Interview

Ex-Schalker René Klingenburg hat mit Dynamo Dresden viel vor

René Klingenburg (Mitte) mit Thilo Kehrer (li.) und Julian Draxler. In Vorbereitung trafen Dynamo Dresden und Paris St. Germain in einem Testspiel aufeinander.

René Klingenburg (Mitte) mit Thilo Kehrer (li.) und Julian Draxler. In Vorbereitung trafen Dynamo Dresden und Paris St. Germain in einem Testspiel aufeinander.

Foto: Foto: HB / Dynamo Dresden

Gelsenkirchen/Dresden.  Dass sein Herz noch für den FC Schalke 04 schlägt, daraus macht René Klingenburg keinen Hehl. Jetzt will er aber bei Dynamo Dresden überzeugen.

René Klingenburg trägt jetzt Gelb und Schwarz, der 25-Jährige spielt für den Zweitligisten Dynamo Dresden. Am Samstag beginnt die Saison für den Traditionsklub mit dem Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg. Im Interview mit der WAZ spricht René Klingenburg, der von 2010 bis 2015 und von 2017 bis 2018 für den FC Schalke 04 gespielt hat, über die ungewohnten Farben, seine Ziele und ein Wiedersehen mit Julian Draxler und Thilo Kehrer.

Herr Klingenburg, haben Sie sich schon an die neuen Trikotfarben gewöhnt?

René Klingenburg: Das ging schneller, als ich es erwartet hätte (lacht). Außerdem musste ich mich gar nicht groß an die Farben gewöhnen, weil mein allererster Verein Post SV Oberhausen auch in Gelb und Schwarz spielt. Ich bin sehr glücklich, die Chance zu bekommen, bei einem Traditionsverein wie Dynamo Dresden in der 2. Liga zu spielen. 5000 Fans haben uns am Sonntag bei der Saisoneröffnung Mut gemacht. Die Euphorie hier in Dresden ist riesig.

Wie gefällt es Ihnen in Dresden?

Klingenburg: Die Stadt ist toll, Dresden gefällt mir richtig gut. Ich habe glücklicherweise schon sehr früh eine schöne Wohnung gefunden. Ich lebe schon über einem Monat in Dresden und kann bis jetzt nur sagen, dass es absolut der richtige Schritt war.

Vor kurzem kam es ja sogar zum Wiedersehen mit Julian Draxler und Thilo Kehrer?

Klingenburg: Ja, genau. Paris St. Germain kam zu einem Testspiel ins Rudolf-Harbig-Stadion. Mit Thilo stehe ich sowieso oft in Kontakt, wir haben schon vor dem Spiel geschrieben. Trotz der 1:6-Niederlage, die mich sehr geärgert hat, war es trotzdem schön, Jule und Thilo wiederzusehen. Beide kamen nach dem Spiel sogar in unsere Kabine und wir haben die Trikots getauscht. Anschließend haben wir uns noch lange unterhalten.

Mit welchen Erwartungen gehen Sie in die neue Saison?

Klingenburg: Ein konkretes Ziel haben wir als Mannschaft nicht ausgegeben. Aber als Fußballer stehst du natürlich auf dem Platz, um Spiele zu gewinnen. An meinen persönlichen Zielen hat sich nichts geändert: Ich will weiter Vollgas geben und der Mannschaft und dem Verein mit starken Leistungen helfen, erfolgreich zu sein.

Für Dresden geht es gleich gegen die Schalker Freunde aus Nürnberg.

Klingenburg: Es ist wichtig, gut in die Saison zu starten. Und deshalb wollen wir vor unseren Fans vor dieser unglaublichen Kulisse die ersten drei Punkte einfahren.

Wer ist denn Ihr Favorit auf den Aufstieg?

Klingenburg: Tippspiele oder Expertentipps sind nicht so mein Ding. Deshalb überlasse ich die Prognosen lieber anderen. Ich bin Fußballer und da zählt nur Leistung auf dem Rasen.

Die 1. Bundesliga startet erst drei Wochen später. Bleibt diese Liga Ihr Ziel?

Klingenburg: Ich habe bei Dynamo Dresden bewusst einen langfristigen Vertrag über drei Jahre unterschrieben. Ich möchte das Vertrauen, das ich von Trainer Cristian Fiel und auch unserem Sportchef Ralf Minge bekomme, mit Leistung zurückzahlen. Deshalb mache ich mir derzeit nur über Dynamo Dresden und die 2. Liga Gedanken. Aber wo dieser Verein mit dieser Tradition und diesen Fans hingehört, steht außer Frage.

Wissen Ihre Mitspieler in Dresden eigentlich, dass Ihr Herz für Schalke schlägt?

Klingenburg: Jeder kennt meine Schalker Vergangenheit. Ich habe nach wie vor engen Kontakt zu vielen Leuten im Verein und würde wenn freuen, wenn Schalke in der nächsten Saison besser abschneidet als in der vergangenen Saison.

Im DFB-Pokal könnte es ja sogar zu einem Duell kommen...

Klingenburg: Es wäre eine tolle Sache, im Pokal in der Arena gegen Schalke zu spielen. Wobei mir ein Duell im Mai in Berlin ja noch ein bisschen lieber wäre (lacht).

Mit Markus Schubert ist in diesem Sommer ein Spieler von Dresden nach Schalke gewechselt. Was trauen Sie dem jungen Torwart zu?

Klingenburg: Ich kenne Markus Schubert leider nicht persönlich, wünsche ihm aber nur das Beste. Hier im Verein hält man sportlich sehr viel von ihm. Er ist noch ein sehr junger Torwart und hat nicht umsonst die Möglichkeit bekommen, den Sprung in die 1. Liga zu einem Verein wie Schalke zu machen.

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