1. FC Köln

Ist Anfang beim 1. FC Köln schon am Ende?

Skeptischer Blick: Kölns Trainer Markus Anfang.

Skeptischer Blick: Kölns Trainer Markus Anfang.

Foto: Getty Images

Köln  Obwohl der 1. FC Köln vor dem Aufstieg in die Bundesliga steht, wackelt der Trainerstuhl. Markus Anfang steht in der Kritik.

Es war nur ein kurzer Satz, den Dominick Drexler den Reportern entgegenschnaufte, doch der sorgte in Köln für viel Aufregung. „Das machen die Stars”, antwortete der beste Vorlagengeber des FC (15 Assists) auf die Frage, ob er sich zum jüngsten 0:3 in Dresden äußern wolle. Intern hat sich der 28-Jährige inzwischen zwar für seine Aussage entschuldigt, doch sein Frust-Statement machte nach außen offensichtlich, was auch auf dem Rasen in dieser Saison oft zu sehen war: Es tun sich Risse auf am Geißbockheim.

Köln agiert taktisch einseitig

Obwohl der FC die Tabelle der 2. Fußball-Bundesliga klar anführt und kurz vor Saisonschluss sechs Punkte vor dem Verfolger HSV sowie acht Zähler vor dem Dritten SC Paderborn steht, ist von Euphorie nichts zu spüren. Die Millionentruppe vom Rhein vergab bereits zwei Matchbälle, um den Aufstieg fix zu machen und leistete sich mehrere Schwächephasen. Pfiffe begleiten die ganze Saison, die spätestens nach der Rückkehr von Anthony Modeste im Winter ein Fest werden sollte.

Die Zweifel wachsen, ob Markus Anfang mit seiner sturen Offensivausrichtung der richtige Trainer für die Rückkehr in die erste Liga ist. Der FC agiert taktisch einseitig und defensiv chronisch instabil: Vier Tore kassierte der Klub gegen Schlusslicht Duisburg, insgesamt gab es in sechs Saisonpartien drei oder mehr Gegentreffer. Anfangs Bilanz gegen die Konkurrenz ist erschreckend: Weder gegen den HSV noch gegen Paderborn und Union Berlin wurde gewonnen. Nur magere zwei von möglichen 18 Punkten holte Köln gegen Top-Teams.

Veh vermeidet Bekenntnis zu Anfang

Es bleibt bemerkenswert, dass ein Trainer eines Tabellenführers, der zudem noch aus Köln kommt, die Herzen der Fans beim Karnevalsklub bislang nicht erobern konnte. „Wir werden den Aufstieg definitiv erreichen“, versprach Anfang bei der Pressekonferenz am Mittwoch. Das Szenario einer Trennung trotz geglückter Rückkehr in Liga eins gilt dennoch nicht mehr als undenkbar am Geißbockheim.

Manager Armin Veh vermied in dieser Woche ein klares Bekenntnis zum Cheftrainer und beantwortete Fragen zu dessen Zukunft ausweichend. Beim Heimspiel gegen Darmstadt (Freitag, 18.30 Uhr/Sky) bekommt Anfang noch einmal Gelegenheit, die Skepsis zu ersticken.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben