Fußball

So will der SC Paderborn den Klassenerhalt schaffen

Sport-Geschäftsführer Martin Przondziono (l.) mit Paderborns Trainer Steffen Baumgart.

Sport-Geschäftsführer Martin Przondziono (l.) mit Paderborns Trainer Steffen Baumgart.

Foto: dpa

Paderborn.  Aufsteiger SC Paderborn kämpft ab Samstag um den Klassenerhalt in der Bundesliga. Manager Martin Przondziono erklären, wie das gelingen soll.

Unmittelbar hinter dem Ortseingangsschild von Paderborn beginnt die Suche. Die Suche nach einer Kneipe, in der auch dann über Fußball und den SC Paderborn gefachsimpelt wird, wenn gar nicht gespielt wird. Es ist schwierig. Erste Nachfragen in der Stadt werden mit einem Schulterzucken beantwortet. „Über Libori kann ich etwas erzählen“, lautet eine Antwort. Volksfest statt Fußballdebatte. Der nächste Hinweis führt zur Bar „ Globetrotter“. Ein Schild verkündet: Geschlossen.

Nach diesem Fußballmärchen von Aufstieg müsste hier eigentlich eine Stadt Kopf stehen, müssten blau-schwarze Flaggen von den Gebäuden hängen. Aber von Euphorie keine Spur. Die Stimmung in dem beschaulichen Städtchen ist so, wie man sie in einem beschaulichen Städtchen erwartet: ruhig.

220.000 Euro stehen auf der Ausgabenseite

Am Samstag (15.30 Uhr/Sky) könnte sich das wieder ändern. Da feiert der SC Paderborn seine Bundesliga-Rückkehr mit einem Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen. Doch die Rückkehr nach fünf Jahren weckt nicht nur positive Erinnerungen. 2014/15 spielten die Ostwestfalen erstmals in der Bundesliga. Damals endete das Abenteuer nach nur einer Spielzeit auf Platz 18.

In diesem Jahr haben die Verantwortlichen darauf verzichtet, namhafte Spieler zu holen. Schon in der 2. Bundesliga gehörte der Kader bereits zu den preiswertesten, 220.000 Euro stehen in diesem Sommer auf der Ausgabenseite. Mit Ausnahme von Torhüter Jannik Huth und Linksaußen Gerrit Holtmann (beide kamen von Mainz 05) hat keiner der zehn Neuen Erstliga-Erfahrung. Ist das ein Grund zur Sorge?

„Es ist ja bekannt, dass wir begrenzte finanzielle Mittel haben“, sagt Martin Przondziono, Sport-Geschäftsführer des SCP, im Gespräch mit dieser Zeitung. „Der Unterschied zwischen unserem Etat und dem der Klubs, die aus der Bundesliga abgestiegen sind, ist erheblich. Diese Differenz könnten wir auch mit einem oder zwei sogenannten Königstransfers nicht beheben.“ Wenn Przondziono über den SC Paderborn spricht, dann wiederholt er immer wieder gern diesen einen Satz: „Wir wissen, wer wir sind und wo wir herkommen.“ Allen sei klar, „dass wir von Anfang an um den Klassenerhalt spielen werden“. Das sei eine Selbstverständlichkeit. Anders als der Weg seines Klubs.

2017 verpflichtete Przondzionos Vorgänger Markus Krösche den Trainer-Neuling Steffen Baumgart. Weil 1860 München keine Lizenz erhielt, blieb Baumgart mit den sportlich eigentlich abgestiegenen Paderbornern in der 3. Liga, anschließend schaffte er den Doppelaufstieg. Ein Grund, weiter auf ihn zu setzen. „Er passt zu hundert Prozent zu unserer Spielidee“, sagt Przondziono, der daran arbeitet, den Vertrag des 47-Jährigen zu verlängern. „Ich denke, dass es sinnvoll ist, auf der Trainerposition Kontinuität zu schaffen.“

Fans verhinderten Deal mit RB Leipzig

In Paderborn halten sie an Bewährtem fest. Am Trainer, an der Strategie – und auch daran, ein Verein zu sein, der die eigene Idee verfolgt. Als der SCP mit dem finanzstarken Bundesliga-Konkurrenten RB Leipzig, bei dem Krösche nun Sportdirektor ist, eine Kooperation einging, war es vorbei mit der Beschaulichkeit. Da riefen Anhänger zum Boykott auf, zeigten Protest-Plakate und starteten eine Online-Petition gegen den Deal. Mit Erfolg: Das Projekt scheiterte krachend. Seither ist wieder Ruhe.

Auch im „Globetrotter“ herrscht Ruhe. „Unter der Woche ist hier Totentanz“, sagt Wirtin Katrin Hering, fügt aber mit einem Augenzwinkern an: „Wenn der SC Paderborn spielt, machen wir aber auf.“

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