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BVB-Wahnsinn: Turbulenter 4:3-Sieg gegen Augsburg bei Haller-Debüt

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Der BVB-Reporter

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Marian Laske, BVB-Reporter bei FUNKE Sport, berichtet nach dem ersten Pflichtspiel 2023 des Bundesligisten gegen den FC Augsburg.

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Dortmund.  Was für ein Spektakel: Borussia Dortmund ist mit einem 4:3-Erfolg über den FC Augsburg ins Jahr gestartet. Sebastien Haller feierte sein Debüt.

Der bewegendste Moment dieses Sonntagnachmittags ereignete sich in der 62. Minute, sechs Monate nach seiner Hodenkrebs-Diagnose wurde Sebastien Haller eingewechselt. Zum ersten Mal erlebte der 28-Jährige ein Dortmunder Pflichtspiel, alles, was Schwarz-Gelb trug, erhob sich im Stadion.

Und auch sportlich sollte der Nachmittag ein mitreißender werden durch ein Spiel voller Wendungen, voller Tore, voller Fehler. Am Ende gewann Borussia Dortmund gegen den Außenseiter FC Augsburg vor 81.365 Zuschauerinnen und Zuschauern 4:3 (2:2).

BVB zu Beginn hoch überlegen

Die erste Hälfte ließ sich in zwei Phasen unterteilen, eine souveräne und eine wilde. In der souveränen Phase kontrollierte der Vizemeister aus dem Ruhrgebiet die Begegnung und es wirkte nicht so, als könnte Augsburg an diesem Nachmittag so etwas wie Torgefahr ausstrahlen. Ein Trugschluss.

Zunächst aber drückte Dortmund die Gäste mehr und mehr in die eigene Hälfte. Neuzugang Julian Ryerson trug das Spiel auf seiner rechten Seite rasant in die Offensive, Julian Brandt und Jude Bellingham übernahmen die Kontrolle im Mittelfeld. Brandt zog von der linken auf die rechte Seite, spielte einen Doppelpass mit Karim Adeyemi, passte auf Youssoufa Moukoko. Der Stürmer stand frei vor Torhüter Rafal Gikiewicz, schoss jedoch ziemlich kläglich links vorbei (23.).

Vor dem Spiel hatte der 18-Jährige seinen Vertrag bis 2026 verlängert, nachdem er lange versucht hatte, ein möglichst hohes Gehalt aus den Verhandlungen herauszuholen. Dies hat anscheinend zerbrochenes Porzellan hinterlassen, jedenfalls pfiffen einige Fans, als die Vertragsverlängerung vor dem Anpfiff im Stadion verkündet wurde.

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Besser als Moukoko machte es Jude Bellingham, nach einem Rückpass von Adeyemi täuschte der Engländer einen Schuss mit seinem linken Fuß an, legte sich den Ball auf die andere Seite und schoss mit Rechts an Torhüter Gikiewicz vorbei (30.). Ein Tor als Bewerbungsschreibung für die europäischen Spitzenklubs, die den 19-Jährigen gerne verpflichten möchten.

Es verlief also eigentlich alles nach Plan für die Borussia, doch ohne Drama kommt Dortmund selten aus. Denn nun begann die wilde Phase.

Verteidiger Nico Schlotterbeck leistete sich einen jener Fehler, die er unbedingt abstellen möchte. An der linken Außenbahn verlor der Nationalspieler den Ball gegen Dion Beljo, plötzlich ging alles ganz schnell. Beljo passte auf Arne Maier, dieser setzte sich gegen Salih Özcan durch und schoss überlegt an Dortmunds Torhüter Gregor Kobel vorbei (40.). Ausgleich. Und die Turbulenzen nahmen weiter zu.

Augsburg antwortet postwendend auf die BVB-Treffer

Die Dortmunder Standardsituationen erzeugten diesmal fast alle Gefahr und nur zwei Minuten nach seinem Fehler nutzte Schlotterbeck eine Freistoß-Flanke von Julian Brandt, um die erneute Führung zu köpfen. 2:1. Halbzeit? Nein. Denn in der Nachspielzeit der ersten Hälfte landete eine Kopfballablage von Bellingham beim Augsburger Arne Engels, dieser setzte sich gegen Özcan durch, rannte nach vorne und passte auf Ermedin Demirovic. Der Stürmer lupfte über Kobel, Julian Ryerson hätte wohl noch klären können, doch von seinem Oberschenkel hüpfte der Ball ins eigene Tor. Bitter.

In Hälfte zwei beruhigte sich das Spielgeschehen vorerst, was jedoch auch bedeutete, dass es die Dortmunder kaum noch schafften, sich gefährlich in den gegnerischen Sechzehnmeterraum zu kombinieren. Dann aber wurde Sebastien Haller für Youssoufa Moukoko eingewechselt, dies ließ das Stadion lauter werden. Die Dortmunder wollten mehr als diesen einen Punkt.

Furiose BVB-Schlussphase

Trainer Edin Terzic brachte wenig später Giovanni Reyna für Donyell Malen und Jamie Bynoe-Gittens für Karim Adeyemi (70.). Und es war Bynoe-Gittens, der von der linken Seite in die Mitte dribbelte und den Ball in die rechte Ecke schlenzte (75.). 3:2. Der Sieg? Nein, erst mal nicht. Denn jetzt wurde es schon wieder wild. Kurz nach der Führung spielte Schlotterbeck einen Fehlpass, Augsburg rannte nach vorne. Kelvin Yeboah traf den Pfosten, David Colina nutzte den Abpraller (77.). 3:3. Schluss? Wieder nein. Diesmal bekam Giovanni Reyna auf der rechten Seite den Ball und beförderte diesen wundervoll in die linke Ecke (78.). 4:3. Das Endergebnis? Ja.

Das Spiel BVB gegen Augsburg im Live-Ticker zum Nachlesen

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