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BVB-Zukunft ungewiss: Was wird aus Delaney und Dahoud?

Thomas Delaney (l.) wuchtet sich im Revierderby ins Kopfballduell mit Suat Serdar. Mahmoud Dahoud (r.) sprintet durchs Mittelfeld. Im Hintergrund sieht man auf beiden Bildern die leeren Ränge im BVB-Stadion.

Thomas Delaney (l.) wuchtet sich im Revierderby ins Kopfballduell mit Suat Serdar. Mahmoud Dahoud (r.) sprintet durchs Mittelfeld. Im Hintergrund sieht man auf beiden Bildern die leeren Ränge im BVB-Stadion.

Dortmund.  Thomas Delaney und Mahmoud Dahoud haben bislang kaum gespielt. In Wolfsburg können sie wohl wieder für sich werben. Bleiben sie beim BVB?

Die Worte, die Lucien Favre formuliert, verströmen nicht gerade Euphorie, aber immerhin lobt der BVB-Trainer Thomas Delaney und Mahmoud Dahoud.

„Sie haben das sehr gut gemacht gegen Schalke. Die Abstimmung war okay“, sagt Favre am Freitag. Mit leicht aufgeknöpftem hellen Hemd sitzt er im Presseraum des BVB, neben ihm schmunzelt Sportdirektor Michael Zorc. Was fast wie Normalität erscheint vor der Begegnung am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen den VfL Wolfsburg. Nur ertönen die Fragen weiterhin von den Medienleuten des Vereins, aufgrund der Corona-Krise sind keine Journalisten bei den Pressekonferenzen zugelassen, sie müssen ihre Anmerkungen im Vorfeld einreichen.

BVB sollte in Wolfsburg vor dem Bayern-Spiel nicht stolpern

Die Bundesliga absolviert an diesem Wochenende generell erst ihren zweiten Spieltag seit der langen Pause, wieder dürfen Fans nur vor dem Fernseher zuschauen. Die BVB-Profis werden im Auswärtsblock gähnende Leere erblicken, wenn sie in Wolfsburg vor dem Topspiel am kommenden Dienstag (18.30 Uhr/Sky) gegen den FC Bayern nicht stolpern sollten. Und dabei werden wohl wieder zwei Problemfälle die zentrale Rolle im Mittelfeld ausfüllen: Delaney und Dahoud erlebten vor der Krise aus verschiedenen Gründen eine problematische Spielzeit, jetzt ruhen die Hoffnungen auf ihren Schultern.

Nun weiß man, wenn man den Perfektionisten Favre erlebt, dass dem 62-Jährigen „okay“ eigentlich nicht genügt. Doch wie schon beim 4:0-Erfolg über Schalke wird er Delaney und Dahoud vermutlich vertrauen müssen. Axel Witsel (Muskelverletzung) fällt weiterhin aus. Emre Can trainiert nach seinen Muskelproblemen zwar wieder, ob es schon für die Startelf reicht, ist jedoch fraglich. Das Risiko wäre enorm, gerade bei dem straffen Programm bis Ende Juni.

Zumal sich die Leistung von Delaney und Dahoud im Revierderby durchaus sehen lassen konnte. Delaney stopfte Löcher, spielte den ein oder anderen gescheiten Pass. Dahoud verdeutlichte, dass der 24-Jährige zu den talentiertesten Mittelfeldspielern seiner Generation zählt. Diesmal verschreckte er endlich mal nicht durch haarsträubende Fehler, die seine Leistungen ansonsten oft nach unten ziehen.

Bislang hat Dahoud in seinen drei Jahren in Dortmund eher durch schwankende, teilweise nervöse Auftritte die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Dadurch blieb ihm der Durchbruch verwehrt, obwohl die Verantwortlichen seine Fähigkeiten schätzen. Im Winter bahnte sich sein Abschied an, jetzt möchte er nach den Informationen dieser Redaktion bleiben. Sein Vertrag gilt bis 2022. Es fehlt aufgrund der Krise an Angeboten. Davon dürften auch für Delaney (Vertrag ebenfalls bis 2022) nicht viele eintrudeln. Seine Zukunft bleibt trotzdem ungewiss, da sich seine BVB-Situation kompliziert gestaltet.

BVB-Profi Delaney: viel Einsatz, aber technische Defizite

2018 wechselte der Mittelfeldspieler von Bremen ins Revier, er sollte dem Kader mehr Durchschlagskraft verleihen. An Einsatz mangelt es dem Dänen nie, allerdings genügen seine technischen Fähigkeiten nicht für die allerhöchsten Ansprüche, zudem schwächten ihn in dieser Spielzeit erst ein Bänderiss, dann Knieprobleme. Im Winter haben die Schwarz-Gelben deswegen Nationalspieler Emre Can von Juventus Turin verpflichtet, der noch mal auf einem höheren Niveau durch das Mittelfeld pflügt.

Delaney und Dahoud werden also wieder auf der BVB-Bank Mundschutz tragen müssen, wenn Can und Witsel 90 Minuten auf dem Rasen stehen können. Gegen den Tabellensechsten Wolfsburg aber bietet sich vermutlich beiden die Gelegenheit, für sich zu werben - und vielleicht noch etwas mehr Euphorie bei Lucien Favre zu erzeugen.

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