Kommentar

Der 1. FC Köln braucht einen radikalen Schnitt

Dieses Duo hat in Köln keinen Erfolg: Trainer Achim Beierlorzer (l.) und Geschäftsführer Sport Armin Veh.

Dieses Duo hat in Köln keinen Erfolg: Trainer Achim Beierlorzer (l.) und Geschäftsführer Sport Armin Veh.

Foto: dpa

Essen.  Beim 1. FC Köln geht es seit der Derby-Pleite gegen Düsseldorf drunter und drüber. Trainer Beierlorzer erhält noch eine Chance. Ein Kommentar.

Das mit dem Vertrauen ist so eine Sache. Trainer Achim Beierlorzer wurde vom Vorstand des 1. FC Köln in einer Vereinsmitteilung „das Vertrauen“ ausgesprochen, er bleibt Trainer des Bundesligisten. Jenes Vertrauen ist allerdings nicht viel wert: Verliert Köln am Freitag gegen Hoffenheim, dürfte Beierlorzer seinen Job verlieren, das hat der Vorstand ebenfalls angedeutet. Zumal das Vertrauen in den Trainer ohnehin nicht besonders groß sein kann, wenn sich die Klubverantwortlichen in allen Gremien mit einer Mehrheit gegen Beierlorzer ausgesprochen haben sollen.

Was also soll das künstliche Festhalten am Trainer, der es nicht schaffte, die durchaus vorhandene Qualität des Kaders in Erfolge umzumünzen? Bei dem keine Spielidee erkennbar war, unter dem Stars wie Anthony Modeste und Jorge Meré völlig unter ihren Möglichkeiten bleiben, unter dem vermeintliche Führungsspieler nicht mehr als solche erkennbar sind? Selbst der FC Bayern hat aus weniger eklatanten Gründen vor zwei Tagen die Reißleine gezogen und Niko Kovac entlassen.

Armin Veh hofft auf seine Ehrenrettung

Sport-Geschäftsführer Armin Veh aber hält fest am 51-Jährigen, dem er in seiner ersten Station als Bundesligatrainer zutraute, Köln in der Liga zu halten. Es ist ein Spiel auf Zeit und Veh hofft damit auch auf die eigene Ehrenrettung, denn wenn der Trainer geht, ist auch er als Manager zum gleichen Zeitpunkt nicht mehr zu halten. Zumal Veh seinen Abgang im Sommer ohnehin bereits selbst beschlossen hat.

Der 1. FC Köln befindet sich also in einer Zwickmühle: Veh müsste nach einer Beierlorzer-Entlassung einen neuen Trainer finden, der im Sommer wiederum einen neuen Chef hätte. Welcher Trainer lässt sich darauf ein? Die beste Lösung ist also ein radikaler Schnitt, der eigentlich vor dem Hoffenheim-Spiel hätte erfolgen sollen: Geht der Trainer, muss auch Veh frühzeitig mitgehen. Nur dann lässt sich eine geordnete Planung für die Zukunft gestalten.

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