Kommentar

BVB sollte den Sieg in Berlin nicht zu hoch hängen

Sieger mit dem BVB im Berliner Olympiastadion: Axel Witsel.

Sieger mit dem BVB im Berliner Olympiastadion: Axel Witsel.

Foto: dpa

Berlin.  Borussia Dortmund siegte zwar mit 2:1 bei Hertha BSC - doch niemand sollte glauben, die Krise sei damit schon überwunden. Ein Kommentar.

Da saß er nun, der Heilsbringer, und wirkte alles in allem doch recht menschlich: Mit Jürgen Klinsmann hatten sie große Hoffnungen verbunden bei Hertha BSC, nun aber musste der neue Trainer eine 1:2-Niederlage gegen Borussia Dortmund in seinem ersten Spiel erklären. Und Klinsmann wollte viel Gutes gesehen haben: Er lobte den Kampfgeist seiner Mannschaft, die nach einem 0:2-Rückstand noch einmal ins Spiel zurückgekommen war. Und er lobte, dass die Spieler auch fußballerisch sehr gut umgesetzt hätten, was die Trainer vorgaben.

BVB-Tore waren schön herausgespielt

Natürlich, er musste das so sagen. Als neuer Trainer kann man nicht schon nach einem Spiel zur Generalkritik ansetzen, man muss den Schwung, den so ein Wechsel bringen soll, ja möglichst lange ausreizen. Aber ernst konnte Klinsmann all das Lob auch nicht gemeint haben. Nach vorne hatten die Berliner im Wesentlichen den Plan, die Bälle lang und weit und ungefähr in Richtung ihrer Stürmer zu schlagen. Selbst in Überzahl sprang nur eine wirklich gute Chance heraus, das Tor entsprang größtenteils dem Zufall.

Und defensiv gerieten sie sofort in Unordnung, wenn Dortmund einmal das Tempo anzog. Vorne wie hinten fehlte die Struktur. Auf Klinsmann kommt noch einige Arbeit zu, in der Form vom Samstagnachmittag ist die Hertha in der Bundesliga kaum konkurrenzfähig.

BVB: Engagement gehört zu den Grundlagen des Fußballs

Deswegen sollten die Dortmunder den Sieg gegen diese Truppe auch nicht zu hoch hängen. Natürlich, die Tore waren sehr schön herausgespielt. Und so engagiert wie in der zweiten Halbzeit hatte man die Mannschaft schon lange nicht zu Werke gehen sehen. Dieses Engagement allerdings gehört zu den Grundlagen des Fußballs, es darf nichts Außergewöhnliches, sondern muss Alltag sein. Wer in Dortmund nun meint, man habe die Krise überwunden und alles sei gut – der dürfte schon am kommenden Spieltag gegen Fortuna Düsseldorf ein böses Erwachen erleben.

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