Bundesliga

Neuer Trend: Bundesliga wird zur Torfabrik

Tor für Schalke: Suat Serdar trifft zum 1:0 gegen den 1. FC Köln.

Tor für Schalke: Suat Serdar trifft zum 1:0 gegen den 1. FC Köln.

Foto: firo: Ralf Ibing / firo Sportphoto

Essen.  Es fallen so viele Tore wie lange nicht mehr in der Fußball-Bundesliga. Klaus Fischer, Stürmer-Legende des FC Schalke 04, verrät die Gründe.

Ein weit verbreitetes Vorurteil lautet, dass die Bundesliga-Mannschaften vor allem das Defensivspiel beherrschen. Die Attraktivität bleibe dabei auf der Strecke. Rein statistisch ist das Gejammer jedoch unbegründet. Aktuell fallen in der 1. Liga pro Spiel im Schnitt 3,254 Tore. Einen höheren Wert gab es zuletzt in der Saison 1984/85.

Bereits in der vergangenen Saison hatte die Quote mit 3,18 Treffern ungewöhnlich hoch gelegen. In den Jahren davor hatte der Wert hingegen zwischen 2,7 und 2,9 Toren pro Spiel geschwankt. Erleben wir also momentan eine Rückbesinnung auf die alte Zeit, in der die Teams nicht taktierten, sondern nach vorne stürmten? Schalke-Legende Klaus Fischer kann es beurteilen. Der 69-Jährige schoss von 1970 bis 1988 insgesamt 268 Bundesliga-Tore.

Im Gespräch mit dieser Zeitung zeigt er sich überrascht von dieser Statistik: „Aber man erkennt schon, dass die Mannschaften nach Ball-Eroberung wieder schneller und direkter nach vorne spielen.“ Die neue Spielweise sei auch für die Zuschauer viel attraktiver. „Vielleicht haben die Klubs gemerkt, dass die Fans ins Stadion gehen, um Tore zu sehen“, sagt Fischer.

Begeistert von David Wagner

Dieser Trend scheint zumindest kein Zufall zu sein. Vor der laufenden Saison setzten die Vereine auf frische Trainer-Namen wie David Wagner (Schalke 04), Marco Rose (Mönchengladbach) und David Ante Covic (Hertha BSC Berlin), die für offensiven Fußball stehen.

Vor allem der neue Schalke-Trainer hat es Fischer angetan: „Wir haben in der letzten Saison oft nur quer- und zurückgespielt. Unter Wagner tritt die Mannschaft viel mutiger auf.“

Auch Aufsteiger suchen ihr Heil in der Offensive

Aber nicht nur die Spitzenvereine suchen das Heil in der Offensive, sondern auch die Aufsteiger. Der SC Paderborn erzielte in sieben Spielen bereits neun Tore. Glaubt man den Statistiken, dann könnte jedoch irgendwann wieder eine Umkehr dieses Trends erfolgen: Nach besonders torreichen Spielzeiten beschränkten sich die Vereine wieder mehr auf die Abwehrarbeit. Zu hoffen bleibt, dass die Sturm- und Drangphase noch lange anhält.

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