Lünen. Vor dem Spitzenspiel des BVB beim FC Bayern präsentiert sich Trainer Edin Terzic kämpferisch – und will den Fans einen Grund zum Feiern liefern.

Edin Terzic versucht es mit Humor. „Wieso wollt ihr die alle nackt sehen?“, fragt der Trainer von Borussia Dortmund, als die Menschen um ihn herum anfangen, den alten Gassenhauer zu singen: „Zieht den Bayern die Lederhosen aus.“ Terzic ist zu Gast bei „Brinkhoffs Ballgeflüster“, es ist ein Talkformat im vereinseigenen TV. Terzic war hier schon einmal zu Gast, im Jahr 2018, als der BVB gerade mit dem Co-Trainer Terzic den FC Bayern 3:2 besiegt hatte.

Glückstrunkene BVB-Fans beim Talk mit Edin Terzic

Jetzt geht es am 1. April wieder gegen die Bayern (18.30 Uhr/Sky), und es ist ein echtes Spitzenspiel: Mit einem Punkt Vorsprung gehen die Dortmunder in das Duell mit dem Serienmeister. Und so ist Terzic an diesem Dienstagabend umgeben von euphorisierten Zuschauern, die noch ganz glückstrunken sind angesichts der Tabellenführung – und die nun träumen von einem Coup in München, der die Distanz noch vergrößern würde

„Deutscher Meister wird nur der BVB!“, singen sie im Seecafé in Lünen, und natürlich muss Terzic da etwas mehr Zurückhaltung walten lassen. „Wir wollen nicht mitsingen, aber wir wollen es euch auch nie verbieten, zu singen“, sagt Terzic. „Wir wollen euch einen Grund geben zu singen, aber wir sind noch lange nicht fertig.“ Die Tabellenführung sei „ein schöner Moment, aber noch kein Grund, sich zu freuen“, mahnt der Trainer. „Es steht noch so viel an, worum wir kämpfen können und müssen – und dann können wir hoffentlich eines Tages richtig feiern.“ Er bleibt zwar zurückhaltend, aber ein wenig kämpferisch gibt sich der BVB-Trainer schon in diesen Tagen: „Wir kennen unsere Chance und wissen, was zu tun ist“, meint Terzic. „Wir werden mit einer großen Portion Respekt und einer ganz, ganz, ganz großen Portion Mut an die Aufgabe herangehen.“

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Zuletzt war dieser Mut in München selten zu sehen. Der letzte Dortmunder Bundesligasieg datiert aus dem Jahr 2014, meist gab es heftige Klatschen. 6:33 lautet die Bilanz aus den vergangenen acht Partien. Das soll sich nun ändern, findet Terzic, und erinnert an das Hinspiel, als sich der BVB mit viel Leidenschaft noch ein 2:2-Unentschieden in der Nachspielzeit sicherte. „Warum sollten wir nicht mit der gleichen Herangehensweise in München agieren wie im Hinspiel oder wie im Auswärtsspiel bei Manchester City?“, fragt der Trainer. „Wenn wir mit einer großen Portion Selbstvertrauen und Mut agieren, haben wir eine große Chance, dort etwas mitzunehmen.“ Das Ziel: „Alles geben, damit wir am Ende der Saison verdient haben, da zu stehen, wo wir stehen wollen.“ Fast schon eine Kampfansage.