BVB

Für den BVB beginnt die stressige Reise in die USA

Gut gelaunt zeigen sich die BVB-Spieler im Flugzeug.

Gut gelaunt zeigen sich die BVB-Spieler im Flugzeug.

Seattle.  Saisonvorbereitung und Marketing: Eine Dienstreise mit Fußball und Sponsorenterminen. Der Vizemeister reist mit 107 Leuten in die Staaten.

Das Unterhaltungsprogramm passte auf verblüffende Weise: Als die 107 Mann starke Delegation von Borussia Dortmund am Montagvormittag Flug LH490 bestieg, der sie von Frankfurt nach Seattle bringen sollte, ließ sich auf den Monitoren auch ein Sportsender anwählen. Und dort lief: SC Freiburg gegen Borussia Dortmund, der 4:0-Sieg des BVB aus der vergangenen Rückrunde. Und es gab noch deutlich mehr mit BVB-Bezug zu sehen, zum Beispiel das Filmchen „The Entertainers“, eine Zusammenfassung der Dortmunder Spielzeit 2018/19. „Nach einer mäßigen Saison sollte frischer Wind bei den Dortmundern einziehen“, hieß es in der Ankündigung. „Mit Stars wie Axel Witsel, Thomas Delaney, Achraf Hakimi und Paco Alcácer erfanden sich die Borussen neu.“

Integration der BVB-Neuzugänge

Ein Neuanfang steht in diesem Sommer, indem es wie im Vorjahr auf US-Reise geht, nicht an. Er ist ja auch gar nicht nötig: Dortmund geht als Vizemeister in die Vorbereitung, spielte lange um den Titel mit – und will das auch künftig tun. Dafür wurde im Sommer viel Geld in die Hand genommen, an die 130 Millionen Euro. „Wir haben gut eingekauft und Spieler mit viel Potenzial bekommen“, findet nun Marius Wolf.

Die Nationalspieler Julian Brandt, Nico Schulz und Thorgan Hazard etwa, die am Mittwoch ihren Urlaub beendet haben und nun auf ihre erste BVB-Dienstreise gehen. Oder Rückkehrer Mats Hummels, für den es der erste Ausflug in Schwarz-Gelb ist, seit er 2016 aus Dortmund zum FC Bayern München zog.

Sie alle müssen nun schnellstmöglich integriert werden, das ist die wichtigste Aufgabe für die sechstägige Reise über den Atlantik – aber nicht zwingend die einfachste. Denn natürlich ist diese Tour vor allem Marketing getrieben, es gilt, den BVB und die Bundesliga in den USA populärer zu machen. Dort also, wo Fußball bestenfalls Mannschaftssportart Nummer fünf ist, wo aber die Strategen der Bundesligaklubs ebenso wie die europäische Konkurrenz gewaltiges Wachstumspotenzial sehen.

Auch die BVB-Sponsoren streuen Termine ein

Allzu viel Zeit für die Arbeit auf dem Platz hat Trainer Lucien Favre nicht. Der Montag: Reisetag. Am Donnerstag gleich der nächste nach South Bend in der Nähe von Chicago geht. Und am Samstag die Rückreise. „Das ist schon stressig“, meint Wolf. „Aber man freut sich natürlich, weil man diese Städte nicht alle Tage sieht und zwei Testspiele dabei sind, in denen man viel ausprobieren kann.“ Nämlich gegen den MLS-Klub Seattle Sounders (Donnerstag, 4.30 Uhr deutscher Zeit) und den FC Liverpool mit dem früheren BVB-Trainer Jürgen Klopp (Samstag, 2 Uhr deutscher Zeit). Und dann wollen ja auch noch die Sponsoren Termine einstreuen.

Das straffe Programm ist ein Grund, warum Marcel Schmelzer und Manuel Akanji lieber ihre muskulären Probleme in Ruhe in Dortmund auskurieren sollen. Auch das ist alles andere als ideal, Akanji ist als Stammspieler in der Innenverteidigung eingeplant – zumal Abdou Diallo ebenfalls fehlte: Er absolvierte am Montag den Medizincheck beim französischen Meister Paris Saint-Germain. In Kürze soll der Wechsel über die Bühne gehen, der BVB kassiert 32 Millionen Euro plus Boni.

Ganz ohne Neuanfang geht es dann eben doch nicht.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben