SC Paderborn

Nun kann Paderborn die Aufstiegs-T-Shirts drucken lassen

Paderborns Sebastian Vasiliadis (l-r) bejubelt sein Tor zum 1:0 mit Mohamed Dräger, Kai Pröger und Sven Michel.

Paderborns Sebastian Vasiliadis (l-r) bejubelt sein Tor zum 1:0 mit Mohamed Dräger, Kai Pröger und Sven Michel.

Foto: dpa

Paderborn.  Der SC Paderborn 07 steht vor einem mal wieder historischen Ereignis. Als Tabellenzweiter geht der SC in den letzten Zweitliga-Spieltag.

Sven Michel begleitete diesen Ball lieber. Jeder sah, dass das Spielgerät über die Torlinie trudeln würde. Auch Michel sah dies. Doch die Nummer 11 des SC Paderborn 07 wollte auf Nummer sicher gehen. Weil dieses Tor so wichtig war. Weil dieses Tor seine Mannschaft einen gehörigen Schritt in Richtung Fußball-Bundesliga bringen würde.

Christopher Antwi-Adjej erzielte in der 81. Minute den Treffer zum 3:1 für die Ostwestfalen gegen den Hamburger SV, den der Siegerländer Michel sogar mit vorbereitete. Am Ende siegte der SCP auch in der Höhe verdient mit 4:1. Und während Paderborn jetzt mit einem Sieg bei Dynamo Dresden am letzten Spieltag der Saison in der 2. Bundesliga den direkten Aufstieg in eigenen Händen hat, müssen sich die Hanseaten auf eine weitere Spielzeit in Liga zwei einstellen.

Für Sportdirektor Krösche steht eins fest

Im Fernduell mit dem Tabellendritten Union Berlin, der beim VfL Bochum gastieren wird, haben sie bei drei Punkten Rückstand auf Grund einer viel schlechteren Tordifferenz nur noch sehr theoretische Chancen auf den Relegationsplatz.

„Wir sind Zweiter, fahren nach Dresden und schauen, was dort passiert“, sagte SCP-Trainer Steffen Baumgart nach dem Sieg gegen den HSV mit Verweis auf den dortigen, unbequemen Gegner: „In Dresden zu spielen ist keine leichte Aufgabe.“ Der Coach war jedoch der einzige aus der sportlichen Führung der Ostwestfalen, der zumindest leicht auf die Aufstiegs-Euphoriebremse trat. „Wir sind wieder einen Schritt näher an unserem Ziel und jetzt wollen wir es auch durchziehen“, sagte Markus Krösche, Sportlicher Leiter des Tabellenzweiten, unmissverständlich. „Das ist traumhaft. Wir fahren gestärkt nach Dresden. Jetzt muss es passieren“, erzählte auch Paderborns Geschäftsführer Martin Hornberger. Sogar auf die Frage, ob Aufstiegs-T-Shirts im Gepäck sein werden, antwortete Hornberger lachend: „Wenn sie bis dahin fertig sind: ja.“ Allerdings wollen die Ostwestfalen auf Nummer sicher gehen und nicht auf Hilfe im Kampf um den direkten Aufstieg aus Bochum setzen: „Wir wollen Spiele gewinnen“, formulierte Markus Krösche das Ziel.

Das wollten die heimstarken Ostwestfalen, die in dieser Saison nur eine Niederlage vor eigener Kulisse hinnehmen mussten, auch gegen die Gäste aus Hamburg und spulten den Spielplan ihres Trainers mit beeindruckender Disziplin und spielerischer Finesse ab. In der 25. Minute traf Sebastian Vasiliadis zur 1:0-Führung – und er war es auch, der nur 55 Sekunden nach Beginn der zweiten Halbzeit auf 2:0 erhöhte.

Den Rest besorgte der aus Hagen stammende Christopher Antwi-Adjej mit seinen Toren zum 3:1 (81.) und 4:1 (86.). Lediglich nach der 2:0-Führung agierten die Ostwestfalen etwas nachlässig, vergaben drei-, viermal die Chance, dem HSV frühzeitig den Knockout zu versetzen und mussten in der 71. Minute den Anschlusstreffer durch Rick van Drongelen hinnehmen.

Und wieder ein Durchmarsch?

„Endlich hat es gegen den HSV geklappt“, sagte Antwi-Adjej nach der Partie erleichtert. Im Hinspiel und im DFB-Pokal hatte es jeweils Niederlagen für den SCP gegeben. Und er ergänzte: „Das ist ein großer Tag für uns. Jetzt wollen wir es in Dresden perfekt machen.“

Dann wäre der nächste Eintrag des SC Paderborn in die Geschichtsbücher perfekt. Denn nach dem Abstiegs-Durchmarsch aus der Bundesliga bis in die 3. Liga und sportlich sogar in die Regionalliga, ginge es nach dem 2017 auf Grund des Lizenzentzuges für 1860 München doch geschafften Klassenerhalts aus Liga drei direkt in die Bundesliga. Das wäre in seiner Gesamtheit – historisch.

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