FC Bayern

FC Bayern wappnet sich für Titelkampf mit Künstler Coutinho

Philippe Coutinho küsst bald nicht mehr das Trikot des FC Barcelona.

Philippe Coutinho küsst bald nicht mehr das Trikot des FC Barcelona.

Foto: Reuters

München.  Philippe Coutinho kommt vom FC Barcelona zum FC Bayern München. Sein Debüt feiert der 27-jährige Brasilianer am Samstag auf Schalke.

Nachhaltig irritiert wirkten die Bayern nicht, und übers Wochenende unterlegten sie ihre Selbstgewissheit auch noch einmal verbal. „Jetzt ist unser Kader so komplett und so gut aufgestellt, wie wir uns das vorgestellt haben“, sagte Präsident Uli Hoeneß mit einigem Stolz. „Wir hatten Anfang Juli einen zu kleinen Kader. Den haben wir jetzt durch drei Transfers in den letzten Tagen und Wochen aufgefüllt – und ich meine auch mit Qualität aufgefüllt.“ Mit dieser Belegschaft könne Trainer Niko Kovac „in aller Ruhe bis Weihnachten arbeiten“, dann sehe man weiter.

Es waren Sätze, die nur bedingt zu den sportlichen Eindrücken vom Freitagabend passten, als die Münchener gegen Hertha BSC gleich beim Ligastart einen Rückschlag hinnehmen mussten. Doch weil nach dem 2:2 (1:2) durch die Tore von Robert Lewandowski (24. und 60./FE) sowie der Berliner Dodi Lukebakio (36.) und Marko Grujic (39.) umgehend der Transfer von Philippe Coutinho, 27, vom FC Barcelona und nebenbei auch jener von Mittelfeldtalent Mickael Cuisance, 20, von Borussia Mönchengladbach für rund zehn Millionen Euro bestätigt werden konnte, überwog rasch die Zuversicht. Nicht nur jene, Borussia Dortmunds Meisterambitionen abwehren zu können. Sondern ebenso die, für einen Angriff aufs Halbfinale der Champions League gewappnet zu sein, mindestens.

Leroy Sané kommt vorerst nicht zum FC Bayern

So jedenfalls klang Hoeneß bei Sky, und so klangen auch die übrigen Münchener, auch Karl-Heinz Rummenigge. „Unsere ganze Offensive wird davon profitieren“, frohlockte der Vorstandschef wegen des „Topspielers“ Coutinho, der zunächst für ein Jahr ausgeliehen wird und anschließend per Kaufoption fest verpflichtet werden könnte. Schon am Samstag beim FC Schalke dürfte er sein Debüt für die Bayern geben, ebenso wie der zuvor von Inter Mailand ausgeliehene Linksaußen Ivan Perisic, 30, der gegen die Hertha gesperrt fehlte. Und dann ist da ja noch Rekordzugang Lucas Hernández, der nach seiner Knie-OP im März und dem langen Aufbau schon bald als linker Innenverteidiger fester Bestandteil der Stammelf werden soll.

„Wir haben ein großes Stück Arbeit getan“, sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic erleichtert, weil durch Coutinhos Verpflichtung nach großen Mühen auf dem Spielerbasar des Sommers nun auch jener Königstransfer mit Signalwirkung für ganz Europa vollbracht ist, für den eigentlich Manchester Citys Flügelspieler Leroy Sané, 23, vorgesehen war. Vorerst wird der deutsche Nationalspieler aber nicht kommen, wie Rummenigge anklingen ließ. „Jeder weiß, was ein Kreuzbandriss bedeutet und was die Ausfallzeit ist“, sagte er. Stattdessen soll nun Coutinho, für den angeblich 8,5 Millionen Euro Leihgebühr und bei einer festen Verpflichtung 120 Millionen Euro Ablöse fällig werden, für Glanz sorgen. „Solche Spieler können in der Saison den Unterschied ausmachen, ob du etwas gewinnst oder nicht“, goutierte Lewandowski die von ihm mehrmals geforderte Verstärkung, die man gebraucht habe, wie auch Kapitän Manuel Neuer befand. Und sogar Dortmunds Julian Brandt schwärmte über die „Bereicherung“ für die Liga: „Philippe Coutinho ist ein geiler Spieler. Ich bin ein absoluter Fan von ihm.“

10.000-Euro-Strafe für Sanches

In jedem Fall war am Freitag deutlich geworden, dass der FC Bayern in der Offensive die zusätzliche Qualität von Ivan Perisic und vor allem von Barcelonas Leihspieler gut gebrauchen kann. Oft fehlte die nötige Zuspitzung und Präzision in den letzten Aktionen. Nun warten die Bayern auf Coutinhos Kreativkunst, der Thomas Müller und vor allem Renato Sanches zum Opfer fallen könnten. Der Portugiese äußerte nach seinem Kurzauftritt gegen Berlin erneut seinen Wechselwunsch. „Ruhe geben“ soll Sanches, rügte Rummenigge, begleitet von einer Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro.

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