sekunden draußen gesessen, da hatte es durch Pföderl hinter Hovinen eingeschlagen (15.). Eine derartige Effizienz brachten die Roosters im Powerplay zunächst nicht zustande. Nahezu kläglich verlief eine 88 Sekunden lange 5:3-Überzahl. Aber mit nur einem Spieler mehr klappte es. Travis Turnbull fälschte den Puck nach Schuss von Lean Bergmann, der zunächst als Schütze gefeiert wurde, ab (17.). Mit einer knappen Führung ging es in die Kabine.

Camara erzielt sein 20. Saisontor

Im Mitteldrittel stellte der IEC die Weichen auf Sieg. Ob es daran lag, dass die Trikots gewechselt wurden, weil zunächst der falsche Sponsor präsentiert worden war? Jedenfalls gelang wieder ein optimaler Start. Denn nach entschlossenem Vorstoß von Florek und dessen präzisem Pass netzte der unermüdliche Friedrich ein (23.). Und nur drei Minuten traf auch Camara. Er stand in zentraler Position nach Hereingabe von Dylan Yeo völlig frei. Sein 20. Saisontreffer bedeutete die Drei-Tore-Führung, die die Hoffnung auf einen Dreier nährte, zumal von den Gästen nun eine recht überschaubare Gefahr ausging und Iserlohn solide, phasenweise allerdings auch sehr hektisch und mit Glück, in der Defensive arbeitete.

Aber es drohte doch noch einmal eng zu werden, weil die Ice Tigers auch bei ihrem zweiten Powerplay trafen. Fox gab der Scheibe mit dem Rücken die entscheidende Richtungsänderung (35.), Bast wurde das Tor gutgeschrieben. Da war es hilfreich, dass die Sauerländer anschließend das dritte Unterzahlspiel schadlos überstanden und ihren Vorsprung mit viel Engagement in die zweite Pause retteten.

Bergmann trifft im Powerplay

Camara hatte gleich nach Wiederbeginn bei Überzahl die Chance zum 5:2, Treutle klärte. Aber Iserlohn wollte die Entscheidung, durfte sich dabei aber keine Nachlässigkeiten erlauben. Bergmann machte schließlich im Powerplay den Deckel drauf, wenngleich zuvor auch eine dritte 5:3-Überzahl ungenutzt blieb (48.). Gänzlich aus dem Häuschen waren die Fans, als Friedrich bei Unterzahl seinen Konter kaltschnäuzig abschloss und mit seinem zweiten Treffer das halbe Dutzend vollmachte (50.).

Doch damit war der Torhunger noch nicht gestillt. Auch DEL-Topscorer Matsumoto durfte sich nach seinem 7:2 feiern lassen (53.). Übermütig wurde gefordert: „Nur noch drei!“ Dieser Wunsch erfüllte sich zwar nicht, aber einmal konnte noch gefeiert werden, denn mit seinem zweiten Tor machte Turnbull den höchsten Saisonsieg perfekt. Mit stehenden Ovationen wurde das Team gefeiert - ein Ereignis mit Seltenheitswert in dieser verkorksten Saison.

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