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So erklärt BVB-Star Reus seine Vertragsverlängerung

BVB-Star Marco Reus

BVB-Star Marco Reus

Foto: Getty Images

Dortmund.  Mit seiner Vertragsverlängerung will Marco Reus beim BVB ein Zeichen setzen – stellt aber auch klare Forderungen an seine Mitspieler.

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Nach 87 Minuten war es so weit: Am Spielfeldrand leuchtete auf der Tafel des Vierten Offiziellen die Nummer 11 auf, Marco Reus begab sich in Richtung Ersatzbank und die Fans von Borussia Dortmund erhoben sich und spendeten stehende Ovationen. 2:1 führte der BVB zu diesem Zeitpunkt, und Trainer Peter Stöger wollte mit dem Innenverteidiger Sokratis die Defensive stabilisieren. Es war ein Plan, der spektakulär schief ging, denn Frankfurt erzielte in der ersten Minute der Nachspielzeit tatsächlich noch den Ausgleich durch Danny Blum – doch die Minuten später traf Michy Batshuayi zum 3:2.

Das sorgte auch bei Reus für Erleichterung, der die Schlussphase ohnmächtig von der Seitenlinie aus verfolgen musste. Dem Angreifer hatten allerdings schon vor dem Spiel die meisten Schlagzeilen gehört: Am Freitagnachmittag gab der BVB bekannt, dass Reus seinen Vertrag bis 2023 verlängert habe, und das in einer für den Klub durchaus komplizierten Phase: Noch ist offen, wer in der kommenden Saison Trainer ist und ob er dann einen Champions-League-Klub befehligt. Die Ergebnisse sprachen zuletzt überwiegend dafür, die Leistungen eher weniger.

Da kam den Klubbossen die Vertragsverlängerung ihres besten Spielers gerade recht als Signal in schweren Zeiten – und so hatte Reus es durchaus auch gemeint: „Ich wollte dem Verein und meinen Mitspielern zeigen, dass hier etwas entstehen kann“, sagte der 28-Jährige nach dem Sieg gegen die Eintracht. „Ich hoffe, dass es ein Signal ist und dass wir die Saison auf einem Champions-League-Platz beenden können. Dann müssen wir uns kontinuierlich gut aufstellen und dann sehe ich positiv in die Zukunft.“

Reus drängt beim BVB immer mehr in eine Führungsrolle

Doch es gab auch persönliche Gründe: „Ich wollte Klarheit haben vor den wichtigen Spielen in der Endphase der Saison“, erklärte Reus, „Auch vor der Weltmeisterschaft wollte ich Ruhe haben und meine Zukunft geklärt haben.“ Zuletzt hatte der Nationalspieler seinen Vertrag im Jahr 2015 verlängert, damals waren viele Diskussionen um die Zukunft des Angreifers vorangegangen, die den sensiblen Reus durchaus belastet hatten. Diese Unsicherheit ersparte er sich nun.

Und natürlich überzeugte ihn die Perspektive, die der Klub aufzeigte: „Davon können Sie ausgehen“, antwortete Reus auf die entsprechende Frage. „Man ist da natürlich im Austausch. Dieser Verein hat immer die Chance, Titel zu holen.“

Dazu aber muss man in Zukunft besser spielen – das weiß auch Reus, der in Dortmund immer mehr in eine Führungsrolle drängt. In der ersten Halbzeit sei der Auftritt gegen Frankfurt besser gewesen als die Leistung bei der 1:2-Niederlage gegen den FC Salzburg im Achtelfinal-Hinspiel der Europa League. „Und dann war’s scheiße“, schob Reus prägnant nach und haderte: „Es ist schon seit ein paar Wochen unerklärlich, dass wir verschiedene Halbzeiten spielen. Wir haben heute in der ersten Halbzeit auch taktisch ordentlich gespielt, wir waren griffig, haben viele Zweikämpfe gewonnen.“

Dann aber kam die zweite Halbzeit. „Wir haben es dann nicht mehr geschafft, für Entlastung zu sorgen“, so Reus. „Frankfurt hat ein bisschen umgestellt, damit kamen wir nicht so gut klar. Sie hatten dann etwas die Oberhand.“ Und hätten fast noch ein Unentschieden aus dem Dortmunder Stadion entführt. „Wir müssen einfach stabiler werden jeder einzelne muss mehr den Ball wollen, um für mehr Entlastung zu sorgen“, forderte Reus. „Wir spielen zu Hause und müssen dann einfach konsequenter auf das zweite und dritte Tor gehen.“

Das sollte freilich schnell passieren – sonst wäre die verheißungsvolle Zukunft schon vorbei, bevor sie richtig begonnen hätte.

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