Kommentar

BVB-Profis scheitern gegen Mainz im Mentalitätstest

Am Boden: BVB-Abwehrspieler Ömer Toprak gegen Mainz.

Am Boden: BVB-Abwehrspieler Ömer Toprak gegen Mainz.

Dortmund.  Die 1:2-Niederlage gegen Mainz zeigt erneut, wie sehr es dem BVB an Mentalität fehlt und wie dringend ein Umbruch her muss. Ein Kommentar.

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Es ist zwei Wochen her, da nutzte Marco Reus den furios herausgespielten 4:0-Sieg gegen Bayer Leverkusen zu einer Verteidigungsrede und wies die öffentliche Kritik an der Mentalität der Mannschaft von Borussia Dortmund als unbegründet zurück. Mit der 1:2-Niederlage gegen Mainz 05 allerdings haben seine Mitspieler Reus die Argumentationsgrundlage entzogen.

Denn der Auftritt gegen den vermeintlich kleinen Gegner Mainz war der wahre Mentalitätstest – und die Mannschaft ist krachend durchgefallen. Wenn sie in einem derart wichtigen Spiel so lustlos auftritt, wenn sie stets aus der Bahn geworfen wird, wenn nicht alles glatt läuft, wenn es limitierten Gegnern regelmäßig reicht, einfach nur leidenschaftlicher aufzutreten, dann lassen sich die massiven Probleme in dieser Gruppe nicht länger wegdiskutieren. Gründe dafür mag es viele geben: Die Mannschaft hat in den vergangenen Jahren wichtige Führungsspieler verloren. Sie hat Querelen um Trainer und Mitspieler zu überstehen gehabt. Und sie hat einen Anschlag erlebt, dessen Folgen sich kaum abschätzen lassen.

Auf menschlicher Ebene muss man deswegen Verständnis für die Leistungsschwankungen haben. Aber: Im knallharten Leistungssport Fußball ist dafür wenig Platz. Die Mannschaft muss Woche für Woche Ergebnisse liefern, sie muss gerade im Europapokal wieder ganz anders auftreten. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke betont immer wieder, wie wichtig es ist, zu den besten zehn Mannschaften im Uefa-Ranking zu zählen – denn das sind die Mannschaften, in die die Sponsoren ihr Geld pumpen. Wer aus den Top Ten herausfällt, der droht richtig abzurutschen.

An der kräftigen Renovierung des Kaders im Sommer führt daher kein Weg vorbei. Und richtigerweise soll in diesem Zuge das Thema Mentalität ein ganz wichtiges werden. Dabei können sich die BVB-Bosse an jenem Mann orientieren, der am Samstag als einziger von den Fans gefeiert wurde: Roman Weidenfeller. Der war auch nach eigener Einschätzung nie der Talentierteste aller Torhüter. Aber er machte das mehr als wett durch Biss und Einsatzbereitschaft. „Es gibt nichts Schöneres, als den Fußballerberuf ausüben zu dürfen, erst recht vor dieser Kulisse“, sagte er zum Abschied. Man muss dem BVB wünschen, dass die Kollegen zugehört haben.

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