Bundesliga

2:2! Die Bayern-Saison beginnt mit einer Enttäuschung

Hertha BSC bejubelt die Führung in München.

Hertha BSC bejubelt die Führung in München.

Foto: Getty

München.  Der FC Bayern hat im Auftaktspiel der neuen Bundesligasaison den fest eingeplanten Sieg gegen Hertha BSC verpasst. Nun soll Coutinho kommen.

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Vor Anpfiff zur 57. Bundesliga-Saison hatten die Fans des FC Bayern auf großen Buchstaben ihren dringendsten Wunsch an die Deutsche Fußball-Liga (DFL) gerichtet. „Es wird Zeit für Veränderungen“, stand in der Südkurve zu lesen, „der Fußball gehört allen!“

Die Worte fanden Gehör. Bayern spielte im 12. Eröffnungsspiel, das man als amtierender Meister bestreiten durfte, nur 2:2 (1:2) gegen Hertha BSC und geht angeknockt ins Wochenende. Der wohl größte Rivale Borussia Dortmund kann die Bayern gegen den FC Augsburg überflügeln.

Der Mannschaft von Trainer Niko Kovac drohte zwischendurch sogar eine historische Schlappe. Noch nie verlor ein Titelverteidiger das Eröffnungsspiel seit der Premiere vor 18 Jahren. Zwei Lewandowski-Tore verhinderten die Blamage - mithilfe des Videobeweises. Doch der Reihe nach.

Lukebakio wird erneut zum Bayern-Schreck

Die Vorentscheidung schien zunächst nach 24 Spielminuten gefallen. Bayern hochüberlegen: Joshua Kimmich schickt im Mittelfeld Serge Gnabry über die rechte Seite steil, Torschützenkönig Robert Lewandowski schiebt dessen scharfe Vorlage über die Torlinie. Alles wie gehabt?

In drei Minuten kippte das Spiel. 36. Minute: Dodi Lukebakio, mit 20 Mio. Euro Rekordtransfer, schnappt sich den Ball im Mittelfeld, wird nicht attackiert und trifft mit seinem Schuss aus 20 Metern Vedad Ibisevic’ Rücken so glücklich, dass der Ball vorbei an Torwart Neuer ins Tor sinkt.

Vorige Saison hatte Lukebakio, damals für Fortuna Düsseldorf, beim 3:3 in München drei Tore erzielt und die tiefste Bayern-Krise seit Jahren ausgelöst. Diesmal legte Mark Grujic nach. 39. Minute: Ibisevic mit Lupfer in den Strafraum, Grujic tanzt Neuer aus - das überraschende 1:2.

Bayern-Aufbau pomadig und berechenbar

Nun rächte sich, dass Bayern auf dem Transfermarkt keine Kreativität verpflichtet hatte. Die Bayern-Elf bot kaum Veränderung zum Vorjahr. Nur Benjamin Pavard, Verteidiger aus Stuttgart, stand als Neuling in der Startelf. Lucas Hernandez, 80 Mio. Euro teuer, saß auf der Bank.

Der Spielaufbau: scheinbar überlegen, aber pomadig und berechenbar. Die Flankenläufe von Serge Gnabry rechts und Kingsley Coman links bringen kaum Ertrag, wenn eine Abwehr die Mitte verriegeln kann wie Hertha BSC. Erst der Videobeweis half Bayern.

60. Minute: Nach einem Gerangel mit Grujic sinkt Lewandowski zu Boden, das Spiel läuft zuerst weiter, ehe Schiedsrichter Harm Osmers den Hinweis vom Video-Schiedsrichter bekommt, die Szene neu zu bewerten. Den Elfmeter verwandelt Lewandowski sicher.

In der ausverkauften Allianz-Arena diktierten die Gastgeber zunehmend das Spiel. Aber Angriffe, die allein auf Lewandowski ausgerichtet sind, verlaufen sich irgendwann. Thiago als erklärter Spielgestalter im Mittelfeld setzte zu wenig Impulse gegen das Berliner Bollwerk.

Sané-Transfer zu Bayern bleibt möglich

Bayern wird deshalb reagieren müssen. Der Angreifer Philippe Coutinho (FC Barcelona) steht unmittelbar vor einem Wechsel zum FC Bayern. „Wir können bestätigen, dass es im Prinzip eine Einigung über eine Ausleihe gibt“, sagte Barca-Direktor Guillermo Amor im spanischen Fernsehen.

Der Brasilianer soll schon am Sonntag zum Medizin-Check nach München kommen und nach Ivan Perisic der zweite Offensiv-Spieler werden, den die Bayern nach dem Abschied von Franck Ribery und Arjen Robben brauchen.

Der ursprüngliche Wunschspieler Leroy Sané (ManCity) hatte sich schwer am Knie verletzt und kehrt vermutlich nicht vor dem Frühjahr zurück. Dass stattdessen zwei hochkarätige Angreifer nur ausgeliehen wurden, legt den Schluss nahe, dass der Sané-Transfer zu Bayern möglich bleibt.

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