Kommentar

Geisterspiel-Pläne: Warum sich Fans damit anfreunden müssen

Wenn es weitergehen sollte, dann nur mit Geisterspielen – hier der Mönchengladbacher Patrick Hermann beim Eckstoß im bisher einzigen Bundesligaspiel ohne Zuschauer am 11. März gegen Köln (2:1).

Wenn es weitergehen sollte, dann nur mit Geisterspielen – hier der Mönchengladbacher Patrick Hermann beim Eckstoß im bisher einzigen Bundesligaspiel ohne Zuschauer am 11. März gegen Köln (2:1).

Foto: Fabian Strauch / dpa

Essen.  Die DFL plant wohl Geisterspiele mit nur 239 anwesenden Personen. Eine Maßnahme, die Fans und Klubs gefallen sollte. Ein Kommentar.

239 Personen. Exakt so viele Menschen sollen künftig bei Geisterspielen der Bundesliga anwesend sein dürfen – inklusive der Mannschaften und Betreuer wohlgemerkt. Das zumindest berichtet die "Bild" und beruft sich dabei auf Pläne der Deutschen Fußball-Liga (DFL). Um die Saison trotz der anhaltenden Corona-Pandemie abzuschießen, soll bei den Spielen - so sie tatsächlich ab Mai stattfinden werden - auf nahezu jeden Zuschauer verzichtet werden, der nicht unersetzlich für Ablauf und Übertragung der Partie ist.

Mit Blick auf die Gefahren des Virus ist es nur folgerichtig, dass frei nach dem Motto: „Je weniger, desto besser“, auch VIP-Gäste und Klub-Mitarbeiter ohne Funktion draußen bleiben müssen. Nur acht Mitglieder pro Delegation sollen erlaubt sein – anders also, als noch beim ersten und bislang einzigen Geisterspiel der Bundesligageschichte. Statt nur 239 Menschen waren am 11. März rund 600 Menschen im Stadion als Borussia Mönchengladbach auf den 1. FC Köln traf.

Anhänger müssen sich mit Geisterspielen abfinden

Komplett auf die Austragung der restlichen Saisonspiele verzichten können die Klubs allein aus finanziellen Gesichtspunkten nicht. Als eine Art Notlösung wären Geisterspiele ab Mai für die 36 Profivereine allerdings ein Segen. Durch die anhaltende Ligapause rutschen immer mehr Klubs in finanzielle Schieflage. Teilweise drohen sogar Insolvenzen. Geisterspiele und die damit verbundenen TV-Gelder in Millionenhöhe könnten dieses Albtraum-Szenario wohl noch verhindern.

Auch die Fans würden Insolvenzen der Klubs aus emotionaler Sicht hart treffen, weshalb sich auch Anhänger inzwischen mit dem Gedanken an Geisterspiele anfreunden müssen. Besser als gar keine Spiele und ein möglicher Saisonabbruch sollte diese Option allemal sein. Verzichten müssten die Anhänger dann allerdings auch auf Treffen in Bars oder spontane Partys vor den Stadien – wie etwa in Mönchengladbach oder beim Champions-League-Spiel des BVB in Paris.

Ordner sollen Fan-Versammlungen am Stadion verhindern

Ordner sollen künftig dafür sorgen, dass Ansammlungen rund um die Stadien unterbunden werden. Auch das ist der einzig richtige Weg. Denn die ganze Aufregung rund um Geisterspiele und die möglichen 239 Menschen bei einem Fußballspiel würde nichts bringen und Maßnahmen würden verpuffen, wenn sich einzelne Anhänger nicht an die Kontaktbeschränkungen halten. Eine Weiterführung der Bundesliga wäre unter diesen Umständen wohl kaum möglich. Und das dürfte weder im Interesse von Vereinen noch von den Fans sein.

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