Champions League

So hat sich BVB-Gegner Inter Mailand verstärkt

Alexis Sanchez wechselte auf den letzten Drücker von Manchester United zu Inter Mailand.

Alexis Sanchez wechselte auf den letzten Drücker von Manchester United zu Inter Mailand.

Foto: Reuters

Dortmund.  Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach treffen in den europäischen Wettbewerben auf Spitzenteams aus Italien. Diese haben sich verstärkt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Am Deadline-Day ging es wie gewohnt bei einigen Bundesligisten noch hoch her. Während namhafte Spieler, wie etwa Patrick Schick (RB Leipzig) und Andre Silva (Eintracht Frankfurt), noch in den letzten Stunden der Transferperiode aus der Serie A in die Bundesliga geholt wurden, schlugen auch die italienischen Klubs nochmal auf dem Transfermarkt zu. Aus deutscher Sicht stehen dabei besonders Inter Mailand und die AS Rom im Fokus, die in der Gruppenphase der Champions-League bzw. Europa League auf die Borussia aus Dortmund bzw. Mönchengladbach treffen werden. Beide Vereine konnten in Alexis Sanchez und Henrikh Mkhitaryan Spieler von internationaler Klasse verpflichten.

Inter Mailand

Mit Trainer Antonio Conte ist bereits vor Saisonbeginn der wohl wichtigste Neuzugang vorgestellt worden. Der Erfolgstrainer (Meister mit Turin und Chelsea) soll die Nerazzurri zum alten Glanz führen. Seit dem Triple-Jahr 2010, damals noch unter Jose Mourinho, blieben die Mailänder sowohl national als auch international weit hinter ihren eigenen Ansprüchen. Nach einem Sabbatjahr geht ein ausgeruhter wie euphorischer Conte nun zu Werke: „Ich habe ein neues Kapitel in meinem Leben aufgeschlagen. Ich bin wirklich sehr aufgeregt und werde ab sofort alles dafür tun, das Vertrauen der Bosse zu rechtfertigen und Inter dahin zurückführen, wo es hingehört", so Conte bei seinem Dienstantritt.

Um der verhassten alten Dame aus Turin die Stirn zu bieten, wurde neben dem Trainerposten auch in den Kader investiert, allen voran in Stürmerstar Romelu Lukaku. Der Angreifer kam für kolportierte 70 Millionen Euro zuzüglich Bonuszahlungen aus Manchester und soll den Problemprofi Mauro Icardi ersetzen. Der Argentinier verspielte spätestens in der zweiten Hälfte der vergangenen Saison jeglichen Kredit und stand in den ersten beiden Saisonspielen nicht eine Minute auf dem Platz. Seit Montag steht fest: Es werden auch keine mehr hinzukommen: Mailand beendete das Theater um den Argentinier und verlieh den hoch veranlagten Spieler für eine Saison inklusive Kaufoption nach Paris Saint-Germain. Man kann davon ausgehen, dass er in der Modestadt nicht allzu sehr vermisst wird, auch weil Lukaku direkt einzuschlagen scheint. Sowohl im Ligaauftakt gegen Lecce, als auch im Auswärtsspiel in Cagliari gelang dem wuchtigen Belgier ein Tor.

Um offensiv für alle Wettbewerbe breit genug aufgestellt zu sein, schlug Mailand am letzten Tag nochmals zu – und wieder bediente man sich in Manchester: Alexis Sanchez. Der Chilene, der bei den Red Devils nie an seine starken Leistungen aus seiner Zeit bei Arsenal London anknüpfen konnte (fünf Tore in 45 Pflichtspiele für United), wechselt auf Leihbasis nach Norditalien. Dass das teure Missverständnis (400.000 Pfund Gehalt – pro Woche) zumindest zeitweise beendet wird, übernimmt Manchester sogar einen großen Teil des fürstlichen Gehalts. Ob der Linksaußen unter Conte wieder aufblühen kann (60 Tore in 122 Spielen von 2014-2018 für Arsenal London), wird sich zeigen. Eine Verstärkung ist der Linksaußen allemal, besonders vor dem Hintergrund, dass nach dem Abgang von Ivan Perisic nach München auf der linken offensiven Außenbahn noch Handlungsbedarf stand.

Es bleibt abzuwarten, wie schnell Conte den 1,68m großen Sanchez ins Team integrieren wird. Bis zum ersten Aufeinandertreffen gegen die Borussia aus Dortmund am 23. Oktober im San Siro ist definitiv Zeit für eine Eingewöhnung Sanchez‘ vorhanden. Es wird spannend zu sehen, ob Conte für Sanchez sein System ändern wird. In den ersten beiden Saisonspielen ließ Conte mit einer 5-Kette spielen, mit Kwadwo Asamoah auf der linken Außenbahn und Lautaro Martinez und Romelu Lukaku in der Sturmspitze.

AS Rom

In der italienischen Hauptstadt fragen sich zu dieser Saison wohl nicht wenige Anhänger der AS Rom, warum ihr Club nicht um die europäische Krone mitspielt – sondern lediglich in der Europa-League vertreten ist. Sorgten die Römer im April 2018 noch mit einer faustdicken Überraschung, als sie den FC Barcelona mit einem 3:0 Rückspiel vor heimischer Kulisse aus der Königsklasse eliminierten, geht es nach einer durchwachsenen Saison (Platz 6.) nun also in die Gruppenphase der Europa-League. Dort werden sie unter anderem auf die Borussia aus Mönchengladbach treffen, die am 24. Oktober im Olympiastadion von Rom gastieren wird. Auf dem Rasen stehen werden dann wohl auch die Neuzugänge, die auf den letzten Metern des Deadline-Days in die ewige Stadt gelotst wurden.

Neben Innenverteidiger Chris Smalling (zuvor Manchester United), der den Abgang von Kostas Manolas (nach SSC Neapel) kompensieren soll, ist auch Henrikh Mkhitaryan kurz vor Ladenschluss zum Team von Trainer Paulo Fonseca gestoßen. Der offensive Mittelfeldspieler wird für ein Jahr von Arsenal London ausgeliehen. Während der Armenier an der Themse zunehmend weniger Spielanteile von Trainer Unai Emery bekam, soll es nun am Tiber wieder besser laufen. An seine Dortmunder Zeiten (2013 – 2016, 23 Tore, 36 Assists) wird der mittlerweile 30-Jährige wohl nicht mehr anknüpfen können, auch weil auf seiner Position mit Nicolò Zaniolo ein 20-jähriges, aufstrebendes Talent überzeugt. Ein Gewinn für die Mannschaft, auch vor dem Hintergrund, dass eben jene jungen Spieler von der internationalen Erfahrung Mkhitaryans profitieren können, ist der Armenier mit Sicherheit.

Allerdings sollte sich Gladbach nicht ausschließlich um den Neuzugang aus London sorgen, vielmehr um den Adressaten der passgenauen Flanken des Armeniers: Edin Dzeko. Der Bosnier stand schon mit einem Bein im San Siro. Inter Mailand schien das Rennen um den Stürmer (53 Tore für Rom seit 2015) gewonnen zu haben, ehe der ehemalige Wolfsburger (gewann die Meisterschaft 2008/2009) sich für einen Verbleib in der ewigen Stadt entschied. Mit Nikola Kalinic wurde zudem am Deadline-Day ein Nachfolger für den nach Leipzig abgewanderten Patrick Schick verpflichtet.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben