Kommentar

Abbruch der Bundesliga-Saison ist ein denkbares Szenario

Bayern-Stürmer Robert Lewandowski erzielt ein Tor gegen den BVB. Ob die Stars der Bundesliga in dieser Saison noch einmal spielen dürfen, ist nach wie vor offen.

Bayern-Stürmer Robert Lewandowski erzielt ein Tor gegen den BVB. Ob die Stars der Bundesliga in dieser Saison noch einmal spielen dürfen, ist nach wie vor offen.

Foto: dpa

Essen.  Aufgrund der Corona-Krise sollen die Fußball-Bundesligen bis zum 30. April pausieren. Mindestens. Was danach passiert, ist offen. Ein Kommentar.

Der Profi-Fußball in Deutschland bleibt im Standby-Modus. Das Präsidium der Deutschen Fußball-Liga empfiehlt wegen der Coronavirus-Krise, den Ball in der Bundesliga und 2. Liga noch bis mindestens 30. April ruhen zu lassen. Auch die Ausschreibung der Medienrechte wird verschoben. Über den Vorschlag werden die 36 Klubs dann auf der Mitgliederversammlung am 31. März entscheiden. Doch wie auch immer diese Saison zu Ende gehen wird: Um den sportlichen Wert geht es längst nicht mehr.

Ohne TV-Geld können einige Klubs nicht überleben

Mit Gehaltsverzicht und Kurzarbeit versucht die Profibranche, die Verluste dieses alptraumartigen Jahres zu verringern. Der Rest sind Durchhalteparolen und das Hoffen darauf, dass die Saison doch noch irgendwann wieder angepfiffen wird – und wenigstens ein Teil der TV-Gelder fließt. Denn ohne das Geld aus der Vermarktung werden manche Vereine nicht überleben. Und so klammern sich die Manager der Fußballvereine weiter an die Austragung von Geisterspielen. Aus sportlicher Sicht sind diese Partien ohne Fans und Atmosphäre schwierig bis unangenehm. Für das Geschäftsmodell Bundesliga sind sie existenziell.

Um die Fußball-Arenen herum fährt der Sport herunter. Weltweit. Um uns vor der Ausbreitung des Coronavirus zu schützen, ist das öffentliche Leben mittlerweile so reglementiert, dass Bürgerrechte temporär eingeschränkt werden. Wie kann es ein Recht auf Fußball geben, wenn es um den Schutz der Gesundheit vieler geht?

Der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité hat im Magazin Stern den Satz gesagt: „Auf Dinge, die schön sind, aber nicht systemrelevant, wird man lange verzichten.“ Fußball ist schön. Doch ein Abbruch dieser Saison ist ein denkbares Szenario.

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