3. Liga

Der KFC Uerdingen strebt mit aller Macht nach oben

Uerdingens Vorstandsvorsitzender Mikhail Ponomarev will am liebsten in die Bundesliga.

Uerdingens Vorstandsvorsitzender Mikhail Ponomarev will am liebsten in die Bundesliga.

Foto: Firo

Krefeld.  Beim Drittligisten KFC Uerdingen herrscht Mikhail Ponomarev. Seine Forderung heißt Bundesliga-Aufstieg. Doch die lässt sich nicht flott erfüllen.

Mikhail Ponomarev will nach oben – und das sehr schnell. Zwei Aufstiege in Folge sind dem Präsidenten des Drittligisten KFC Uerdingen nicht genug. Ponomarev hat viel Geld in den Klub investiert. Sein Ziel: bald mit den Krefeldern in der Bundesliga zu spielen. Gibt es Personen, die dieses Ziel gefährden, müssen sie gehen. Jüngstes Beispiel: Trainer Norbert Meier.

Zwischen Einstellung und Entlassung des Bundesliga-Veteranen Ende der vergangenen Woche lagen gerade mal 40 Tage. Dann senkte Ponomarev den Daumen. „Sieben Spiele ohne Sieg sind eindeutig, da bedarf es wohl keiner weiteren Erklärung. Die Zahlen sprechen für sich“, erklärte der Präsident. Zurzeit steht Uerdingen neun Punkte hinter Platz drei.

Lange in der Dritten Liga auf Austiegskurs

Ungeduld ist so etwas wie das Markenzeichen des 44 Jahre alten Unternehmers. Das musste in dieser Saison bereits Stefan Krämer feststellen. Der Trainer führte Uerdingen erst zur Regionalliga-Meisterschaft, setzte sich dann in den Relegationsspielen gegen Waldhof Mannheim durch und war auch in der Dritten Liga wieder auf Aufstiegskurs. Und trotzdem musste er kurz nach der Winterpause gehen.

Nebenbei steht auch noch Michael Wiesinger bei den Krefeldern bis 2020 unter Vertrag, obwohl der Trainer bereits im Frühjahr 2018 gehen musste. Auch Wiesinger hatte Erfolg – aber offenbar zu wenig aus Sicht seines Präsidenten.

Seine Entscheidungen erklären muss Ponomarev dabei nicht. Offiziell hat der KFC zwar drei Vorstände und Verwaltungsräte, doch die existieren nur auf dem Papier. In Krefeld wurde Ponomarev 2016 nicht nur Präsident, er ist auch Mehrheitsgesellschafter, Sponsor und Mäzen. Bei ihm läuft alles zusammen, er regiert mit harter Hand. Die in Deutschland viel diskutierte 50+1-Regel, nach der kein Investor die Stimm-Mehrheit über einen Klub erhalten darf, ist beim KFC praktisch außer Kraft gesetzt. Der Russe selbst hofft, dass sie bald auch offiziell fällt.

Herget zweifelt an dem Konzept

Ponomarev verfolgt das Konzept, Ex-Profis mit einer eindrucksvollen Vita zu verpflichten. Beispiele gibt es viele: Als Rechtsverteidiger spielt Kevin Großkreutz, Weltmeister von 2014, lange Jahre Stammspieler bei Borussia Dortmund. In der Innenverteidigung ist Assani Lukimya ein Stammspieler. Der Kongolese verdiente zuletzt in China gutes Geld, lief für Werder Bremen auch schon in der Bundesliga auf. Neben ihm verteidigt Dominic Maroh, der mit dem 1. FC Köln im Sommer 2017 noch in die Europa League eingezogen war. Adam Matuschyk, Maximilian Beister und Adriano Grimaldi verfügen ebenfalls über Bundesliga-Erfahrung.

Ponomarevs Konzept stößt aber auf Kritik. „Das sind herausragende Spieler für die 3. Liga. Doch wie sehr wollen sich diese Jungs überhaupt noch quälen? Wem wollen sie noch etwas beweisen?“, fragt Matthias Herget. Der ehemalige deutsche Nationalspieler kennt sich in Krefeld aus. Zwischen 1982 und 1989 spielte der heute 63-Jährige für Bayer 05 Uerdingen, den Vorgänger-Klub des KFC, der in den 80er-Jahren den DFB-Pokal im Finale gegen Bayern München (1985) gewann und in einem legendären Europapokalspiel Dynamo Dresden mit 7:3 besiegte (1986).

Nun gehört Herget, Kapitän in den Hochzeiten, zu den großen Kritikern des Klubs: „Das alles ist ein Spiel mit dem Feuer. Wenn Herr Ponomarev mal die Lust am KFC verliert, dann bricht alles zusammen. Der Verein wird vor einem Scherbenhaufen stehen. Ich denke, dass der Tag irgendwann kommen wird. Leider.“

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